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Geldstrafe gegen uneinsichtigen Rentner
Geldstrafe gegen uneinsichtigen Rentner
04.04.2019 - 00:00 Uhr
Gaggenau/Rastatt (mo) - Wegen Nachstellung (Stalking) in Tateinheit mit Beleidigung und Verleumdung verhängte das Amtsgericht Rastatt gegen einen bisher unbescholtenen 68-jährigen Gaggenauer eine Geldstrafe von 15 Tagessätzen à 50 Euro, also 750 Euro.

Mit diesem Urteil hatte der Rentner einen gnädigen Richter gefunden. Denn die Staatsanwältin hielt, da der Beschuldigte sich vor Gericht "wenig einsichtig" zeigte, eine Geldstrafe von 2 400 Euro für angemessen. Und dabei lehnte der 68-Jährige zu Beginn der Verhandlung den Richter als befangen ab. Sein diesbezüglicher Antrag wurde jedoch verworfen.

Von Mai bis September 2017 hatte der Beschuldigte viele Briefe und Faxe verschickt oder eifrigst telefoniert. Die Schreiben waren an eine 47-Jährige gerichtet oder hatten diese zum Thema. Denn sie landeten nicht nur bei der Frau, sondern auch bei deren Arbeitgeber und Eltern. Darin wurde die Frau mal hofiert, war von Heiratsabsichten die Rede. Die Texte konnten auch fürsorglich klingen, wenn er ihr empfahl, nicht zu vergessen, die Fenster zu schließen, da es in den nächsten Tagen schwül werde. Andererseits wurde sie als böse Hexe beschimpft, die an Verfolgungswahn leide und kriminelle Neigungen habe. Durch diese fortlaufenden Nachstellungen, so die Anklageschrift, sei die Frau in ihrer Lebensführung empfindlich beeinträchtigt worden.

Der Rentner bezeichnete die Vorwürfe der Frau als "Frechheit". Er bestritt aber nicht, die Schreiben, Faxe und Anrufe verfasst und getätigt zu haben. Doch dafür habe er sich bereits mehrfach entschuldigt. Vielmehr habe sie ihn wegen seiner Behinderung beleidigt.

Die 47-Jährige wiederum bestand darauf, dass sie ihm mehrfach klar erklärte, dass sie keinerlei Kontakte zu ihm wolle. "Er soll mich endlich in Ruhe lassen!", betonte sie. Im Januar habe er sich zuletzt bei ihr gemeldet.

Das Gericht legte nun dem Rentner eindringlich nahe, diese Kontaktaufnahmen künftig zu unterlassen.

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