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Ein Koch auf Neureuthers Spuren
Ein Koch auf Neureuthers Spuren
09.04.2019 - 00:00 Uhr
Von Christian Rapp

Gernsbach - Sich einmal wie Felix Neureuther fühlen: Sich aus einem Starthäuschen hinauskatapultieren, einen steilen Hang hinuntersausen und am Ende vom Applaus und Jubel der Zuschauer über die Ziellinie tragen lassen. Was für viele Skifahrer wohl ein ewiger Traum bleiben wird, soll für Florian Herrmann schon morgen Realität werden. Zwar ist der Gernsbacher nicht für den zurückgetretenen Slalomspezialisten in das DSV-Team nachgerückt, dennoch wird er an einer Weltmeisterschaft teilnehmen - an der Ski-WM der Gastronomie im österreichischen Ischgl.

Aufmerksam gemacht auf dieses spezielle Event, das am Mittwoch bereits zum elften Mal ausgetragen wird, hat ihn sein älterer Bruder Markus. "Er hat es auf Instagram gesehen und mir gleich gesagt. Mein erster Gedanke war sofort: ,Da mach' ich mit'", erzählt der Murgtäler, der am Sonntag 24 Jahre alt wurde.

Aus Spaß wurde jedoch schnell Ernst. "Ich habe dann relativ zügig im Geschäft nach Urlaub gefragt, das Anmeldeformular ausgefüllt und die Startgebühr von 30 Euro überwiesen. Schließlich hat man nicht jeden Tag die Chance, bei einer Weltmeisterschaft dabei zu sein", erklärt der Kapitän des FC Gernsbach. Einzige Bedingung für einen Start in Österreichs Ski- und Partymekka: ein Ausbildungsnachweis als Koch. Kein Problem für den Murgtäler, der im September 2011 eine Ausbildung bei der Daimler AG anfing, diese im Juli 2014 beendete und seither im Bildungs- und Tagungszentrum des Autobauers im Haus Lautenbach den Kochlöffel schwingt.

Wenn Herrmann über das bevorstehende Abenteuer redet, glänzen seine Augen, die Stimme lässt eine Vorfreude erahnen, wenngleich er sich keinen Druck macht. "Ich starte ohne jegliche Ambitionen. Wenn man sich nichts erhofft, kann man nicht enttäuscht werden", meint der Gernsbacher, der neben seiner Lebensgefährtin Lisa Amschlinger auch von Vater Klaus und seinem zweiten Bruder Christian begleitet wird. "Es werden ein paar tolle Tage, die wir dort verbringen werden. Der Spaß steht an erster Stelle, aber einen gewissen Siegeswillen habe ich trotzdem."

Fußballer mit

Skifahrer-Gen

Deser scheint bei dem jungen Mann ziemlich ausgeprägt zu sein. Seit mehreren Monaten bereitet sich der Murgtäler gezielt auf das Event vor, bei dem mehr als 300 Sportler aus mehreren Nationen an den Start gehen werden. So stand er über die Wintermonate mindestens einmal in der Woche auf den Brettern und wedelte am Seibelseckle während des Skitrainings des SC Hundsbach den Hang hinunter. Zudem startete er bei vier Skirennen in der Region, um Wettkampfpraxis zu sammeln, da sein letztes Rennen bereits neun Jahre zurücklag.

Dabei wurde dem Abwehrspieler des FCG das Ski-Gen gewissermaßen in die Wiege gelegt: Vater Klaus ist seit Jahrzehnten Mitglied beim SC Hundsbach, seine beiden älteren Brüder standen schon früh auf den Brettern und auch Florian Herrmann war gerade mal drei Jahre jung, als er erstmals die Pisten im Schwarzwald hinunterrutschte. "Wir sind durchaus eine skiverrückte Familie", befindet der 24-Jährige.

Also beste Voraussetzungen, um in Ischgl beim Riesenslalom, bei dem ein Torlauf rund 45 Sekunden dauern wird, für Furore zu sorgen. "Im ersten Durchgang dürfen alle starten, im zweiten dann nur die besten 30", erzählt Herrmann, der sich heute auf die Reise nach Österreich macht, um abends bereits bei der Auftaktveranstaltung dabei zu sein. Am Mittwoch wird es dann um 10.30 Uhr ernst.

Doch Herrmann will das Vergnügliche - das sportliche Kräftemessen - auch mit dem Nützlichen verbinden. "Es wird ein buntes Rahmenprogramm geboten, viele Firmen und Lebensmittelhersteller stellen sich vor, es wird live gekocht. Da kann man bestimmt auch gute Kontakte knüpfen", hofft der Murgtäler, dessen Leibspeise glasierte Putenoberkeule mit Thymian-Honig-Jus ist. Am Mittwochabend steigt dann die große "Winner's Night" für alle Teilnehmer. "Ischgl hat ja ein, zwei Lokalitäten zu bieten, in denen man gut feiern kann", ermittelte Herrmann bereits und lacht.

Doch zuvor steht der lang herbeigesehnte sportliche Höhepunkt an, und der Gernsbacher hat einen weiteren Mutmacher parat: "Vergangenes Jahr ist ein Fahrer aus dem Schwarzwald Zweiter geworden." Ein gutes Omen also.

Sollte Florian Herrmann gar noch einen Platz besser abschneiden, hat er dem bayerischen Spaßvogel Neureuther freilich eines voraus: einen Einzel-WM-Titel.

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