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"Müssen jede Chance nutzen"
'Müssen jede Chance nutzen'
10.04.2019 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - Getreu dem Motto "Innen vor außen" ist in der Kernstadt eine weitere Nachverdichtung geplant: Auf dem Gelände der früheren Schreinerei Rombach möchte ein Bauträger ein Haus mit insgesamt sieben Wohnungen bauen. Das Grundstück befindet sich im Geltungsbereich des Bebauungsplans "Rechte Murgseite". Dieser sieht dort allerdings nur im Bereich der Scheffel- und der Uhlandstraße überbaubare Grundstücksflächen vor, weshalb eine Änderung des Bebauungsplans erforderlich ist, um das Projekt zu realisieren. Das entsprechende Verfahren hat der Gemeinderat am Montagabend nach kontroverser Diskussion eingeleitet.

Zunächst stellte Sachgebietsleiter Albert Betting vom städtischen Bauamt die Pläne vor. Diese stießen bei mehreren Räten auf keine große Gegenliebe, auch wenn Einigkeit darin herrschte, dass man Nachverdichtung wolle und Gernsbach Wohnraum brauche. CDU-Fraktionsvorsitzende Frauke Jung nannte das geplante Haus "überdimensional: Das passt aus unserer Sicht nicht in die Umgebungsbebauung." Ähnlich argumentierte Dr. Irene Schneid-Horn (SPD), die sich an der mächtigen Bebauung im Innenhof störte. Anders bewertete das Vorhaben ihr Fraktionskollege Guido Wieland: "Wir wollen Zuzug, aber wo sollen die Leute denn wohnen?", fragte das SPD-Urgestein aus Reichental: "Wir müssen akzeptieren, dass wir in die Höhe gehen müssen, wollen wir nicht weitere Flächen versiegeln."

Durchweg positiv bewerteten die Freien Bürger das Vorhaben. Benjamin Groß verwies auf ähnlich dimensionierte Häuser in der näheren Umgebung und nannte die Größe passend für den Bereich. Sein Fraktionsvorsitzender Uwe Meyer betonte: "Wenn es uns ernst ist mit der Nachverdichtung, dann müssen wir solche Flächen nutzen und in die Höhe bauen. Der Bedarf ist da. Hier müssen wir jede Chance nutzen - und das ist eine." Unterstützung bekam Meyer von Thomas Hentschel. Der Landtagsabgeordnete der Grünen nannte Nachverdichtung ein großes Ziel, das sinnvoller sei, als weitere Flächen im Außenbereich zu versiegeln. Er wünschte sich jedoch - genau wie Schneid-Horn - ein Satteldach statt des aktuell geplanten Flachdachs samt Penthouse-Wohnung. Angesichts der zentralen Lage des Grundstücks regte Thomas Hentschel zudem an, Fahrradstellplätze in die Planung mit aufzunehmen.

Stefan Eisenbarth (CDU) warnte mit Blick auf die geplanten sieben Wohnungen und zehn Stellplätze vor einer Verschärfung des Parkdrucks in der Scheffelstraße. Sein Fraktionskollege Dr. Eckehard Hilf sprach von einer sensiblen Ecke und meinte, man könne den Baukörper auch so gestalten, dass er in die Umgebung passe. So könne er dem Vorhaben nicht zustimmen.

Bürgermeister Julian Christ erinnerte daran, dass es sich zunächst lediglich um die Einleitung des Verfahrens zur Änderung des Bebauungsplans "Rechte Murgseite" handelte. Im weiteren Verlauf gebe es noch genügend Möglichkeiten, städteplanerisch Einfluss zu nehmen. Mit 14 Ja- und neun Neinstimmen (vier Enthaltungen) stimmte der Gemeinderat für den Verwaltungsvorschlag.

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