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Widerstand gegen "Eltern-Taxis"
Widerstand gegen 'Eltern-Taxis'
12.04.2019 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Gaggenau - Chaotische Zustände monieren Anwohner der Ottenauer Furtwänglerstraße im Bereich der Merkurschule. Grund der Kritik ist "das teils rücksichtslose Parkverhalten der Eltern, welche ihre Kinder zur Schule bringen oder abholen", schreibt Werner Merkel für die Interessengemeinschaft Furtwänglerstraße. 20 Unterzeichner hat ein Brief, der an die Leitung der Merkurschule sowie die Fraktionsvorsitzenden im Gaggenauer Gemeinderat gerichtet ist.

Das Abholen geschehe teilweise bei laufenden Motoren über einen längeren Zeitraum. Entsprechende Hinweise seien mit unverschämten Antworten kommentiert worden, so Merkel. Eine Nachbarin sei angepöbelt worden, als sie die Parksituation fotografierte. Trotz beidseitigem absoluten Halteverbot werden hier die Autos abgestellt, auch über längere Zeit. Eine weitere Anwohnerin lasse ihre Tochter, Schülerin der ersten Klasse, nicht alleine über die Straße in die Schule, da das Mädchen durch die parkenden Autos nicht die Straße einsehen könne.

Auch die Bushaltestelle scheine für diese Eltern ohne Bedeutung zu sein, so der Sprecher der Interessengemeinschaft. "Das totale Chaos" entstehe freitags zwischen 12.45 und 13..15 Uhr, wenn zwei Busse gleichzeitig die wartenden Schüler abholen. Die Straße sei dann nahezu unpassierbar. Notarzt oder Feuerwehr hätten keine Möglichkeit durchzukommen.

Die Schule habe bereits reagiert und Schüler abgestellt, um Eltern auf das Fehlverhalten aufmerksam zu machen. Die Aktion sei aber wieder abgebrochen worden, um die eingesetzten Schüler nicht zu gefährden. Das Parkverhalten, das schon seit Jahren praktiziert werde, sei umso unverständlicher, da im Umfeld der Merkurhalle genügend Parkplätze zur Verfügung stünden, erläutert Merkel.

Schwierige



Situation

Aus Sicht der Interessengemeinschaft handelt es sich um Unvernunft und Rücksichtslosigkeit der Eltern, eine verstärkte Präsenz des Ordnungsamts sei dringend von Nöten. Auch sollten Strafzettel ausgestellt werden, was von der Polizei in der Vergangenheit bereits gemacht wurde, berichtet Merkel auf BT-Anfrage. Für das Verhalten der Eltern "fehlt mit einfach das Verständnis", unterstreicht er.

Die Problematik mit den "Eltern-Taxis" bestehe nicht nur an der Merkurschule und sei bei der Stadtverwaltung bekannt, erläuterte Pressesprecherin Judith Feuerer. Ordnungsamtsleiter Dieter Spannagel und Vertreter der Polizei waren bereits vor Ort. Der Gemeindevollzugsdienst sei immer wieder präsent und führe Belehrungsgespräche, die Antworten der Angesprochenen seien "nicht vergnügungssteuerpflichtig", die Situation schwierig, gerade bei "beratungsresistenten Eltern". Gleichwohl wolle man keine Pauschalverurteilung abgeben, viele Eltern hielten sich an die Regeln. Vor dem Hintergrund, Kinder selbstständig am Straßenverkehr teilnehmen zu lassen, sei es wichtig, diese nicht direkt vor die Tür zu fahren, Man sei diesbezüglich mit den Schulen in Kontakt, "wir lassen bei dem Thema nicht nach." Grundsätzlich habe man Verständnis für die Anwohner. Aus Sicht der Eltern sei es im Sinne der Sicherheit ihrer Kinder wichtig, sich an die Regeln zu halten.

Beim gestrigen "Anlieferverkehr" zum Unterrichtsbeginn gab es einige Eltern, die ihre Sprösslinge direkt vor der Schule absetzten und das dortige Halteverbot ignorierten. "Manchmal ist es ganz schlimm",, bestätigte ein Radfahrer die Situation.

"Die Situation birgt einige Gefahren", darüber ist sich auch Konrektor Jan Stenger im Klaren. Den Eltern sei dies wohl nicht bewusst, sie seien ja "nur kurz", da. Aber viele "nur kurz", das sei eben gefährlich, wenn Kinder die Straße überqueren müssten und wegen der Autos nicht gesehen werden. Die Problematik werde immer wieder seitens der Schulleitung in Elternbriefen, Gesprächen und bei Elternabenden thematisiert, "wir sind froh, dass noch nichts passiert ist." Polizei und Ordnungsamt waren bereits da, aber selbst wenn die Polizei vor Ort ist, werde verbotenerweise angehalten, berichtet Stenger.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Gerd Pfrommer bestätigte in einer Antwort an die Interessengemeinschaft das Parkverhalten einiger Eltern aus seiner eigenen Anschauung. Er habe angeregt, in einer Aktion von Lehrern, Eltern, Stadtverwaltung und Gemeinderat darauf hinzuwirken, dass weniger Kinder mit dem Auto vor der Schule abgeliefert werden - dies wäre auch ein kleiner Beitrag zu einer gelebten Gesundheitsstrategie unter dem Stichwort "Gaggenau bewegt sich". Kurzfristig sei das Ordnungsamt gefordert. "Ich bin gerne bereit, das Thema bei der nächsten Gemeinderatsitzung anzusprechen", so Pfrommer. Bei der gestrigen Fahrradtour der SPD gab es auch einen Halt an der Merkurschule.

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