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Leise und konzentriert auf die Pirsch gehen
13.04.2019 - 00:00 Uhr
Von Maria Roth

Gernsbach - "Wer oder was geht auf die Pirsch?" Diese knifflige Frage stellte sich den Sechstklässlern des Gernsbacher Albert-Schweitzer-Gymnasiums (ASG) am Mittwochnachmittag. Das Sammeln von verschiedenen Baumteilen fiel ihnen leichter als die Antwort, dass Jäger auf die Pirsch gehen, die später doch noch kam.

Die zwei Schulklassen aus Gernsbach wurden von den ehemaligen ASG-Schülern Victoria Böhner und Julian Stolz zum Waldprojekt eingeladen. Dieses begann mit grauer Theorie. In einer Doppelstunde Ende März erarbeiteten die Gymnasiasten spielerisch, wie der Schwarzwald entstand, welche Tiere sich im Wald ansiedelten, was der Klimawandel bedeutet und was jeder selbst dagegen tun kann. Außerdem erfuhren die Teilnehmer, welche Interessensgruppen im Wald konkurrieren.

Den Praxisteil absolvierten die Schüler vergangenen Mittwoch mit ihren Lehrern im Wald am Galgenbusch. In Gruppen von acht, neun Personen ging es zu verschiedenen Stationen und Wettbewerben. "Am Ende wird eine Siegergruppe gekürt", motivierte Böhner die Schüler zusätzlich.

Bei der ersten Station sollten auf einem Pirschpfad verschiedene Tiere des Waldes entdeckt werden. "Doch was ist auf der Pirsch sonst noch zu beachten?", wollte Böhner wissen. "Man muss leise sein, um die Tiere nicht zu verjagen!", antworteten die Schüler dank ihres Theorieteils wie aus der Pistole geschossen. Leise und konzentriert ging es daher mit Böhner auf die Pirsch, um sich danach über die zahlreichen erblickten Tiere auszutauschen.

Danach gab Stolz mit einem kräftigen Ton aus dem Jagdhorn das Signal, dass es Zeit war, die Stationen zu wechseln. Er selbst kümmerte sich um den "Eierfall". Dabei sollte ein Nest für die Eier der Waldvögel erstellt werden. Die Kinder bekamen rund 20 Minuten Zeit, Materialien aus dem Wald, beispielsweise Moos, zu sammeln und daraus ohne weitere Hilfsmittel ein Nest zu bauen.

Die nächste Station betreuten der Gernsbacher Revierleiter Uwe Meyer und Praktikantin Annika Graszies. Der Förster erläuterte, wie ein Fachmann die Höhe eines Baumes taxiert. Dazu nutzt er ein "Försterdreieck", das Meyer aus Arm und Meterstab bildet. Bei Graszies mussten die Schüler schätzen, wie viel von einem Ast ein Kilogramm ergibt. Zum Vergleich reichte sie den Schützlingen eine Liter-Packung Milch. Danach sollten die Schüler dieses geschätzte Stück vom Ast absägen, was sich als relativ anstrengend für die Kinder erwies. "Ich glaube, morgen bekomme ich Muskelkater", jammerte Elena Uebel aus der Klasse 6a.

"Hau den Nagel" als



letzter Wettbewerb

Bei Kristina Schreier vom Infozentrum Kaltenbronn und Maike Schwend, die dort ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolviert, hatten es die Gymnasiasten relativ leicht: Drei Teile von verschiedenen Nadel- und Laubbäumen fand jeder im Dickicht. Anspruchsvoller wurde es dafür wieder beim Bühler Waldpädagogen Thomas Westermann. "Jeder von Euch muss durch ein anderes Loch des hier aufgespannten Spinnennetzes kommen. Das allerdings, ohne das Seil zu berühren", forderte er die Gruppen auf. Zum Schluss hieß es: "Hau den Nagel". Bei Trainee Marian Kratz durften jeweils fünf Schüler drei Schläge mit dem Hammer ausführen, um einen Nagel in einen Hackklotz zu hauen.

Als sich die begeisterten Gruppen zur abschließenden Siegerehrung trafen, warf Julian Stolz noch die selbst gebauten Nester auf den Asphalt. Er legte je ein Ei hinein und prüfte damit die "Stärke" der Nester. Danach kürte die Jury das beste Team, das den passenden Namen "Baumstark" trug.

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