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Wird es endlich Klarheit geben?
Wird es endlich Klarheit geben?
27.04.2019 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Was immer bleiben wird, das ist die Fassungslosigkeit. Fassungslosigkeit über den Tod zweier unschuldiger Menschen, Fassungslosigkeit über die Ursache eines Verkehrsunfalls am Abend des 13. Juli 2018, Fassungslosigkeit über die Flucht des Fahrers, ohne sich um die Opfer zu kümmern. Am Montag beginnt vor dem Schöffengericht in Rastatt die Verhandlung gegen den mutmaßlichen Unfallverursacher.

Fahrlässige Tötung, Gefährdung des Straßenverkehrs, unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, Trunkenheit im Verkehr und Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge lautet die Anklage. Der Beschuldigte hat sich bislang zur Sache nicht eingelassen. Wird er sich weiter in Schweigen hüllen? Wird es endlich Klarheit geben? Dies sind zentrale Fragen.

Dem damals 47-Jährigen wird zur Last gelegt, nach reichlich Konsum von Alkohol und Cannabis mit seinem Pkw von einer Gaststätte in Richtung seiner Wohnung gefahren zu sein. Gegen 21 Uhr sei er in der Goethestraße in einer leichten Kurve von der Fahrbahn abgekommen. Dabei habe er in Höhe des Daimler-Ausbildungszentrums eine 54-jährige Frau erfasst, die auf dem Gehweg den Kinderwagen mit ihrem sieben Monate alten Enkelsohn schob. Beide starben - die Frau sofort und das Kind wenig später in einer Karlsruher Klinik, in die es mit einem Rettungshubschrauber gebracht worden war. Anschließend habe der Verursacher die Flucht ergriffen. Offensichtlich durch die Wucht des Aufpralls war das vordere Nummernschild des Renault Mégane abgerissen worden und blieb auf der Straße liegen.

Unmittelbare Beobachter des Unfalls gibt es offensichtlich keine. Die Menschen, die kurz nach dem Geschehen zur Unfallstelle kamen, berichten von einer schrecklichen Szenerie.

Spekulationen gibt es über die Geschwindigkeit des Renault. In Gaggenau geht man davon aus, dass diese erheblich über den erlaubten 50 km/h gelegen haben muss. Dies lasse sich aus der großen Delle auf der Motorhaube und dem abgerissenen Nummernschild folgern, ebenso aus dem Umstand, dass die Unfallopfer durch die Luft geschleudert worden seien. Den Ermittlungen zufolge hatte der Beschuldigte das Auto nach der Fahrt in der Nähe seiner Wohnung abgestellt und sich danach bei einem Bekannten versteckt.

Bei der Fahndung wurden in seiner Wohnung 48 Marihuanastauden aufgefunden. Somit wurde gegen ihn auch Anklage wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge erhoben. Die Staatsanwaltschaft hat beim Gericht beantragt, beide Strafverfahren zu verbinden.

Das Geschehen des 13. Juli hatte bundesweit für Betroffenheit gesorgt. Bei einer Spendenaktion in Gaggenau für die Hinterbliebenen, an der sich mehrere hundert Menschen beteiligt haben, kamen mehr als 17 000 Euro zusammen.

Die Ermittlungen zogen sich rund ein Vierteljahr hin. In offizieller Vernehmung habe der Mann bisher nicht ausgesagt, so die Staatsanwaltschaft. Ersten Meldungen zufolge hatte er bestritten, den Unfall verursacht zu haben. Aber nach Erkenntnissen der Ermittler sprechen starke Indizien gegen ihn: Die Unfallschäden an seinem Fahrzeug passen zu dem Hergang. Es gebe Zeugen, die ihn auf der Flucht gesehen und eindeutig identifiziert haben. Darüber hinaus habe er sich anderen Personen gegenüber zu dem Geschehen geäußert.

Die Verhandlung beginnt am Montag 29. April, um 9 Uhr im Saal 151 des Amtsgerichts Rastatt. Fortsetzungstermine sind am 13. und 17. Mai, ebenfalls um 9 Uhr. Das Gerich t hat 25 Zeugen und drei Sachverständige geladen.

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