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Der harte Kern kommt immer wieder zu den Treffen
Der harte Kern kommt immer wieder zu den Treffen
29.04.2019 - 00:00 Uhr
Von Ulrich Jahn

Gaggenau - "Wir waren 20 junge Menschen", erinnert sich Bernhard Kalmbacher. 20, die ein gemeinsames Interesse hatten: Eine Ausbildung im Benz-Werk zu absolvieren. Werkzeugdreher und Feinblechner. Dies alleine ist noch nichts Besonderes. Der Beginn der Lehrzeit, wie es früher hieß, dagegen schon. Vor 60 Jahren wagten die jungen Menschen diesen Schritt. Klar, dass sich im Laufe der Jahrzehnte vieles geändert hat.

Computer? Gab es damals nicht. Und auch im Werk selbst hat es grundlegende Änderungen gegeben. Das Damalige ist mit dem Heutigen nicht vergleichbar. Zu unterschiedlich sind die Anforderungen und die Produktionen. Um die Erinnerungen wach zu halten und auch Neuerungen kennenzulernen, treffen sich die Lehrlinge von damals in regelmäßigen Abständen. Premiere war 1999, 40 Jahre nach Beginn ihrer Lehre.

"Wir kommen immer an Örtlichkeiten zusammen, die im Zusammenhang mit unserem Lehrberuf stehen", sagt Hauptorganisator Bernhard Kalmbacher. Unter anderem statteten sie nach ihrem ersten Treffen im Jahr 1999 dem Unimog-Museum oder der Carl-Benz-Schule Gaggenau einen Besuch ab. "Wir kommen immer im April zusammen, weil in diesem Monat unsere Lehrlingszeit begonnen hat", berichtet Kalmbacher. "Die Lehrwerkstatt war damals in Bau 8. Dort haben wir angefangen", erinnert sich Bernhard Kalmbacher.

Zweimal war man im Kolpinghaus in Weisenbach. Was hat dieses Anwesen mit dem Benz-Werk zu tun? Ganz einfach: Auf Initiative des damaligen Ausbildungsleiters bei Daimler-Benz in Gaggenau, Heinrich Lücker, wurde in Lautenbach ein Lehrlingsheim errichtet - heute das Bildungszentrum und Seminarhotel des Autobauers. Grundsteinlegung für den ersten Bau war 1954. Dieses Haus "wanderte" später nach Weisenbach. Es wurde im März 1968 für die Kolpingfamilie Weisenbach zum Abbruch freigegeben. Ein Jahr später war die Grundsteinlegung, Richtfest im Mai 1970, offizielle Einweihung im September 1974. Und die einstigen Benz-Lehrlinge erkannten bei ihren Besuchen noch vieles wieder in diesem Haus.

60 Jahre nach Beginn ihrer Lehre wollten die einstigen Auszubildenden jetzt "ihr" Benz-Werk" in Gaggenau besichtigen. "Ein Rundgang dort hin, wo wir früher gearbeitet haben", schwebte ihnen laut Kalmbacher vor. Das klappte nicht, da es solche Werkführungen nicht gibt, so der 74-Jährige. Aber ganz außen vor mussten sie dennoch nicht bleiben. Auf Einladung von Udo Roth, dem stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden im Werk Gaggenau, und Betriebsratsmitglied Otto Heck kamen sie im Betriebsratsbüro zusammen. Dort gab es eine Präsentation und einen Vortrag zum Thema "Der Wandel der letzten 60 Jahre" im Benz-Werk Gaggenau.

"Nicht alle der damaligen Lehrlinge sind im Werk Gaggenau geblieben", erinnert sich Kalmbacher. Gerade einmal drei waren weiter als Werkzeugbauer tätig, andere bildeten sich weiter. Manche zogen aus dem Murgtal weg und arbeiteten in anderen Werken, zum Beispiel im Raum Stuttgart. Einen zog es gar zur Bundeswehr.

In diesem Jahr werden 100 Jahre Ausbildung im Mercedes-Benz-Werk Gaggenau gefeiert. Der Festakt findet im kommenden Monat statt. Erwartet wird dazu unter anderem die Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg, Nicole Hoffmeister-Krauth.

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