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"Im Großen und Ganzen gute Entwicklung"
02.05.2019 - 00:00 Uhr
Gaggenau - Seit vier Jahren ist Michael Pfeiffer (parteilos) Erster Beigeordneter und damit Bürgermeister in Gaggenau. Zeit für eine Halbzeitbilanz - und einen Blick in die Zukunft. Als damaliger Leiter der Abteilung Tiefbau, Umwelt und Verkehr der Stadt Bühl war er vom Gaggenauer Gemeinderat im Februar 2015 gewählt worden und löste damit Brigitte Schäuble (CDU) ab. Mit dem heute 56-Jährigen sprach Thomas Senger.

BT: Herr Pfeiffer, erinnern Sie sich an Ihre erste Gemeinderatssitzung als Bürgermeister am 4. Mai 2015?

Michael Pfeiffer: Ja, natürlich, das war in der Taverne des Tennisclubs Blau-Weiß, nach der Waldbegehung.

BT: Fast auf den Tag genau vier Jahre ist das her. Was haben Sie bislang erreicht?

Pfeiffer: Ich glaube, ich habe es an der einen oder anderen Stelle erreicht, mehr Struktur in das System zu bringen. Ich wollte mehr Umweltschutz in der Stadt, da bin ich vorangekommen; so gibt es jetzt eine Umweltabteilung im Rathaus, die Umweltarbeit mit Kindern und Jugendlichen wurde intensiver, und es wurde umgesetzt, dass die Stadt Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen wurde.

Es sind auch viele kleine Dinge angestoßen und umgesetzt worden. Im Großen und Ganzen ist es eine gute Entwicklung, und ich sehe, dass ich ein gerüttelt Maß Anteil daran habe, aber: Das war immer eine Gemeinschaftarbeit.

BT: Nennen Sie drei große Bereiche, wo Sie bis in vier Jahren erfolgreich sein wollen?

Pfeiffer: Erstens Hochwasserschutz. Die ersten Maßnahmen sind bereits umgesetzt, da geht es weiter voran. Zweitens: Wir haben das Mobilitätskonzept angeschoben, da müssen wir eine Neuorientierung finden, und dann geht es drittens ganz klar um die Innenstadtentwicklung und stadtplanerisch um die ganze Stadt. Wir müssen es schaffen, Gaggenau die notwendigen Räume zum Entwickeln zu geben.

BT: Städtebaulich bietet die nördliche Hauptstraße in Gaggenau reichlich Potenzial.

Pfeiffer: Die Sanierung der nördlichen Innenstadt ist abgeschlossen. Es wird in der nördlichen Hauptstraße einen langen Atem brauchen. Die städtische Wirtschaftsförderung ist stets aktiv, um Lösungen zu finden, und auch wir vom Dezernat II versuchen, die Innenstadt attraktiver zu machen.

BT: Dann machen wir doch neben dem Bahnhof weiter. Da steht das alte Sparkassenparkhaus.

Pfeiffer: Wir sind auf dem Weg. Es gibt Vorstellungen, die wir Anfang Juni der Öffentlichkeit präsentieren wollen.

BT: Ein emotionales Thema ist das Waldseebad. Ist die angestrebte Neueröffnung 2020 realistisch? Wäre es nicht besser, es gut zu machen, ohne es übers Knie brechen zu wollen?

Pfeiffer: Schnelligkeit kann nicht das alleinige Thema sein. Das haben wir immer gesagt! Der Termin 2020 steht noch, aber er ist extrem sportlich. Wir haben jetzt die Ausschreibung auf den Weg gebracht, parallel für die Hochwasserschutz- und die Tiefbauarbeiten.

Interview

BT: Schnelligkeit ist sicher nicht das Markenzeichen des Projekts vierarmiger Hillwood-Kreisverkehr in Ottenau.

Pfeiffer: Wir sind mittlerweile in guten Grunderwerbsgesprächen mit Hillwood, um einen vierarmigen Kreisverkehr bei dem Logistikzentrum realisieren zu können. Das Vorhaben wurde grundsätzlich von Hillwood akzeptiert. Wir sind also auf einem guten Weg, aber mit dem notwendigen Bebauungsplanverfahren braucht die Realisierung noch Zeit.

BT: Wer einen Bauantrag stellt, eine Bauvoranfrage hat, einen Betrieb eröffnen will, ist auf Ihr Dezernat nicht immer gut zu sprechen.

Pfeiffer: Wir haben gerade die Baurechtsabteilung komplett umgekrempelt und deutlich leistungsfähiger aufgestellt. Aus meiner Sicht ist es mittlerweile nicht mehr so, dass die Leute zu lange auf Entscheidungen warten müssen. Natürlich müssen wir auch mal Ablehnungen aussprechen, und es ist normal, dass sich jemand vor den Kopf gestoßen fühlt. Aber wir versuchen auch zu erläutern, warum etwas nicht geht. Ich denke, die Mitarbeiter haben mittlerweile verinnerlicht, mit den Leuten partnerschaftlich umzugehen.

Aber die Neuordnung war ein langer und ein schwerer Prozess. Der Bereich hatte strukturelle Defizite, als ich gekommen bin, diese Defizite sind mittlerweile beseitigt.

BT: Es fehlt kein Personal mehr?

Pfeiffer: Die Lücken in der Baurechtsabteilung konnten weitgehend geschlossen werden. Aktuell haben wir Defizite im Bereich des Bauhofs, wo Stellen nicht besetzt werden können, auch in der Stadtplanung, und im Hochbaubereich fehlt ein Techniker.

BT: In Ihrem Dezernat werden gewaltige Summen ausgegeben, nicht allein durch städtische Bauvorhaben; bereits die Sanierungen der vorhandenen Infrastruktur kosten viel Geld.

Pfeiffer: In der Tat. Straßen, Kanalisation, Hochwasserschutz, auch die Sanierung von städtischen Gebäuden. Für die Hallen gab es ein Konzept, die anderen Dinge laufen an. Da sind wir ein Stück weiter. Aber es ist immer, auch in Zeiten guter Einnahmesituationen, ein Strecken nach der Decke.

BT: Vor vier Jahren hieß es, "Gaggenau ist für Pfeiffer ein Sprungbrett." Nun sind Sie immer noch hier.

Pfeiffer: Meine Frau und ich sind in dieser Stadt angekommen. Wir haben ein tolles Häuschen in Bad Rotenfels, tolle Nachbarn und sehr schöne Freundschaften aufbauen können. Mittlerweile ist unsere jüngste Tochter auch nach Gaggenau gezogen. Unser Lebensmittelpunkt ist Gaggenau geworden, wir wollen hierbleiben.

BT: Es gibt nicht wenige Gaggenauer, die sagen: "Der Pfeiffer wäre auch ein guter OB."

Pfeiffer: Ich bin für acht Jahre als Bürgermeister gewählt, und diesen Job möchte ich gut machen. Wie ich mich dann weiter orientiere, kann ich heute nicht sagen.

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