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Wo die Zelte geheimnisvolle Dinge beherbergen
06.05.2019 - 00:00 Uhr
Gernsbach (vgk) - Für die Mittelalterfreunde hätte es am Samstag fast nicht schlimmer kommen können. Dauerregen beeinflusste das Fest auf der Murginsel. Doch was sind ein bisschen Regen und die damit einhergehende Kälte gegen Säbelgerassel und dem Klingen des Schmiedehammers? Oder dem Spektakel, wenn Gaukler, Geschichtenerzähler, Feuerkünstler, Musikanten sowie Tänzer Einzug auf der Insel halten?

Der Blick der Besucher streift von der Ebersteinbrücke herab auf eine Ansammlung von Zelten, die geheimnisvolle Dinge beherbergen. Das sind Gewürze des Orients oder Feines von Weinstöcken, handversponnene Wolle, Kinderkrämereien, Met-Weine und Bio-Felle. Neugierde wecken mysteriöse Essenzen - abgefüllt in Fläschchen, unter denen sich auch ein Liebestrank befinden soll. Davor und zwischen den Lagern kräuselt sich der Rauch der Feuerstellen. Der Geruch von Gebratenem liegt in der Luft.

Bis Sonntagabend versprach der Tross aus Rittersleuten, Edeldamen, Mägden und Knechten der Gruppe Pro History beste Unterhaltung auf der Murginsel; immerhin passte gestern auch das Wetter. Der Samstagnachmittag bot jedoch zunächst ein Bild des Jammers. Es verirrten sich kaum Besucher in das Lager. Nur ein paar Unentwegte meinten: "Gebratenes Schwein kann man auch bei Regen essen." Die orientalische Linsensuppe versprach aphrodisierende Wirkung. Waffeln und auch Hannas und Friedels Käsefüße, eine Schweizer Käsespezialität aus der Gegend um Oberwald, garantierten Genuss.

Die tapferen Ritter hatten es schwerer. Denn Wasser lässt bekanntlich Eisen rosten. Sorgsam ging die Rittergruppe Brachmanoth mit ihren Rüstungen um. Gegen Abend als der Himmel seine Schleusen schloss, zeigte die Gruppe ihr Können. Auch als Geschichtenerzähler und Musiker ließen sie das Publikum aufhorchen. Als Kreuzritter unterwegs in das Heilige Land forderte "Der Schwarze" sein Recht als Lehnsherr auf die erste Nacht mit der Braut ein. Zwei Besucher wussten nicht, wie ihnen geschah: Sie fanden sich plötzlich als Brautpaar in die Mitte der Geschichte gestellt. Drei Waffengänge sollten entscheiden, ob die Ehre der Jungfrau Elfi gewahrt bleibt. Erzählt wurde eine romantische und nicht immer jugendfreie Rittergeschichte.

Mit brennenden Fackeln hantierte Hubertus, der fahrende Gaukler. Seine Jonglagen beeindruckten nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen. Mit kraftvoller Musik aus dem 9. und 10. Jahrhundert hatten die Spielleute der fröhlichen Mittelalterband "porcae pellere" die Begeisterung auf ihrer Seite. Manches Bein bewegte sich während ihrer Darbietungen nicht nur vor Kälte, sondern im Rhythmus der Melodien. Der Johanniter Kampfmönch Frater Bernhard war während der ersten Kreuzzüge um 1100 für den Pilgerschutz unterwegs. Der Gormanns-Clan aus Malsch widmet sich Epoche übergreifend der Darstellung der Kiewer Rus. Angekündigt waren auch die Vasallen zu Hohenberg, die Söldner zu Lorch oder der Schlegler von Schwaben.

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