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Die Suche nach einem Ortsvorsteher
17.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Ulrich Jahn

Gaggenau - Glücklich können die Menschen jener Stadtteile sein, in denen es zumindest einen Bewerber für den Posten des Ortsvorstehers gibt. In Gaggenau ist Michelbach eine Ausnahme. Dort einen Chef zu finden ist offenbar gar nicht so einfach.



Franz Kowaschik macht die Arbeit zwar viel Spaß, aber er kann sie wohl künftig mit seinem Beruf nicht mehr vereinbaren. Der 62-Jährige ist Förster. Bislang war er im Revier Michelbach, also in "seinem" Ort, tätig. Wegen der Forstreform ist noch nicht klar, wo er künftig arbeiten wird. Durchaus möglich, dass er täglich in den Landkreis Calw muss oder nach Rastatt. Und - ein Ortsvorsteher sollte nach seiner Auffassung tagsüber im Ort erreichbar sein. Im Wald unterwegs sein kann er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr und hat sich deshalb in den Innendienst versetzen lassen. Momentan arbeitet er bei der Bezirksleitung Gaggenau in Bad Rotenfels.

Was sagt seine Partei, die CDU, dazu? Laut Holger Nufer, Vorsitzender der CDU Michelbach, will die Union zunächst das Ergebnis der Kommunalwahl abwarten und erst dann über einen möglichen Bewerber entscheiden. So habe sie es auch vor zehn Jahren praktiziert, als Kowaschik letztlich zum Ortsvorsteher von Michelbach gewählt worden ist. Kowaschik selbst wird übrigens erneut für den Ortschaftsrat kandidieren. Als einfaches Mitglied in dem Gremium zu wirken sei mit seinem Beruf vereinbar.

Offenbar ist es nicht einfach, einen Bewerber für das Ehrenamt zu finden. Eine andere Variante bringt deshalb die SPD im Fachwerkdorf ins Spiel. Jürgen Schäfer erklärt auf BT-Nachfrage, sich bewerben zu wollen - sofern es keinen anderen Kandidaten gibt. "Wirklich nur für den Fall, dass sich niemand anderes findet", betont der 68-Jährige.

Kehrt Kowaschik nach einer Pause zurück?

Und er wolle keine volle Amtszeit aktiv sein, sondern nur so lange, bis Franz Kowaschik beim Forst in den Ruhestand tritt. Dann könne dieser wieder als Ortsvorsteher gewählt werden. Entsprechende Andeutungen habe dieser bereits gemacht. "Noch ist das aber nicht spruchreif", fügt Schäfer hinzu.

Frank Kowaschik sagte gegenüber dem BT, dass der Vorschlag von Schäfer durchaus umgesetzt werden könnte. Ab Januar sind es noch 23 Monate, bis Kowaschik 65 Jahre alt wird und in den Ruhestand tritt. Spielt die Gesundheit mit, könnte er sich eine Rückkehr auf den Posten des Ortsvorstehers vorstellen. Voraussetzung sei natürlich, dass sich nicht jemand anderes findet, der Ortschaftsrat seine Bewerbung befürworte und der Gemeinderat dem zustimmt. Ein potenzieller Ortsvorsteher muss übrigens nicht Mitglied im Ortschaftsrat sein. Allerdings hat er in diesem Fall in den Sitzungen kein Stimmrecht.

In einem sind sich die Michelbacher einig: Die Alternative, dass, sofern sich kein Kandidat findet, ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung im Dorf als Ortsvorsteher tätig ist, wünschen sie nicht. "Es sollte jemand aus dem Ort sein, der sich hier auch auskennt", sagt Franz Kowaschik. Als Arbeitszeit kommen in einer Woche locker zwischen zehn und 20 Stunden zusammen. "Für einen rüstigen Rentner wäre das was", meint der Ortsvorsteher.

Der Ortschaftsrat hat das Vorschlagsrecht für einen Ortsvorsteher. Erfahrungsgemäß folgt der Gemeinderat bei seiner Entscheidung dem Vorschlag des Ortschaftsrats.

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