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Im Waldkindergarten ist kein "Schlurfgang" möglich
Im Waldkindergarten ist kein 'Schlurfgang' möglich
20.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Regina Frammelsberger

Gaggenau - Kinder, Eltern, Erzieherinnen und Freunde des Waldkindergartens trafen sich am Freitagnachmittag zur Eröffnung des neuen Standorts samt Schutzhütte, die in einer kleinen Feierstunde an die "Waldhummeln" und ihre Betreuerinnen übergeben wurde.

Damit ist der Standort Echlehütte Geschichte, wo elf Jungen und Mädchen eineinhalb Jahre lang untergebracht waren. Das lange Warten hat sich gelohnt, der Standort bietet optimale Voraussetzungen für die Bedürfnisse der Gaggenauer Waldhummeln: gute Parkmöglichkeit beim nahegelegenen Tennisclub und Platz für Aktivitäten von bis zu 40 Kindern.

"Das Interesse ist groß, und viele Eltern warten schon lange darauf, dass mehr Kinder aufgenommen werden können", erklärte Andrea Hennersdorf. Die Leiterin freut sich darauf, dass ihre Gruppe jetzt allmählich aufgefüllt wird. Neben täglichem Morgenkreis und gemeinsamem Essen im Freien steht vor allem das selbstständige Entdecken der Natur auf dem Tagesplan der Drei- bis Sechsjährigen, die sich anfangs laut Katja Reisner noch sehr unsicher auf dem unebenen Waldboden bewegen. "Hier ist kein Schlurfgang möglich", ergänzt die Erzieherin lachend. Die Kinder würden sich aber schnell an die Bewegung in der Natur gewöhnen und die nötigen Regeln, zum Beispiel beim Spielen mit Stöcken, problemlos einhalten.

Die Schutzhütte diene nur dem Aufenthalt bei Sturm und Starkregen. Dort ist Strom vorhanden und eigentlich wirkt die Hütte innen wie ein gewöhnlicher Gruppenraum - allerdings ohne übliche Spielsachen und ohne fließendes Wasser. Das Dixi-Klo werde bald durch eine natürliche Bio-Kompost-Toilette ersetzt, mit der gute Erfahrungen gemacht wurden. Außerdem steht im Freien ein einfacher, kleiner Wasserkanister, an dem die Kinder mit Lava-Seife ihre Hände waschen und zugleich den sparsamen Umgang mit Wasser lernen: Schmutzwasser wird aufgefangen und dient später dem freien Spiel, sofern die Natur nicht selbst für Pfützen gesorgt hat.

Anders als bei der Echlehütte können die Kinder einen großen Außenbereich erobern, wo sie bei ihrer Ankunft am Mittwoch gleich eine Bauecke eingerichtet haben. Außerdem ist geplant, in der Natur ein Kunstatelier und ein Kräuterbeet entstehen zu lassen. Zum pädagogischen Konzept des Waldkindergartens gehören neben Freispiel auch Projektarbeit zu jahreszeitlichen Themen und Schulvorbereitung. Ausflüge und Wanderungen sind an der Tagesordnung.

Bürgermeister Michael Pfeiffer zeigte sich davon überzeugt, dass man den Kindern "mitten in der Natur ihre Umwelt am besten nahebringen kann" und hofft, dass "das Konzept noch weiter einschlägt". Dadurch, dass der Platz mitten im Wald nicht abgelegen sei, bliebe durch kurze Wege mehr Zeit für die Kinder. Die große Schutzhütte bietet Platz für zweimal 20 Kinder. Durch die Möglichkeit einer zweiten Gruppenbildung hat die Stadt für die Gesamtkosten von 135 000 Euro einen Zuschuss über 33 000 Euro vom Bundesministerium für Familien erhalten.

Träger des Waldkindergartens ist die Spielwiese gGmbH, deren Geschäftsführerin Sabine Huck sich für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt bedankte. In Zukunft werden vier Erzieherinnen die Waldhummeln mit verlängerten Öffnungszeiten von 8 bis 14.30 Uhr betreuen. Damit erweitert sich das Familienangebot der Stadt, die zu 75 Prozent die Betriebskosten übernimmt. Mit einem Lied über Waldtiere drückten die Kleinen rhythmisch ihren Dank und ihre Freude aus: "Tok, tok, tok, tönt es durch den Wald" - der jetzt mit noch mehr Leben gefüllt sein wird.

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