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Kunst gepaart mit neuen Techniken
24.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - Die energetische Sanierung der Papiermacherschule schreitet voran. Derzeit sind die Handwerker mit den Dachabdichtungsarbeiten beschäftigt. Von der Modernisierung ihrer alten Schule können sich derzeit die Mitglieder der Vereinigung Gernsbacher Papiermacher (VGP) überzeugen, die seit Mittwochabend in der Stadt weilen. Gestern früh trafen sie sich zum Auftakt ihrer Jahrestagung im Pavillon des Papierzentrums in der Scheffelstraße.

60 Jahre gibt es die VGP mittlerweile. An die Anfänge im Jahr 1959 erinnerte der stellvertretende Vorsitzende Rudi Ewert in seiner Begrüßung. Er lobte den Standort Gernsbach als Wohlfühlzone, die längst zu einer zweiten Heimat für die Mitglieder geworden sei. Dieses Netzwerk, das dort einmal im Jahr zusammenkomme, "kann Google oder Instagram nicht ersetzen". Damit griff er einen wesentlichen Aspekt auf, den die weiteren Redner des Vormittags sowie die Referenten der Fachvorträge allesamt in ihre Beitrage haben einfließen lassen. Nämlich den der fortschreitenden Digitalisierung und dessen Folgen für die ganze Branche.

"Wir waren schon immer fixiert auf die Umsetzung der digitalen Welt in den Produktionsprozess", verwies Stephan Meißner auf die Innovationskraft, die dem Papierzentrum innewohne. Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Arbeitgeberverbände der Deutschen Papierindustrie (VAP) wagte einen Blick in die Zukunft und orakelte, dass sich viele Arbeitsplätze radikal veränderten beziehungsweise ganz wegfielen - wie etwa Kontrollrundgänge an den Maschinen, die künftig (oder jetzt schon) komplett durch Computer ersetzt werden. Auch die Wertschöpfungskette vor und nach der Produktion bis hin zum Vertrieb werde bald eine andere sein. Wie soll die Branche darauf reagieren? "Wir brauchen mehr hoch qualifizierte Mitarbeiter als bisher", meinte Meißner: "Das bedeutet auch ein Mehr an Aus- und Weiterbildung."

Neben Digitalisierung und künstlicher Intelligenz treibe die VAP derzeit insbesondere die Themen Bundesrahmentarifvertrag und Arbeitszeitflexibilisierung um. In beiden Bereichen stehe der Branche noch viel Arbeit bevor, kündigte Meißner an.

Das gilt auch für die aktuellen Meister-Absolventen, die gestern erst später zur Tagung hinzustoßen konnten, weil sie zu Beginn noch an einer Klassenarbeit saßen. Darüber informierte der Leiter der Papiermacherschule, Matthias Walter. Er ging besonders auf das Thema Ausbildung 4.0 ein, das für die Bildungseinrichtung vor allem bedeute, die Innovationskraft zu steigern, die Integration zu stärken und die Qualität weiterzuentwickeln.

Für die Stadt gratulierte Bürgermeister-Stellvertreterin Sabine Katz zum runden Geburtstag der VGP und verwies auf ihre persönliche enge Bindung an den Wertstoff Papier: Katz ist Buchhändlerin und Verlegerin und ihre Ur-Großmutter habe einst den Bierdeckel erfunden, nannte sie zwei Beispiele. Die Papierherstellung sei eine Kunst gepaart mit neuen Techniken. "Und diese tragen sie weiter von Generation zu Generation", würdigte Katz.

Weitere Grußworte sprach Andreas Seyffert, der Präsident der Schweizer Vereinigung Gernsbacher Papiermacher. "Noch nie war Wissen so unvermittelt verfügbar wie heute", ging auch er auf die Welt des Internets und seiner Möglichkeiten ein. Allerdings könne auch das Netz die Schlagwörter Fach- und Erfahrungswissen am Arbeitsplatz oder Lebenswissen und Weisheit nicht ersetzen, so Seyffert.

www.gernsbacher-meister.de

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