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Lärmgeplagte wollen sich Gehör verschaffen
03.06.2019 - 00:00 Uhr
Von Hans-Peter Hegmann

Murgtal - "Wir haben schon mehrere Aktionen durchgeführt und dabei immer wieder mit Bikern auf dem Parkplatz am Käppele gesprochen oder an exponierten Stellen Banner mit dem Hinweis auf krankmachenden Lärm aufgestellt - aber wir kommen damit einfach nicht weiter und brauchen die Hilfe der Politiker", berichtete der Loffenauer Bürgermeister Markus Burger am Samstag. Anlass war ein Halt der Aktionsfahrt "Fahren mit Spaß - Lärm ist out" in seiner lärmgeplagten Gemeinde.

Die vom Arbeitskreis Umwelt und Natur (AKU) aus Gaggenau organisierte Aktion war ein weiterer Schritt, um einerseits die Verursacher, aber auch die für die Durchsetzung der entsprechenden Lärmschutzvorschriften verantwortlichen politischen Gremien auf das nicht nur im Murgtal immer größer werdende Problem aufmerksam zu machen.

Burger versicherte. Motorradfahrer sollten weder diskriminiert noch ausgegrenzt werden: "Wenn die Vernunft siegen würde, wäre es ein großer Erfolg." Als ob er mit dieser Ansage nicht einverstanden sei, demonstrierte genau in diesem Moment ein Biker lautstark, wie "herrlich" er selbst bei großzügiger Einhaltung der Geschwindigkeitsvorschriften am Ortsausgang sein Spielzeug mit unnötig hohen Drehzahlen beschleunigen kann.

"Lärm ist nachgewiesen gesundheitsschädlich", war auch die Erkenntnis von Schülern des Albert-Schweitzer-Gymnasiums in Gernsbach und des Goethe-Gymnasiums in Gaggenau. Sie hatten die Möglichkeit, bei der Eröffnungskundgebung in Bad Rotenfels Ergebnisse ihrer im Rahmen des Physikunterrichts durchgeführten Untersuchungen zum Thema Schallwellen vorzustellen. Neben dem Schirmherrn, Oberbürgermeister Christof Florus, Bürgermeister Michael Pfeiffer (Gaggenau), sowie dem Bürgermeister von Loffenau waren die Bürgermeisterstellvertreter aus Kuppenheim und Weisenbach anwesend. Die Landesregierung repräsentierten die Landtagsabgeordneten Thomas Hentschel (Grüne) und Dr. Alexander Becker (CDU). Vertreter weiterer Initiativen in Staufenberg, Herrenwies, Baden-Baden und Forbach waren ebenfalls nach Gaggenau gekommen.

Hoffen auf

die Halterhaftung

Organisator Folker Hahn vom AKU präsentierte zum Auftakt noch einmal die konkreten Forderungen des Arbeitskreises: Einführung der Halterhaftung wie in anderen europäischen Ländern (auch eine Forderung der Polizei), Einhaltung der gesetzlichen Lärmgrenzwerte für Verbrennungsmotoren durch die Hersteller, effektive Kontrollen von Lärm und Geschwindigkeit durch Ordnungsorgane, Verbot von Auspuff-Klappensystem und "Sound-Design" bei allen Fahrzeugen sowie verkehrsberuhigende Maßnahmen.

Danach machte sich ein Korso mit 35 Pkw und zahlreichen Motorrädern auf die Rundfahrt durch die besonders lärmgeplagten Ortschaften Michelbach, Moosbronn, Bad Herrenalb, Loffenau, Gernsbach, Hörden und Ottenau. In Michelbach, wo einige Einwohner klatschend am Straßenrand standen, und in Gernsbach hatten die Sprecher der örtlichen Aktionsgruppen oder Bürger Gelegenheit, ihre Statements vorzutragen.

Vom zuständigen Polizeipräsidium Offenburg war der Leiter der Verkehrspolizeidirektion, Peter Westermann, mit mehreren Beamten und Fahrzeugen vor Ort, um die Fahrt abzusichern. Wie Westermann bei den jährlichen Motorrad-Präventionstagen der Polizei an der Schwarzwaldhochstraße (B 500) immer wieder betont, sei zur Eindämmung der hohen Unfallzahlen mit Motorrad-Fahrern, aber auch der Lärmbelästigung offensichtlich ein höherer Kontrolldruck erforderlich. Allerdings seien die Kontrollen "nicht unendlich" ausdehnbar, da die dafür erforderliche Ausstattung mit Personal nicht ausreichend vorhanden sei. Die Beamten erhielten übrigens zum Schluss der Veranstaltung von den Teilnehmern lautstarken Beifall für ihre umsichtige Unterstützung der Aktion.

Vie lleicht, so eine Überlegung, müssen die Bürger in Zukunft ihren Anspruch auf Schutz vor Lärm mit solchen Aktionen noch deutlicher zum Ausdruck bringen.

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