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Plätzchen für Sonnenanbeter
05.06.2019 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Allgemeine Zustimmung zu den städtischen Plänen - und hie und da Kopfschütteln über das Landratsamt. Das Murgufer soll aufgewertet werden, darüber war man sich im Gemeinderat am Montagabend einig. Lob gab es für die Pläne, neben der Flürscheimbrücke kleine Sonnenterrassen zu schaffen.

Eine "Abtreppung" heißt das Vorhaben im Fachjargon, erläuterte Elke Henschel, die Leiterin der Abteilung Umwelt. Die Murg solle erlebbar gemacht werden. Da die Murg aber als Gewässer erster Ordnung in der Zuständigkeit des Regierungspräsidiums liegt, musste man dort erst Überzeugungsarbeit leisten. Kleinere Treppen, dazu Podeste aus Kunststoffelementen, die auf großen Granitblöcken aufliegen: Eigentlich nichts Weltbewegendes, aber, so OB Florus: "Wir freuen uns alle."

Anregungen aus der Bevölkerung könne man noch entgegennehmen, versicherte Bürgermeister Michael Pfeiffer. An einen Kiosk sei aber nicht gedacht, entgegnete er auf eine Frage von Christina Palma Diaz (CDU). Schließlich, so Florus, sei es "schwer, einen Betreiber zu finden", und es gebe auch keinen Wasseranschluss.

Wasseranschluss bietet die Murg auf jeden Fall, aber keinesfalls zum Schwimmen - denn das sei in der Murg grundsätzlich verboten, betonte Pfeiffer.

In der Fraktionsrunde gab es Lob: "Tolle Sache", sagte Andreas Paul (CDU), "stellt sich die Frage, warum man das nicht schon früher gemacht hat?" Unverständlich sei es, "dass man uns das Leben so schwer gemacht hat", befand er mit Blick auf das Regierungspräsidium und verwies auf die Dreisam, die schon lange ein Erlebnisraum für die Freiburger sei. Paul versicherte: Diese Maßnahme an der Murg sei "nicht der letzte Schritt, den wir dort machen", und es sei durchaus denkbar, dass dort auch gastronomisch etwas geboten werden könnte.

Gerd Pfrommer (SPD) freute sich, dass man beim "Bohren dicker Bretter" hartnäckig geblieben sei. Nun müsse man darauf achten, dass es keine Schmuddelecke werde.

"Wir freuen uns schon, wenn die Umsetzung vollzogen sein wird", sagte Jan Stenger (FWG) und Eric Peplau (Grüne) befand: "Alles wunderbar", man habe keine naturschutzrechtlichen Bedenken.

Hundestrecke

als "FFH-Wiese"

Diese wurden seitens der Naturschutzbehörde im Landratsamt geäußert - bei einem Projekt ein paar hundert Meter flussabwärts: Der Verein Kindgenau möchte für sein Jugend- und Familienzentrum eine zwei bis drei Ar große eingegrenzte Sandaufschüttung im Murgvorland aufbringen. Start- und Landepunkt für die Kanufahrer, Nutzfläche für den offenen Treff des Jugendhauses, erläutert Kindgenau-Vorsitzender Dirk Böhmer auf BT-Anfrage. Man plane keine öffentliche Erlebnisfläche; die Hundebesitzer könnten weiterhin ohne nasse Füße im Murgvorland unterwegs sein, betont er.

Guter Dinge ist man auch im Rathaus, dass das Landratsamt seine "erheblichen Bedenken" gegen die Sandaufschüttung überdenken werde. Es handele sich, so die Naturschutzbehörde bislang, um eine Mähwiese im FFH-Gebiet. Auch bei Karolin Zebisch (CDU) und Gerd Pfrommer sorgt diese Sicht für Kopfschütteln. "Nicht wirklich" sei hier Mähwiese. Wer sich in Gaggenau auskennt, der weiß: Das Murgvorland in diesem Bereich ist Hundehaufen-Magistrale und damit alles andere als eine ökologisch wertvolle "Mähwiese".

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