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Nach 47 Jahren ist Schluss
Nach 47 Jahren ist Schluss
05.06.2019 - 00:00 Uhr
Forbach (kv) - Ein Geheimtipp ist der Wander- und Radtreff an der Winterhardt-Hütte schon lange nicht mehr. Nach fast fünf Jahrzehnten ist das Waldfest für viele Besucher fester Bestandteil im jährlichen Veranstaltungskalender und manche Feier in der urigen Hütte mitten im Wald unvergessen. Nun hat die Skiabteilung des TV Gausbach aber angekündigt, dass das Fest in diesem Jahr zum letzten Mal stattfinden wird.





"Wir haben einfach nicht mehr genug Helfer. Alle werden älter, auch der Pendelbus wird immer teurer", erklärt Manfred Mayer, seit vielen Jahren Chef der Skiabteilung und damit auch mit verantwortlich für das Fest an der Winterhardt-Hütte. "Wir bauen Freitag und Samstag auf, am Pfingstsonntag ist dann das Fest. Abgebaut wird montags und Restarbeiten sind am Dienstag. So viele Helfer haben wir nicht mehr." Zudem fährt seit Jahren ein Buspendelverkehr ab 13 Uhr die rund neun Kilometer zwischen der Festhalle und der Hütte, das Ganze werde immer teurer.

Schweren Herzens haben sich die Verantwortlichen der Skiabteilung dazu entschlossen, dass 2019 zum letzten Mal gefeiert wird. "Unser Fest war immer gut besucht und wir haben viel Stammpublikum", erinnert sich Mayer wehmütig. 1951 wurde die Skiabteilung ins Leben gerufen. Bald gab es erste Pläne für eine Hütte bei der Brainwiese als Vereinsheim und als Kameradschaftstreff für den jungen Wintersport in Gausbach. Der Traum von der eigenen Hütte blieb ein solcher. Die damals selbstständige Gemeinde bot der jungen Abteilung die Winterhardt-Hütte an. Diese wurde danach aus- und umgebaut. Der Ross-Stall, in dem früher Rücke- und Arbeitspferde untergestellt waren, wurde nicht mehr gebraucht.

Die Schutzhütte liegt heute am großen Heuhütten-Rundwanderweg. Überlegungen gab es in den 1970er Jahren, einen mobilen Skilift auf der Sonnenseite im Winterhardt zu installieren. Nach wie vor haben die Waldarbeiter Zutritt, die Skiabteilung hält Hütte und Umfeld im Schuss und achtet auf Sauberkeit. Schon in den 1960ern sorgte ein Wasserkraftrad für den nötigen Strom. Die Anlage ist allerdings längst verrottet und durch ein Benzinaggregat und Gasbeleuchtung ersetzt. Die urige Hütte wird liebevoll gepflegt und aufgehübscht, das fanden auch andere schön. Vor ein paar Jahren wurde das große Hirschgeweih vom Dachgiebel gestohlen.

Entstanden ist das Pfingstfest aus der Volkswanderbewegung des Turnerbunds, es wurde schnell zu einer festen Institution. Festbetrieb ist zwischen 10 und 18 Uhr. "Früher gab es kein Ende dort oben", Mayer muss noch heute schmunzeln, wenn er sich erinnert, wie das längst verstorbene Gausbacher Original Alois Striebich nach dem Fest nicht nach Hause kam und im Dorf große Aufregung herrschte, als montags festgestellt wurde, dass der Alois vermisst wird. Alle haben nach ihm gesucht und gesucht. Der Alois war Bundesbahn-Streckenläufer, so bewältigte er auch die weite Strecke bis nach Klosterreichenbach, wo man ihn schließlich zufrieden auf dem Pfingstmarkt (Sensenmarkt) entdeckte.

Der Treff an der Waldhütte ist gemütlich und rustikal, ein Heckenfest mit Kuchen, Bratwurst und Fleischkäse. Der Festbetrieb startet ab 10 Uhr am Pfingstsonntag, ab 13 Uhr fährt der kleine Zubringerbus diejenigen, die zur Hütte nicht gehen wollen oder können, und später auch wieder heim. Gegen 18 Uhr ist dann üblicherweise Schluss. Ob das beim letzten der legendären Feste auch so sein wird, das steht in den Sternen. Eines ist sicher: Das Waldfest wird vielen in sehr guter Erinnerung bleiben.

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