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Marlene Dietrich unter den Kaniden
Marlene Dietrich unter den Kaniden
25.06.2019 - 00:00 Uhr
Gernsbach (vgk) - Wenn Alfred Edmund Brehm noch leben würde, er würde sich über Fräulein Brehms Tierleben restlos begeistert zeigen. Sein Name, vor allem der Titel seines Buchs "Brehms Tierleben", ist zwischenzeitlich zu einem Synonym für populärwissenschaftliche zoologische Literatur geworden. Seinem Vorbild folgt Fräulein Brehms Tierleben: "... das einzige wissenschaftliche Theater der Welt für heimische bedrohte Tierarten". Am Sonntag war die Bühne zu Gast im Infozentrum Kaltenbronn. Auf dem Spielplan stand: "Canis Lupus- der Wolf".

Die Idee dazu hatte die Berlinerin Barbara Geiger. Sie ist die Erfinderin der Figur Fräulein Josefine Lobita Brehm sowie Autorin und Regisseurin der Theaterstücke, mit der sie eine artgerechte Wissensvermittlung verfolgt. Im Repertoire sind unter anderem: "Der Hering" ebenso wie "Der Regenwurm", "Die wilden Bienen", "Die Wildkatze" oder "Die Rauchschwalbe". Mit dem Wolf fing alles an. Er ist auch der Bestseller unter den Stücken, die von den zwölf "Fräuleins" bundesweit in Schulen oder Naturschutzzentren gespielt werden.

Das erzählte Rahel Wölfle, Schauspielerin und eine der Fräuleins. Die Freiburgerin ist seit einem Jahr festes Ensemblemitglied. Schauspiel studierte sie in Berlin. Auf das Theaterprojekt machte sie ihr Stiefvater, Forstdirektor in Freiburg, aufmerksam. Er kam als erster mit dem im Infozentrum präsentierten Stoff in Berührung. Überdies findet Wölfle, dass der Wolf ein spannendes Tier ist, das die Menschen beschäftige und zu Unrecht ein negatives Image habe. Damit schaffte es die Tierart auch in die Märchen.

Über jede Tierart, die auf die Bühne gebracht wird, wird zunächst genauestens recherchiert und praktische Feldforschung betrieben. Erst im Anschluss daran wird der Stoff zu einem theatralischen Ganzen gebündelt, die Neugierde weckt.

1904 ließ der letzte Wolf auf deutschem Boden sein Leben. Fast unbemerkt siedelte sich 1998 ein polnisches Wolfspaar in der Lausitz an. Canis Lupus, Isegrim, Graupelz, Gevatter Wolf, Rotkäppchenfresser - wie immer man ihn nennt, Alfred sagt: "Der Wolf hat die Gestalt eines hochbeinigen dürren Hundes, welcher die Lunte - den Schwanz - hängen lässt und ihn nie aufgerollt trägt; die Marlene Dietrich unter den Kaniden. Das Außergewöhnliche ist, dass das Tier sogenannte 24-Stunden-Augen hat. Er sieht somit am Tag und in der Nacht gleich gut."

Mit diesen einführenden Sätzen beginnt die rund 60-minütige Vorstellung, die mit zunehmender Dauer das Publikum immer mehr in den Bann zieht. Die Schauspielerin verwebt gekonnt wissenschaftliche Erkenntnisse über den Wolf mit Stilmitteln des Schauspiels, was auch seinen Reiz ausmacht. Wissensfakten bekommen auf diese Weise Farbe.

Auch das Publikum wird in die Vorstellung eingebunden. Ganz praktisch wird der eine oder andere Zuhörer zum Reh, um zu dokumentieren, wie der Wolf zur Regulierung des Wildbestands beiträgt. Auf diese Weise wird ein umfassendes Bild entworfen, in dem fast nichts fehlt. Auch der Schutz der Schafe kommt darin vor, indem Wölfle Schäfer Neumann zu Wort kommen lässt, wenn dem Wolf beim Anblick einer ungeschützten Schafherde das Wasser im Mund zusammenläuft.

Es fallen Sätze wie: "Wenn der Wolf nicht mit dem Menschen zusammenleben könnte, gäbe es, wenn man so will, keine Hunde - nicht einmal einen Dackel. Oder "wenn ein Reh durch das Dorf liefe, würden alle sagen: Schaut mal, ein Reh. Handelt es sich um einen Wolf, würde es heißen: Kinder, packt die roten Kappen weg."

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