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Rotwildbestand
Rotwildbestand
29.06.2019 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Weisenbach - Wozu ist eine Rotwildkonzeption erforderlich? Über dieses Thema referierte der Projektleiter Dominik Fechter von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg (FVA) im Weisenbacher Gemeinderat. Ziel der Konzeption sei die Erarbeitung eines auf wildtierökologischen und sozialwissenschaftlichen Grundlagen aufbauenden Plans für das Rotwildmanagement im Nordschwarzwald.





Als nächste Planungsregion möchte die FVA Baden-Württemberg Flächen links der Murg, die Planungsregion Nord-West, angehen. Darin enthalten wären Flächen des Nationalparks. Voraussichtlich sind Gemarkungsflächen von Baden-Baden, Bühl und Gernsbach sowie Weisenbach und Forbach betroffen. Die Fläche Weisenbach links der Murg ist bislang noch nicht als Rotwildgebiet bekannt. Ziele der neuen Konzeption sind folgende:

Limitierung von Wildschäden auf ein vom Grundeigentum toleriertes Maß

Berücksichtigung der Lebensraumansprüche des Rotwilds

Anpassung der Rotwilddichte

Erhalten attraktiver Jagdmöglichkeiten und des Jagdwerts

Schaffen eines Planungsinstruments für die touristische Entwicklung

Etablierung dauerhafter Managementstrukturen

Abstimmung des Rotwildmanagements im Nationalpark mit dem restlichen Rotwildgebiet.

Das Rotwildgebiet Nordschwarzwald ist mit rund 105 000 Hektar das größte der fünf Rotwildgebiete Baden-Württembergs und spielt für den genetischen Austausch der Tierpopulation in Baden-Württemberg eine zentrale Rolle. Weitere Rotwildgebiete sind im Südschwarzwald, im Odenwald, im Schönbuch und die Region Adelegg im Westallgäu.

Das hiesige Verbreitungsgebiet ist eingebettet in den Naturpark Schwarzwald Mitte-Nord und erstreckt sich über sieben verschiedene Landkreise. Der Nationalpark liegt mitten im Rotwildgebiet.

Rotwild ist eine raumbeanspruchende Wildart, deren Management großräumig erfolgen sollte. Rund 4 500 Tiere seien im Nordschwarzwald vorhanden, die Anzahl in den vergangenen 15 Jahren deutlich angestiegen, so eine Bestandsaufnahme. Diese werde mit Wildkameras beim Foto-Monitoring ermittelt, berichtete Fechter dem Gemeinderat.

Im Nordschwarzwald machen unterschiedliche Waldbesitzarten, uneinheitliche Jagd- und Fütterungspraktiken, ungelenkte touristische Aktivitäten und unterschiedliche Ziel- und Wertvorstellungen der beteiligten Personen ein großräumiges Rotwildmanagement notwendig, aber auch schwierig. Die Dringlichkeit eines großräumigen Managementkonzepts sei durch Entwicklungen in den zurückliegenden Jahren im Nordschwarzwald deutlich gestiegen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse dienen als Grundlage, so Fechter. Das Konzept wird in Abstimmung mit den Betroffenen erarbeitet, die Umsetzung ist freiwillig. Rechte der Grundeigentümer werden nicht beschnitten, verdeutlichte er.

Die Zonierung eines Rotwildgebiets wird in Verbreitungsgebiet, Hauptverbreitungsgebiet, Walderlebnisbereich und passiven Wildruhebereich eingeteilt, für die entsprechende Nutzungs- und Bejagungsregeln gelten. Die Entscheidung über die Mitwirkung und Zonierung liegt bei den Grundstückseigentümern. Das Einbeziehen von Gemeinderäten, Liegenschaftsverwaltung, Tourismusämtern oder Jagdpächtern sei möglich, erläuterte Fechter. Ebenso ein Verlassen der Konzeption, da alle Regelungen freiwillig getroffen werden.

Vorteile aus jagdlicher Sicht seien eine klare Zielsetzung und weniger zu ersetzende Wildschäden. Für touristische Maßnahmen gebe es vereinfachte Planungs- und Genehmigungsverfahren und : Das Rotwild könnte an Beobachtungsstationen "erlebbar " werden.

Der Gemeinderat befürwortete einstimmig den Vorschlag der Verwaltung, die Erarbeitung der Rotwildkonzeption Nordschwarzwald in der Modellregion Nord-West positiv zu begleiten.

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