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"Es ist ein kulturelles Erlebnis"
01.07.2019 - 00:00 Uhr
Gernsbach (vgk) - Die 112 automobilen Schätze auf der Murginsel waren auch dieses Mal bei der Schlossberg Historic wieder echte Hingucker. Als richtige Rarität unter den Old- und Youngtimern, die nach Gernsbach kamen, um an dem Motorsportevent teilzunehmen, erwies sich der Lagonda Rapier RS/C Baujahr 1937. Die Besucher, die schon am Sonntagmorgen den Streckenrand säumten, konnten sich über eine erlebnisreiche Gleichmäßigkeitsprüfung freuen.

Deren Beliebtheit in der Oldtimerszene zeigt sich daran, dass die meisten der Teilnehmer bereits zum wiederholten Mal auf der 3,2 Kilometer langen Strecke, mit Startpunkt an der Ebersteinbrücke und Ziel beim Straßendenkmal in der Oberen Schlossstraße, unterwegs waren. Geschwindigkeit wird zur Nebensache, denn es handelt sich, um ein Gleichmäßigkeitsrennen, mit dem vor 16 Jahren der AC Eberstein an den Start ging. Der Verein schreibt: "Bei dieser Veranstaltung kommt es nicht auf das Erzielen von Höchstgeschwindigkeit oder Bestzeiten an. Die schnellere Zeit ist kein Bewertungskriterium im Vergleich zu anderen langsameren Zeitvorgaben."

Nicht wenige der Starter konnten eine Premiere feiern. Zum ersten Mal dabei waren unter anderem Viktoria Felder (Pilotin), die frischgewählte Gemeinderätin, und Tina Dingeldein (Co-Pilotin) in der Mercedes S-Klasse W 111 Cabrio, dem Fahrzeug des Vaters von Felder. "Es ist ein kulturelles Erlebnis", zeigte sie sich begeistert von der Atmosphäre entlang der Rennstrecke und im Fahrerlager.

Die Schlossstraße genau kennt Heinz-Jürgen Schmidt aus Sinzheim. Einen ersten Auftritt hatte dort hingegen sein Lotus Europa S 2 Baujahr 1970 mit 80 PS, Mittelmotor. Dieser macht ihn zu einem echten Zweisitzer und, wie der Name vermuten lässt, ist das Auto ein echter Europäer mit einem Motor von Renault, Aufhängung und Bremsen steuerte der frühere englische Autobauer Triumph bei.

Alte Hasen auf dem Straßenkurs sind hingegen Gerlinde und Günther Mergenthaler in ihrem Lancia Fulvia Berlina mit 87 PS unter der Haube, Baujahr 72, aus Backnang. Seit zehn Jahren kommen sie nach Gernsbach. Mergenthaler erzählt, dass er auf die Veranstaltung während eines Arbeitsaufenthalts in einer der im Murgtal ansässigen Papierfabriken aufmerksam wurde. Nach einem Sonntag an der Rennstrecke beschloss er, anlässlich seines 60. Geburtstags selbst mitzufahren. Seitdem lässt die Schlossberg Historic das Ehepaar nicht mehr los.

Es ist das präzise Fahren, die im Testlauf vorgelegte Zeit in den nachfolgenden zwei Wertungsläufen auf ein Hundertstel genau zu treffen, was so großen Spaß macht, erzählt der Besitzer eines knallroten MG, Baujahr 67, von der Faszination des Rennens.

Zu jedem Young- oder Oldtimer ließe sich eine Geschichte erzählen. Sie präsentierten friedlich aufgereiht nebeneinander, der NSU Prinz neben Porsche, Opel GT oder Mini. Viele der Fahrzeuge sind noch im Originalzustand erhalten, andere hingegen wurden für ihre Rennauftritte einer Modifizierung unterzogen. Für einen großen Teil des Publikums standen die technischen Details im Blickpunkt des Interesses, andere wiederum erfreuten sich einfach nur an den schmucken Karosserien.

Die Ausschreibung des Events erfolgt bereits im Januar. Rund 60 Personen sind während der beiden Tage im Einsatz. Etwa 30 Helfer schieben am Renntag entlang der Strecke Dienst, erzählt im BT-Gespräch Fahrtleiter Johann Steinberger. Auf sein Zeichen hin wird die Strecke für die Fahrzeuge freigegeben.

Der Samstag ist in der Regel der Anreise, der Überprüfung der Fahrzeuge, Startnummernvergabe und Einteilung der drei Startgruppen vorbehalten. Neu in diesem Jahr ist eine Vereinfachung der Regularien, erzählt Rainer Brückner, Vorsitzender des Automobilclubs. Autos, die eine Straßenzulassung besitzen, waren erstmalig vom Fahrzeugcheck ausgenommen. Dies betrifft rund zwei Drittel aller Teilnehmer-Fahrzeuge, führt Brückner aus. Der Rest, ohne gültige Straßenzulassung, hatte sich der Papierabnahme zu unterziehen.

Gestartet wird im Abstand von rund einer Minute. Im Rahmen des ersten Laufs wird die Referenzzeit ermittelt. In den darauffolgenden zwei Läufen ist es die Aufgabe des Fahrers, diese Vorgabe sekundengenau wieder zu treffen, ansonsten gibt es Punktabzug. Der permanente Blick des Beifahrers auf die Stoppuhr ist dabei unerlässlich.

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