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Höllisch gutes Sagen-Musical
Höllisch gutes Sagen-Musical
01.07.2019 - 00:00 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Gernsbach - Gerockt, gerappt, getanzt und gesungen - so machen Sagen Spaß. Einen Knaller landeten die beiden siebten Klassen, mit Unterstützung aus den achten Klassen, der Von-Drais-Gemeinschaftsschule am Freitagabend in der voll besetzten Stadthalle unter dem Motto "800 Jahre sagenhaftes Gernsbach". Zum Schluss durften sich die Schüler über minutenlangen Beifall und Zugaberufe freuen.

Regie und Textfassung lagen in den Händen von Musiklehrer Markus Dahringer. Rund ein Jahr hatten sich die Klassen mit dem Thema auseinandergesetzt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, eine passende Geschichte zu finden, machte dann die Sagenwelt des Murgtals das Rennen.

Als der Inhalt des Musicals gefunden war, wurden Castings abgehalten und es wurde fleißig für den Erfolg geprobt. Jede freie Minute, die die Schüler und ihr Lehrer neben dem Unterricht erübrigen konnten, wurde auf das geplante Ereignis verwendet.

"Es war einmal" - ein Marktflecken der sich vor 800 Jahren anschickte, eine Stadt zu werden. Eine Stadtmauer umsäumte die Häuser, davor erstreckten sich dunkle Wälder, düster und mysteriös. Ob die Menschen, die innerhalb der Stadtmauern wohnen, gut oder böse sind? Darüber entspann sich ein pointiertes Streitgespräch zwischen einem Engel und einem Teufel, jeder auf seinem Felsen stehend.

Rund 45 Schülerinnen und Schüler rollten die mystischen und oftmals gruseligen Sagen, die rund um die Stadt entstanden, auf begeisternde Weise auf.

Mit dem Eintreffen der in unschuldiges Weiß gewandeten Engel und der in knalligem Rot auftretenden Teufel änderte sich die Stimmung in der Halle. Jedwedes Gerede verstummte sofort und es herrschte gespannte Aufmerksamkeit, begleitet von schallendem Gelächter. Spielspaß ließ den Funken sofort überspringen.

Auf der Leinwand hinter den Akteuren loderte Höllenfeuer oder es war lieblich weißblauer Himmel zu sehen. Auch das Streitgespräch wurde in Echtzeit auf die Projektionswand übertragen und zur Collage verarbeitet, was dem Spektakel zusätzlichen Schwung verlieh.

Es war viel Musik im Spiel. Neben einigen Queen-Titeln und Liedern deutscher Singer/Songwriter, versehen mit neuen passenden Texten, spielten auch Erzählweise und Darbietung eine große Rolle für den umwerfenden Erfolg, den die dreizehn- bis vierzehnjährigen Ensemblemitglieder für sich reklamieren konnten.

Das Gute und das Böse lieferten, vom Intro bis zum Schluss, eine höllisch gute Performance ab.

Vom "Klingele"

zum Grafensprung

Mit Esprit und Charme wurde die Sage von der Entstehung der Klingelkapelle auf den Punkt gebracht. Wie jeder weiß, zumindest wenn er im Murgtal zu Hause ist, wird erzählt, dass an der Stelle der Kapelle einst ein Klausner vom Teufel in der Gestalt eines lieblichen Weibes verführt wurde. Zum Dank für Gottes Hilfe, der in höchster Gefahr ein Glöckchen klingen ließ, soll das Kirchlein errichtet worden sein.

Die Sage von der Gräfin von Eberstein, "Ich bin ja so gemein", geriet zum Hit. Der Rockert-Wald auf der dem Schloss gegenüberliegenden Murgseite hatte es ihr angetan. Um diesen in ihren Besitz zu bringen, schreckte sie auch vor einem Meineid nicht zurück. Noch heute soll dort ihr Geist ruhelos zwischen den Tannen umher wandeln.

In die musikalischen Erzählungen einbezogen wurde auch die Überlieferung von der "Teufels- und Engelskanzel". Als Letztes sprang noch Graf Wolf von Eberstein, in höchster Not und bedrängt von Eberhard III. von Württemberg, in die Murg. Deshalb wird der Felsen unterhalb des Schlosses auch Grafensprung genannt.

Zum Schluss rockten die Teufel in schönster Eintracht mit den Engeln und allen Beteiligten zu den Klängen von "We will rock you" (Queen). In ihren Rollen glänzten: Laura Günther (Engel), Wayne Schindelwolf (Teufel, Sänger), Maria Arman (Teufel, Sprecher), Jessica Balke (Weib), Celina Mohr (Gräfin), Johann Münden (Richter), Semin Wal ter (Klausner), Daniel Kast (Graf von Eberstein) und Simon Seyfried (Graf von Württemberg) sowie alle Tänzerinnen und Tänzer.

"Ich bin stolz darauf, Schulleiterin dieser Schüler und Lehrer zu sein", sagte am Ende des heiteren und mit Spielwitz präsentierten Musicals Felicitas Heck anerkennend. Überdies dankte sie allen, die ebenfalls zum Gelingen des Musicalabends beitrugen. Eine Wiederholung der Show ist ob des Erfolgs nicht ausgeschlossen, führte Markus Dahringer im Gespräch aus.

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