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Gerade einmal eine Stimme mehr als absolut notwendig
02.07.2019 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Weisenbach - Gerade einmal vier Stimmen machten den Unterschied: 670 Bürger entschieden sich für Daniel Retsch, 666 für Christoph Kist. Zur Bestätigung ließ Walter Wörner, Hauptamtsleiter und Mitglied des Wahlvorstands, am Sonntagabend die Stimmen ein zweites Mal auszählen, "mit dem gleichen Ergebnis wie bei der ersten Zählung". So einen hauchdünnen Vorsprung im einstelligen Bereich habe es in den vergangenen mindestens 30 Jahren bei einer Bürgermeisterwahl im Landkreis nicht gegeben, bestätigte Landkreis-Presse sprecherin Gisela Merklinger auf BT-Anfrage.

Das Ergebnis ist denkbar knapp. Im ersten Wahlgang gewählt ist der Bewerber, der mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhalten hat. Bei den 1 337 Stimmen vom Sonntag in Weisenbach sind die rechnerische Hälfte 668,5. Retsch wäre also auch mit 669 Stimmen gewählt gewesen; mit seinen 670 hat er eine mehr, als er zum Sieg hätte bekommen müssen, erläutert Manfred Pfeifer vom Kommunal- und Rechnungsamt im Landratsamt in Rastatt.

Den Bezirk Weisenbach rechts der Murg konnte Retsch mit 165 Stimmen (Kist 142) für sich entscheiden, ebenso links der Murg mit 261 Stimmen (Kist 211). In Au lag Kist mit 184 Stimmen (Retsch 77) vorne. Die Entscheidung brachte die Briefwahl mit 167 Stimmen für Retsch und 129 für Kist.

Wörner dankte den Helfern für die zweite Auszählung, "alle haben trotz der tropischen Temperaturen mitgezogen." Wie es zeitlich weitergehe, werde in den kommenden Tagen besprochen. So müsse geklärt werden, wann Daniel Retsch sein neues Amt antrete. Wörner rechnet damit, dass es im September so weit sein könne.

Die Stimmung im Gemeindehaus sei sehr positiv und die Bürger seien sehr fair gewesen, blickte Daniel Retsch am Montag auf den emotionalen Wahltag zurück. Der Blick sei nun nach vorne gerichtet. Bereits gestern Abend holte Retsch der Alltag wieder ein: Im Sasbacher Rathaus fand die konstituierende Sitzung des Gemeinderats statt. Für seinen Dienstantritt im Murgtal rechnet er mit dem September.

"Das erwartete knappe Ergebnis ist eingetreten, vier Stimmen haben entschieden. Zum Thema Abschreiben der Unterlagen will ich mich nicht äußern. Die Bürger haben die Möglichkeit gehabt, sich zu informieren", lautete der Kommentar von Christoph Kist am Wahlabend angesichts der knappen Niederlage. "Die Enttäuschung ist groß, ich akzeptiere das Ergebnis, wie es ist", so Kist am Montag: "Ich kehre in mein bisheriges Leben zurück." Großen Rückhalt erhalte er von Familie und Freunden. Ob er sich für einen weiteren Bürgermeisterposten bewerben wolle, sei völlig offen. "Ich werde sehen, was die Zukunft bringt."

Gernsbachs Bürgermeister Julian Christ gratulierte Daniel Retsch im Namen der Verwaltungsgemeinschaft Gernsbach, Loffenau und Weisenbach. Er sprach Kist Mut zu: "Ich weiß, wie es ist, wenn man eine Wahl verliert." Er habe selbst eine Wahl 2016 in Friesenheim in der Ortenau verloren. "Geben Sie den Mut nicht auf", ermunterte er Kist.

"Es war abzusehen, dass es sehr knapp wird. Aber in einem Monat fragt keiner mehr, wie knapp es war. Beide Kandidaten sind sehr bürgernah, die Weisenbacher und Auer hatten eine tolle Wahl gehabt", kommentierte Gaggenaus OB Christof Florus den Ausgang.

Landrat Toni Huber dankte den Mitarbeitern der Verwaltung und Bürgermeister-Stellvertreter Uwe Rothenberger für deren Arbeit in den vergangen Monaten. Thomas Holler, Pfarrer der Seelsorgeeinheit Forbach-Weisenbach, freut sich auf eine gute Zusammenarbeit. Beide Kandidaten seien auf die Kirche zugekommen. Er gratulierte auch im Namen von Pfarrerin Margarete Eger.

Rudolf Fritz, Vorsitzender des Seniorenrats: "Ich freue mich über die Wahl. Daniel Retsch ist ein Experte, der die bislang gute Arbeit in Weisenbach weiterführen wird. Ich hoffe, dass das Wohl der Gemeinde im Vordergrund stehen wird." "Ein solch knappes Ergebnis habe ich nicht erwartet", bilanzierte Adi Marxer, ehemaliger Rektor der Johann-Belzer-Schule. Für die Weisenbacher und Auer Vereine gratulierte Andreas Strobel.

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