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Versuchter Mord und viele Fragen
Versuchter Mord und viele Fragen
06.07.2019 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gernsbach - Schwarz verkohlt ragt das Dachgebälk in den blauen Himmel, das weiß-rote Absperrband der Polizei vor der Eingangstür flattert leicht in der Nachmittagsbrise. Sie kann den Brandgeruch nicht restlos vertreiben, der sich über den Hinterhof in der Beethovenstraße gelegt hat. Völlig ausgebrannt ist die bewohnte Scheune am frühen Freitagmorgen. Brandstiftung gilt als Ursache, der mutmaßliche Täter hat sich gestellt - doch über dessen Motive, die Hintergründe, schweigen sich die Behörden aus.

Dabei es geht um ein böses Verbrechen: Besonders schwere Brandstiftung und versuchten Mord werfen die Behörden dem Verdächtigen vor. Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs, so die Polizei, haben sich im nun zerstörten Gebäude noch zwei Personen aufgehalten, die sich allerdings unversehrt ins Freie retten konnten. Durch das Feuer wurde niemand verletzt.

Noch in der Tatnacht habe sich ein 26 Jahre alter Mann einem Zeugen als Verantwortlicher des Feuers zu erkennen gegeben, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft Baden-Baden gestern Nachmittag. Der Zeuge habe umgehend die Polizei informiert. Beamten des Polizeireviers Gaggenau haben den Verdächtigen dann festgenommen.

"Nach bisherigem Ermittlungsstand dürften die Hintergründe der Brandstiftung auf Differenzen im persönlichen Bereich zurückzuführen sein", schreibt das Polizeipräsidium Offenburg in einer Pressemitteilung. Der 26-Jährige habe in einer ersten Vernehmung die Tat eingeräumt und wurde am Freitagvormittag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Baden-Baden einem Richter vorgeführt.

Der zuständige Richter folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und erließ Haftbefehl gegen den 26-Jährigen. Er wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Der Brandort ist aktuell noch beschlagnahmt. Der Brandschaden wird derzeit auf 100 000 Euro geschätzt.

Keine Angaben

zu den Beteiligten

Um 1.45 Uhr in der Frühe hatten Anwohner der Beethovenstraße via Notruf einen brennenden Dachstuhl gemeldet. Beim Eintreffen von Feuerwehr und Polizei stand das Dach in Vollbrand. Lediglich das Dachgeschoss der Schopfs war bewohnt. Dessen Grundriss umfasst etwa acht mal fünf Meter. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen des Feuers auf angrenzende Gebäude verhindern. Doch es war kein leichter Einsatz für die Gernsbacher Feuerwehr: Das Hinterhofhäuschen steht in unmittelbarer Nähe von bewohnten Nachbargebäuden.

Die Schäden sind so gravierend, dass der Schopf wahrscheinlich abgerissen werden muss, vermutete die Polizei gestern. Über den Stand der Ermittlungen beim Kriminalkommissariat in Rastatt gibt die Pressestelle kaum Informationen heraus. Auf Nachfrage wird darauf hingewiesen, dass man die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen wahren wolle. So heißt es zwar im Umfeld des Tatorts, dass Täter und Opfer nur vorübergehend in der Scheune gehaust haben sein sollen, doch auch dazu geben die Behörden keine Informationen, ebensowenig über Geschlecht, Alter und Herkunft der Opfer. Eine behördliche Unterbringung oder die Suche nach einer Unterkunft sei allerdings nicht notwendig.

Auch zur Person des 26-jährigen mutmaßlichen Täters gibt es keine Auskünfte. Er gehöre aber nicht zur Familie der Brandopfer und habe bei der Brandstiftung wissentlich in Kauf genommen, dass die zwei Personen im Haus sind. Auch über die Ursache des Streits, der zu der Handlung führte, gibt es keine Informationen.

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