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Ceviche vom Zander mit Staufenberger Erdbeeren
Ceviche vom Zander mit Staufenberger Erdbeeren
10.07.2019 - 00:00 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Gernsbach - Deftiger Kesselkohl, Maronenmus, Schweinsragout mit Linsen oder Ceviche vom Zander (roh mariniertes Zanderfilet) mit Staufenberger Erdbeeren: Das hört sich nicht nur gut an, das schmeckt auch gut, wie der Autor des Kochbuchs "Kesselkohl und Kirschenplotzer", Alexander Hoff, versichert. "Schon wieder ein Kochbuch", könnte so manch einer jetzt denken, doch damit liegt derjenige falsch. Es ist nicht das x-te Kochbuch für den Schrank, das jetzt im Katz-Verlag erschienen ist, sondern es ist weit mehr als das. Es ist ein kulinarischer und unterhaltsamer Streifzug durch 800 Jahre Gernsbacher Geschichte.

"Liebe geht durch den Magen, sagt man - und das stimmt! Wie kein anderer Sinn löst der Geschmackssinn unmittelbar Emotionen aus." Düfte erinnern an Kindertage, den Besuch der Großeltern, das Altstadtfest, eine Geburtstagsfeier oder fröhliche Grillabende in lauen Sommernächten, steht im Vorwort zu lesen - und recht hat der Kochbuchschreiber. Er geht mit seinem Konzept einen Schritt weiter und verbindet die Rezepte aus acht Jahrhunderten, fein säuberlich nach Epochen strukturiert, mit Geschichten und Bildern. Manches wird Hobbyköchinnen oder -köchen beim Nachkochen zunächst fremd und ungewöhnlich vorkommen, davon sollte man sich jedoch nicht entmutigen lassen. Im Mittelalter oder in der Renaissance pflegten die Menschen eben andere Koch-Traditionen. "Wir haben die Rezepte modifiziert", betont Hoff bei der Buchvorstellung im Verlag. Jedes Kapitel wird mit einer Geschichte mit Bezug zu Gernsbach oder dem Murgtal eingeläutet.

Zwei Leidenschaften des Autors trugen letztendlich zum Entstehen des Buchs bei: die Passion fürs Kochen und für Geschichte. Von der ersten Idee bis zur fertigen Publikation dauerte es rund ein halbes Jahr. Das liegt nicht zuletzt daran, dass jedes Rezept zuvor ausprobiert wurde. Kaum waren die Gerichte auf dem Teller - und noch vor dem Servieren -, hatten diese ihren großen Auftritt vor der Kamera von Matthias Käser, dem Fotografen.

Bei jedem Bild lohnt es sich deshalb, genauer hinzuschauen. Sind diese einem geschichtlichen Zeitraum zugeordnet, ist ein Detail immer das Gleiche, wie zum Beispiel Holzscheite und Holzspäne, dann dreht sich das Kapitel um Heustadeln und Knödelküche, um Holzwirtschaft, Flößerei und mancherorts auch Bergbau. Auf dem Kirschenplotzer tummeln sich Revolutionäre, die preußischen Zinnfiguren mit aufgepflanzten Bajonetten gegenüberstehen. "Es macht auch Freude, sich die Bilder anzuschauen", meint Verlagschefin Sabine Katz.

Die badische Küche vereint viele Kochströmungen. Spezialitäten der Heimatvertriebenen, die sich nach dem Krieg im Murgtal niederließen, fanden ebenso Eingang, wie italienische, griechische oder kroatische Kochtraditionen. Letztere umwarben die Kochtöpfe des Tals, als Arbeiter aus den südlichen Regionen Europas in den 1960er Jahren ihre Arbeit in den hiesigen Fabriken aufnahmen und im Murgtal ansässig wurden.

Doch auch Kulinarik aus den beiden Städtepartnerschaften, dem französischen Baccarat und dem italienischen Pergola, finden in dem Werk ihren Niederschlag - unter anderem mit Quiche Lorraine und Ravioli con Tartufi.

Buchpremiere



mit Kostproben

Die offizielle Buchpremiere findet am Dienstag, 6. August, um 19 Uhr als "Kulinarische Kostproben aus Gernsbachs Küchen" in den Zehntscheuern statt. Für das Menü werden Gerichte aus vier Epochen ausgewählt.

Eine Anmeldung zu diesem kulinarischen Abend ist erforderlich. Karten zu 35 Euro sind in der Bücherstube erhältlich unter (0 72 24) 4 01 33 oder per E-Mail an info@buecherstube-gernsbach.de.

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