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Krippenplätze: Stadt sucht intensiv nach Lösungen
Krippenplätze: Stadt sucht intensiv nach Lösungen
13.07.2019 - 00:00 Uhr
Gernsbach (stj ) - Ein wesentlicher Punkt der nächsten Gemeinderatssitzung (Dienstag, 16. Juli, ab 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses) ist die Suche nach weiteren Krippenplätzen. Weil die Stadt den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für unter Dreijährige derzeit nicht erfüllen kann, hat sie mögliche Lösungsansätze überprüft. Erster Vorschlag: die Einrichtung einer Kinderkrippe im städtischen Wohnhaus Jahnstraße 7.

Dort können laut Sitzungsvorlage 18 dauerhafte Krippenplätze geschaffen werden, die grob geschätzte Umbaukosten in Höhe von circa 300 000 Euro erfordern. Aus dem Investitionsprogramm Kinderbetreuungsfinanzierung sei eine Förderung von bis zu 126 000 Euro möglich, informiert die Stadt. Die Immobilie wird aktuell noch als Anschlussunterkunft für eine Flüchtlingsfamilie genutzt, für die man jedoch bereits adäquaten Ersatz in Lautenbach habe finden können. Weil das aktuelle Defizit an Kleinkinderbetreuungsplätzen bei 44 liegt, hat die Stadt weitere Möglichkeiten ins Auge gefasst:

Einrichtung einer Interimskrippe auf einem leer stehenden Grundstück in Modulbauweise: Diese "Container"-Lösung wird von einigen Kommunen genutzt, verursacht aber Mietkosten in Höhe von rund 10 000 Euro im Monat (zuzüglich Kosten für Lieferung, Montage und Herrichten des Grundstücks). Für eine zweijährige Nutzung liegen die Kosten laut Stadtverwaltung bei rund 340 000 Euro, weshalb diese Variante für Gernsbach nicht infrage komme.

Temporäre Nutzung von Vereinsräumen: Die Räumlichkeiten des Turnvereins Gernsbach im Sonnengarten sind schon einmal übergangsweise für die Kinderbetreuung verwendet worden. Weil der TVG sein Objekt aber selber nutzen möchte, scheidet es aus. Weitere Vereinsheime seien ebenfalls nicht für eine alleinige Nutzung als Kindertagesstätte verfügbar oder ausreichend groß.

Parkplätze oft



ein Problem

Umbau und Wiederinbetriebnahme Kindergarten Reichental: Der ehemalige Kindergarten steht leer und gehört der Stadt. Allerdings wären für die Nutzung als Krippe erhebliche Umbaumaßnahmen erforderlich - unter anderem müssten Schlafräume und kindgerechte Sanitärräume geschaffen werden. Die Stadt geht dafür von Kosten in Höhe von rund 100 000 Euro aus. Hinzu kämen circa 60 000 Euro für die Herstellung von Parkplätzen. Für die Reichentäler Kinder fährt ein Taxi nach Hilpertsau, was jährlich 46 000 Euro kostet. Ähnlich dürfte die Summe ausfallen, die für ein Shuttleservice nach Reichental einzukalkulieren seien. Da die Kinderzahlen in Reichental sehr niedrig sind (derzeit vier Kinder zwischen ein und drei Jahren), könnte die Wiederinbetriebnahme des örtlichen Kindergartens nur eine Interimslösung sein, wofür es keine Zuschüsse gibt. Deshalb sei von dieser Variante abzusehen.

Gemeindehaus Paulusgemeinde Staufenberg: Wie berichtet, denkt die evangelische Kirchengemeinde über den Verkauf des Gemeindehauses in Staufenberg nach. Das Untergeschoss könnte angemietet werden. Dies wäre laut Stadt eine mittelfristige Variante, die im Rahmen der anstehenden Bedarfsplanung weiter geprüft wird. Der kurzfristige, dringliche Bedarf könne dort jedoch nicht komplett abgedeckt werden.

Karl-Barth-Haus: Die evangelische Kirchengemeinde beabsichtigt, das Karl-Barth-Haus zu verkaufen (wir berichteten). Diese Variante scheidet aber aus, weil keine Außenspielflächen und keine Parkplätze vorhanden sind, erklärt die Stadt.

Die Verwaltung aktualisiert derzeit den Kindergartenbedarfsplan, der in Kürze im Gemeinderat vorgestellt werden soll. Die aktuellen Bedarfszahlen zeigen für Gernsbach, dass etwa die Hälfte der Kinder im Alter zwischen ein und drei Jahren einen Betreuungsplatz benötigen. Das bedeutet einen Platzbedarf von 142; derzeit vorhalten kann die Stadt nur 98.

Selbst die in Arbeit befindliche Erweiterung des Kindergartens Fliegenpilz, wo ab Herbst 2020 insgesamt 30 Krippenplätze zur Verfügung stehen sollen, reicht also nicht aus, um dem Rechtsanspruch der Eltern vollends gerecht zu werden. Zusammen mit dem Angebot in der Jahnstraße aber schon, weshalb die Verwaltung dem Gemeinderat empfiehlt, das Haus entsprechend herrichten zu lassen. Über die Frage der Trägerschaft der Einrichtung sei dann gesondert zu entscheiden, informiert die Stadt weiter. Man werde diesbezüglich ergebnisoffen alle Möglichkeiten prüfen und zur Beschlussfassung vorlegen.

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