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Städtischer Neubau in schwierigem Terrain
Städtischer Neubau in schwierigem Terrain
16.07.2019 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Wieder einmal haben sich Anwohner eines städtischen Wohnbauprojekts an das Regierungspräsidium gewandt. Durch die Arbeiten für ein neues Mehrfamilienhaus in zweiter Reihe in der Jahnstraße 11 a werde die Nachbarschaft gefährdet - so lautet der Tenor eines Schreibens von Walter Bauer im Namen der besorgten Anwohner. Das RP solle prüfen, ob ein Baustopp verhängt werden kann.

"Schwerste Bedenken" habe man nicht nur wegen der Statik, sondern auch wegen der umliegenden Gebäude. Denn die Standfestigkeit des Krans sei nicht gegeben: Die Erde unterhalb des Baukrans habe sich abgesenkt. Es sei nicht auszuschließen, dass dies durch das Abpumpen von Stau- und Grundwasser bedingt ist. Mit Sorge beobachte man, dass große Betonringe versenkt und ein großes Fundament ausgegossen werde, damit die Standfestigkeit des Krans gewährleisten sein soll.

"Wer garantiert die Sicherheit und kann das Verhalten des Untergrunds beurteilen, dem man seit zwei Wochen das Grundwasser wegpumpt und der offensichtlich reagiert?", fragt Walter Bauer in einem Schreiben an das RP. Darüber hinaus habe man nach wie vor keine rechtsgültige Zusage von der Bauherrin, dass zu befürchtende Schäden abgewickelt und reguliert würden.

Bereits am Montag, 24. Juni, hatte sich ein Bagger im Schlamm der Baugrube festgefahren und musste herausgeschleppt werden, geben die Anwohner weiter zu bedenken. In der Nachbarschaft wurde dieser Vorfall als Beweis gewertet für die hohe Menge an Stau- und Grundwasser, die auch im Sommer im Boden sei. Dieses Wasser werde künftig durch den neuen Baukörper verdrängt - zu Lasten der Nachbarhäuser.

Auf BT-Anfrage betont die Stadtverwaltung: "Dass sich der Bagger festgefahren hat, steht nicht im Zusammenhang mit der Grundwasserhaltung, sondern ist insbesondere den Witterungsverhältnissen sowie der Bodenbeschaffenheit vor Ort geschuldet." So habe es am Abend des 22. Juni in Gaggenau einen starken Platzregen gegeben: "Das Regenwasser muss daher erst einmal versickern, was montags aufgrund der Bodenbeschaffenheit und des kurzen Zeitraums offensichtlich noch nicht gänzlich erfolgt ist." Die Nutzung eines Radbaggers habe sich auf dem sandigen Schluff beziehungsweise dem teils lehm- und tonhaltigen Boden in Verbindung mit dem starken Platzregen im Nachhinein als ungeeignet erwiesen, erläutert die Stadtverwaltung: "Anstelle eines Radbaggers hätten die Aushubarbeiten besser mittels eines Raupenbaggers durchgeführt werden sollen."

Standsicherheit des Krans ist nachzuweisen

Darüber hinaus aber verweist die Stadtverwaltung nochmals auf das geotechnische Gutachten der GHJ Ingenieurgesellschaft für Geo- und Umwelttechnik vom November 2016: "Ein Anstieg des Grundwassers aufgrund des Neubaus ist laut Gutachten nicht gegeben. Durch unseren Baukörper wird kein Stau- beziehungsweise Grundwasser zu Lasten der Nachbarhäuser verdrängt."

Zu der jüngsten Beschwerde wegen des Krans betont das Rathaus: "Tatsache ist, dass der ursprünglich vorgesehene Kranstandort nicht genutzt werden konnte, da er zu nahe an der Böschung gestanden wäre und damit die Standsicherheit nicht gewährt werden konnte. Aufgrund der Enge der Baustelle war es nun notwendig, die Aufstellfläche des Kranes zusätzlich zu befestigen, um die Sicherheit zu gewährleisten."

Die Baurechtsbehörde habe die Situation vor Ort überprüft. Ergebnis: "Vor Beginn des Kraneinsatzes ist nun ein statischer Nachweis über die Standsicherheit zu führen und der Baurechtsbehörde vorzulegen. Im Rahmen des Ortstermins wurde festgestellt, dass es keine wesentlichen Abweichungen von den beantragten Plänen gibt." Bei der Baugrubenabsicherung wurde der städtischen Wohnbaugesellschaft allerdings aufgegeben, dass die während der Arbeiten über wenige Tage vorhandenen Böschungen zum Schutz vor Niederschlägen durch eine Folie geschützt werden müssen.

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