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Stellplatzfrage ist entscheidend
Stellplatzfrage ist entscheidend
19.07.2019 - 06:25 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Nicht nur 18 Wohnungen sollen entstehen, auch das Erscheinungsbild der Innenstadt würde aufgewertet: Der ehemalige Möbel-Eisenhöfer, zuvor Kaufstätte, soll aufgestockt werden. Vor gut einem Jahr hat der Gemeinderat die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen; seither hat man von dem Vorhaben nichts gehört, nun ist es am Montag erneut im Gemeinderat. In öffentlicher Sitzung geht es ums Planungsrecht und dabei um eine wichtige Detailfrage: die Auto-Stellplätze.

Alles andere als eine Schönheit ist der Betonklotz an der Ecke Hauptstraße / Theodor-Bergmann-Straße. Von drei auf vier Etagen aufgestockt und aufgehübscht soll das Gebäude werden. Als Investor will die Riverside Immobilien GmbH in Erscheinung treten. Gesellschafter sind die IBV Immobilien- und Beteiligungsverwaltung GmbH aus Karlsruhe und Cristian Kopp aus Baden-Baden. Letzterer ist Geschäftsführender Gesellschafter der Kopp Ingenieurgesellschaft mbH. 2017 stand die Immobilie für 1,65 Millionen Euro zum Verkauf. Sie verfügt über rund 2 400 Quadratmeter Fläche (verteilt über vier Etagen mit je rund 500 Quadratmeter plus Keller). Das Erdgeschoss ist langfristig an Kik verpachtet, die noch zu vermietende Fläche in den Obergeschossen beträgt rund 1 500 Quadratmeter.

Noch sind die beiden Investoren nicht Eigentümer der Immobilie. Ohne gesichertes Planungsrecht werde man das Gebäude sicher nicht erwerben, betonte gestern Professor Michael Gaßner. Das Gebäude gehört noch immer der Lars Jensen und Bernhard Wangler OHG mit Sitz in Ettlingen.

Ladesäulen

für Elektro-Pkw

Wann mit dem Umbau und der Aufstockung begonnen werden wird, ist offen. Vor einem Jahr hatte man seitens der IBV "frühestens die zweite Hälfte 2019" genannt. Als reine Bauzeit gilt ein Jahr als realistisch.

Gaggenau braucht Wohnungen - doch Gaggenau braucht auch Stellplätze. Aber: Laut Landesbauordnung "ist die Schaffung von Wohnraum in alten Gebäuden insofern privilegiert, als dafür unter anderem keine Stellplätze nachzuweisen sind. Insofern sind Stellplatzsatzungen oder entsprechende Inhalte in den örtlichen Bauvorschriften nicht wirksam", erläutert die Stadtverwaltung.

Ein städtebaulicher Vertrag zwischen Stadt und Investor könne da die Lösung sein. Wesentlicher Kernpunkt: Als Modellvorhaben soll er den Investor zur Einrichtung eines privaten Stellplatzes samt Ladesäule für Elektro-Pkw für die Hausgemeinschaft und Einrichtung einer weiteren Ladesäule im öffentlichen Straßenraum verpflichten. Im Gegenzug würde die geforderte Stellplatzzahl von 1,3 auf 1,1 pro Wohneinheit gesenkt werden.

In einem beschleunigten Verfahren soll der Bebauungsplan realisiert werden. Der aktuelle Stand des Projekts wurde bereits am 1. Juli nichtöffentlich im Gemeinderat vorgestellt, nun soll das Gremium in öffentlicher Sitzung darüber beraten.

Man werde sicher nicht viele Stellplätze vorhalten müssen, versichert Michael Gaßner mit Blick auf die Zielgruppe: Insbesondere für ältere Menschen, die ihre Eigenheime verkaufen wollen, würden die zentralgelegenen Wohnungen attraktiv sein. Er hoffe, dass sich nun rasche Fortschritte im baurechtlichen Verfahren einstellen, sagt Gaßner. Denn: "Die Stadt im Allgemeinen und den Standort sehe ich sehr positiv. Allerdings muss man sehr viel Arbeit investieren."

Die öffentliche Sitzung des Gemeinderats am Montag, 22. Juli, beginnt um 18 Uhr im Bürgersaal des Rathauses.

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