https://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
Sand statt Granulat für den Kunstrasen
Sand statt Granulat für den Kunstrasen
26.07.2019 - 00:00 Uhr
Loffenau (stj) - Der Gemeinderat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit mehreren Sanierungsmaßnahmen. So müssen der Heckenbrunnenpfad zwischen Unterer Dorfstraße und Schulgasse sowie die Ufermauer am Laufbach gemacht werden; ebenso notwendig ist ein neuer Belag für das Kleinspielfeld auf der Anlage des TSV Loffenau.

Die Kunstrasenproblematik wegen der Belastung durch Mikroplastik im Granulat ist derzeit bundesweit in aller Munde - auch in Loffenau. Dennoch könne man beim Kleinspielfeld die weitere Entwicklung nicht abwarten, sondern müsse handeln. Bürgermeister Markus Burger kündigte an, dass dort rund 1 000 Quadratmeter Kunstrasen ersetzt werden müssen. Allerdings werde der neue Belag nicht mehr mit Granulat, sondern vorerst nur mit Sand aufgefüllt. Das sei auch deutlich günstiger, so Burger. Er kündigte auf Anfrage von Manuela Nuber (SPD & ALB) an, mit der Rastatter Firma Hauraton Kontakt aufzunehmen, um etwaige Alternativen für das Granulat im Kunstrasen in Erfahrung zu bringen. Wie berichtet, hat das Unternehmen jüngst mit seinem Filtersystem "Sportfix Clean" den Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg gewonnen. Damit lassen sich Plastikpartikel von Kunstrasenplätzen sieben und binden, bevor sie in den Wasserkreislauf gelangen.

Ob dies in Loffenau infrage kommt beziehungsweise Sinn macht, bezweifelte Uwe Rothenberger (CDU), weil dafür eine Rinne um den Sportplatz gebaut werden müsse, was einen erheblichen Bauaufwand bedeute. Seine Überlegungen gingen eher in Richtung Kork. Auch Burger sprach angesichts des nahen Lützelbachs am Sportplatz von einer besonderen Situation.

Unabhängig davon beschloss der Gemeinderat einstimmig, 70 Prozent (etwas mehr als 13 500 Euro) der Sanierungskosten - nach Abzug der Förderung des Badischen Sportbunds (BSB) - für das Kleinspielfeld zu übernehmen; die restlichen 30 Prozent (rund 5 800 Euro) stemmt der TSV. Das Kleinspielfeld wird mit einem neuen Belag der Firma Polytan ausgestattet, der insgesamt knapp 27 700 Euro kostet. Als Bauherr tritt der Verein in Erscheinung, weil nur er eine Förderung des BSB erhalten kann. Der Förderanteil des BSB (gerechnet wird mit rund 8 300 Euro) wird seitens der Gemeinde in Form eines zinslosen Darlehens an den TSV Loffenau vorgestreckt.

Deutlich teurer kommt die Gemeinde die dringend erforderliche Sanierung des Heckenbrunnenpfads, für die ein Gesamtbudget von 678 000 Euro im Raum steht. Vor allem die Wasserleitung sei in desolatem Zustand und anfällig für Rohrbrüche, was Hauptamtsleiterin Daniela Tamba anhand einiger Fotos veranschaulichte. Der Heckenbrunnenpfad soll ähnlich der Schul- und der Schellengasse gestaltet werden, allerdings ohne die Pflasterflächen, wodurch sich Kosten einsparen ließen. Wegen der Enge der Straße sei aber eine Mittelrinne notwendig, vergleichbar mit dem Lautenbacher Pfad. Die an einem Seil befestigte Straßenlampe soll durch eine Bogenlampe - passend zum historischen Ortskern - ersetzt werden.

Eine zusätzliche Herausforderung bei der Baumaßnahme ergebe sich dadurch, dass die Straße zum teil auf Privatgrundstücken liegt und es sich um sehr enge Platzverhältnisse handele. Der Heckenbrunnenpfad liegt im Ortskernsanierungsgebiet, wodurch Zuschüsse von rund 75 000 Euro generiert werden können. Ohne Gegenstimme beschloss der Gemeinderat, die Arbeiten (Straßenbau, Kanal und Wasserleitung) auszuschreiben und die Ingenieurleistungen in Höhe von 105 000 Euro an das Büro Müller (Waldbronn) zu vergeben.

Ebenfalls einstimmig hat der Gemeinderat beschlossen, die Sanierung der Ufermauer am Laufbach zwischen Mühlweg 8 und 10 auszuschreiben und die Vergabe an den preisgünstigsten Bieter der Verwaltung zu überlassen. Im Haushaltsplan stehen für die Maßnahmen 79 000 Euro bereit, ein aktuelles Angebot beläuft sich aber auf lediglich 38 000 Euro.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Stuttgart
Kunstrasen: Sportverbände verunsichert

24.07.2019
Kunstrasen: Sportverbände verunsichert
Stuttgart (dpa) - Das mögliche Verbot für Kunstrasen-Granulat hat auch bei Sportverbänden in Baden-Württemberg Sorgen ausgelöst. Laut einem Verbandssprecher drohe vielen kleinen Vereinen bei einem Verbot und erforderlicher Umgestaltung der Konkurs (Symbolfoto: dpa). »-Mehr
Bühl
Kicken auf Kork aus Portugal

19.07.2019
Baubeginn für Kunstrasenplatz
Bühl (jo) - Der erste Kunstrasenplatz Bühls entsteht im Hägenichstadion anstelle des alten Hartplatzes. Als Füllmaterial wird Korkgranulat statt Kunststoff verwendet. Mit der Fertigstellung des Spielfeldes für den Schul- und Vereinssport rechnet die Stadt im September (Foto: jo). »-Mehr
Sinzheim
Spannendes Top-Spiel zum Jubiläum des SVS

15.07.2019
Topspiel zum Jubiläum
Sinzheim (ass) - Rund 1 000 Zuschauer wollten sich am Samstag im Fremersbergstadion das Topspiel (Foto: ass) anlässlich des 90-jährigen Bestehens des Sportvereins Sinzheim (SVS) zwischen den SVS All-Stars, gegen die Borussia-Dortmund-Mannschaft (BVB) nicht entgehen lassen. »-Mehr
Murgtal
Vereine haben Mikroplastik im Blick

08.07.2019
Mikroplastik im Blick der Vereine
Murgtal (galu) - Fußballer und Sportvereine mögen ihn, Umweltschützer stufen ihn als höchst bedenklich ein. Die Rede ist von Kunstrasen. Kunstrasen ist robust und witterungsbeständig, die Plätze sind ganzjährig nutzbar. Doch für die Umwelt ist er eine tonnenschwere Belastung (Foto: av). »-Mehr
Karlsruhe
KSC-Fananlage bringt 2,5 Millionen Euro

05.07.2019
KSC-Fananlage bringt 2,5 Millionen
Karlsruhe (red) - Der KSC hat es geschafft: Mit seiner Fan-Anlage hat er das erhoffte Ziel von 2,5 Millionen Euro am Freitag erreicht. 31 Tage lang konnte sich Fans daran mit Beträgen ab 100 Euro beteiligen. Mit dem Geld sollen Projekte im Wildpark finanziert werden (Symbolfoto: dpa). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
Umfrage

Anhängelast oder Bremsweg: Denken Sie, dass Sie die theoretische Führerscheinprüfung heute noch bestehen würden?

Ja.
Nein.


https://www.caravanlive.de/
Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz