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"Lebende Legende" verabschiedet sich in den Ruhestand
'Lebende Legende' verabschiedet sich in den Ruhestand
26.07.2019 - 00:00 Uhr
Von Barbara Gutmann

Gaggenau - Eine Ära geht zu Ende im Kindergarten St. Laurentius: Nach einem 43-jährigen ausgefüllten Berufsleben tritt Cornelia Hogenmüller heute ihren letzten Arbeitstag an, 40 Jahre davon hat sie in Bad Rotenfels als Leiterin der katholischen Einrichtung verbracht. Bereits am Dienstag wurde sie in einer berührenden Abschiedsfeier von Eltern und Kindern geehrt.





Es war keine leichte Übung für die "Erzieherin aus Leidenschaft", nicht selber mitzuwirken bei den Darbietungen der Kinder. Ihre Stellvertreterin Jessica Hoffman hatte diese herzliche Feierstunde moderiert. "Spuren bleiben zurück, so wie deine hier auch bleiben", kündigte sie einen der Liedtitel an. "Ein Hoch auf Sie, auf Ihre Arbeit" - dieses selbstgetextete Lied war neben einem Geschenk der Dank der zahlreich anwesenden Eltern. Sichtlich gerührt war die Geehrte dann doch noch in ihrem Element, als sie, umringt von den Kindern, jedem ein Andenken mit auf den Weg gab: in bunten Beuteln verpackte Glückssteine in Herzform.

Ein Geschenk mit Symbolcharakter sollte es sein, denn genau das ist es, was alle Anwesenden - viele davon waren selbst schon bei "Hogi" im Kindergarten - der scheidenden Leiterin neben ihren vielfältigen Kompetenzen und kreativen Fähigkeiten bescheinigen würden: In all ihr Tun fließt immer auch ihr Herzblut ein. Wer die stets gut gelaunte Cornelia Hogenmüller mit ihrer besonderen Strahlkraft über Jahrzehnte hinweg erlebte - als ideenreiche Pädagogin, als Sängerin und Mitglied der Pfarrgemeinde -, der kann wirklich behaupten: Cornelia Hogenmüller ist eine lebende Legende.

Im BT-Gespräch griff Hogenmüller dreimal die im christlichen Kontext bedeutende Zahl Vierzig auf: Da war 2014 das 40-jährige Jubiläum des Kindergartens. Noch heute gilt der von Pfarrrektor Albert Neumaier geplante Bau als eine mit "zukunftsorientiertem Weitblick gestaltete vorschulische Einrichtung". Seit November 2018 entsteht ein großzügiger Anbau. So können mit 14 Fachkräften die bisherigen 127 Plätze ab Frühjahr 2020 auf 157 aufgestockt werden, mit zwei neuen Gruppenräumen, einer davon für die Ganztags-Betreuung.

Dann war 2016 das 40-jährige Dienstjubiläum von Cornelia Hogenmüller, die ihre erste Dienststelle in Renchen-Ulm nach dem Fachschulabschluss 1976 antrat. Das 40-jährige "Ortsjubiläum" als hiesige Leiterin am 27. August markiert fast zeitgleich das Ende ihres Berufslebens. "Ich wollte es so", sagt die 64-Jährige, "obwohl ich sehr gerne noch die Einweihung des Neubaus miterlebt hätte".

Wie fühlte sie sich, als sie mit 24 Jahren Leiterin einer Einrichtung wurde, die damals 135 Kinder mit einem Personalstab von fünf Betreuerinnen versorgte? "Nun, ich war sicher recht mutig, aber es hat sich alles gut entwickelt", resümiert sie. "Man wächst hinein in die Aufgaben, aber es waren viele Herausforderungen zu stemmen, verursacht durch gravierende und einschneidende Veränderungen, die sowohl die personellen als auch die pädagogischen Rahmenbedingungen beeinflusst haben."

Heutige Grundlage der pädagogischen Arbeit bildet der "Orientierungsplan für Bildung und Erziehung für die baden- württembergischen Kindergärten" des Kultusministeriums. Ihr Grundprinzip indes verliert Hogenmüller nie aus den Augen: "Christliche Werte zu vermitteln als Grundlage für eine positive Lebensbewältigung, ist für uns als Team ein anspruchsvoller, aber lohnender Auftrag."

Den Spagat zwischen den Leitungsaufgaben und dem Wirken als Erzieherin mit den Lieblingsfächern Religionspädagogik und Musik meisterte Hogenmüller durch ihr Berufsethos: "Erzieher zu sein, ist zu jeder Zeit ein hoher Anspruch, aber der Teamgeist steht über allem. Und die gute Partnerschaft zu den Eltern." Sie habe ihren Beruf intensiv gelebt, die Arbeit mit den Kindern sei ihre Leidenschaft gewesen, blickt Hogenmüller zurück. Von den vier katholischen Pfarrern habe sie in ihrer Ära große Wertschätzung erfahren, und sie sei insbesondere für den kollegialen Umgang mit Pfarrer Tobias Merz und dessen Unterstützung dankbar.

Dass sie nebenbei vor sechs Jahren den Vorsitz des Kirchenchores St. Laurentius übernommen hatte, zeugt von ihrem Tatendrang und von ihrem Verantwortungsgefühl.

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