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Das "Hotel California" ersäuft im Regen
29.07.2019 - 06:20 Uhr
Von Hans-Peter Hegmann

und Thomas Senger

Gaggenau - Nachdem ein Hitzerekord nach dem anderem eingestellt wurde, konnte man eigentlich davon ausgehen, dass auch das sechste Gaggtival auf dem Marktplatz in einer lauen Sommernacht zu Ende gehen werde. Ausgerechnet zum Abschluss des wieder gut besuchten sechsten Open-Air sollte sich dieser Wunsch nicht erfüllen. Zu Beginn der Umbauphase für den Top Act mit den Treagles sorgte ein heftiger Regenschauer für unerwünschte Kühlung von oben.

Einmal erwischt es auch das Gaggtival. Hatten die Veranstalter bei den ersten fünf Konzerten stets Glück mit dem Wetter, bekamen sie und auch das Publikum dieses Mal am Samstag eine volle Regenbreitseite. Bereits am späten Freitagabend - alles war aufgebaut - machte ein Unwetter einen nächtlichen Spontaneinsatz der Helfer notwendig. Größter Schaden: Von den Regenmassen wurden drei Zelte eingedrückt und mussten abgebaut werden. Immerhin: Anders als von Wetterdiensten angekündigt, brachen am Festivalsamstag erst abends Regenschauer über den Marktplatz herein. Bis dahin erlebten die Gäste ein gewohnt sonnen-(über-)verwöhntes Festival.

"Music in Town" am ersten Feriensamstag. Was ursprünglich als kühne Idee der Marktplatz-Gastronomen Michaela Scheffold ("Ratsstübel") und Michael Böhmer ("Café Brezels") mit Musiker Reiner Margulies entstand, hat sich zu einem beliebten Event etabliert. Noch hat es nicht den Kultcharakter des Karlsruher Fests, aber es kommen immer häufiger Besucher aus dem Umkreis in die Stadt. Für "umme", also ohne Eintritt, hat jeder Gelegenheit, über zwölf Stunden Musik der unterschiedlichsten Art zu hören.

Neben den Gastronomen hat sich zum Glück von Anfang an Leo Stich als Organisator angeboten. Er und rund 50 Helfer vom TB Gaggenau und weitere Freiwillige schaffen zweieinhalb Tage - vom Aufbau der vielen Biertischgarnituren und inzwischen immer mehr Pagodenzelte über die Bewirtung bis zum nächtlichen und morgendlichen Abbau - einen großen Teil der logistischen Voraussetzungen. Wie das Orgateam aber stets betont, wäre es nicht möglich, ohne Sponsoren sechs Bands ohne Eintritt auf die Bühne zu bringen.

Am Vormittag sorgte das Duo Schmid & Ritter für einen furiosen Auftakt: mit zwei äußerst rhythmisch gespielten, treibenden Gitarren und gleichzeitiger Fußarbeit von Jochen Ritter am Minischlagzeug. Irgendwie sind viele Songs sofort bekannt, aber früher klangen sie nie so interessant. Ruhiger wurde es bei "Malte und der Wolf". Ganz anders als das Programm "Wir spielen Folk" vermuten lässt, ist es gar nicht schlicht, wenn neben Steelstring-Gitarren noch Mandola, Mandoline oder Irish Bouzouki erklingen.

Anschließend sorgten die Formationen Mojo und Chefclub Rock 'n' Roll für die lauteren Töne. Unter dem Bandmotto "Weniger ist mehr" spielte das Powertrio aus Rastatt mit Gitarre, Bass und Schlagzeug schnörkellosen Rock und Blues "ohne Zuckerguss", wie sie es selbst nennen. Dem Publikum gefiel es. Ebenso der "Chefclub". In der klassischen Besetzung mit zwei Gitarren, Bass und Drums zelebrierten sie Klassiker und lockte er erste Tänzer vor die Bühne.

"Regentanz" zu den

Hits der Eagles

Hausband des Gaggtivals ist seit Anfang an The Remaining Teeth. Mit "Mister Gaggtival", Reiner Margulies, präsentierten drei Getränkekisten-Gitarristen, im zweiten Teil ergänzt um Bass, Schlagzeug und Perkussion den oft zitierten "Strauß bunter Melodien" - hauptsächlich aus dem Blues-Portfolio.

Doch als die Headliner The Treagles mit dem Karlsruher Iren, Seán Treacy und weiteren Profimusikern die Zeit der Eagles wieder aufleben lassen wollten, hatte die kalifornische Sonne ihr Interesse am Murgtal verloren. Stattdessen fielen dicke Regentropfen, die der Bandleader mit viel Verständnis als Boten eines "typischen irischen Sommertages" bezeichnete. Man begann trotzdem mit "Hotel California", ließ auch bei Regen überzeugend die pure Kraft der namensgebenden Band spüren und präsentierte viele Hits. Das zahlreiche Restpublikum hatte sich flugs in die großen Pagodenzelte geflüchtet oder tanzte unbeirrt bis zum Schluss im Regen.

Unterm Strich gab es bei den Veranstaltern noch zufriedene Gesichter, denn Wetter und Publikumszuspruch waren über weite Strecken besser als vorhergesagt. Nun hoffen sie, dass beim siebten Gaggtival die Unwetterwolken wie früher einfach um den Marktplatz einen Bogen machen.

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