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55 neue Betreuungsplätze entstehen
30.07.2019 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - "Wir freuen uns, dass es jetzt endlich los geht", betonte Eva Schiller. Die stellvertretende Leiterin des Kindergartens Fliegenpilz und ihre Schützlinge begrüßten gestern Vormittag zahlreiche Gäste zum offiziellen Baubeginn in ihrer Einrichtung mit zwei passenden Liedern.

"Wer will fleißige Handwerker sehn? Der muss zu uns Kindern gehen", schmetterten sie - und hatten damit völlig recht. Mehr als ein Jahr lang wird nun in der städtischen Betreuungseinrichtung in der Baccarat-Straße gearbeitet, ehe der Neubau im September 2020 eröffnet werden soll. "Ein ambitionierter Zeitplan", sagte Alexander Möhrmann vom beauftragten Architekturbüro Luft (Gaggenau).









Bürgermeister Julian Christ sprach im Beisein von Firmenvertretern und Mitgliedern der Gemeinderatsfraktionen von einem "beachtlichen Projekt hinsichtlich der Größe und der Kosten". 4,4 Millionen Euro sind kalkuliert, um für vier weitere Gruppen und insgesamt 55 Kinder neue Betreuungsplätze zu schaffen.

"Mehr Unterstützung von Bund und Land"

Der Bau werde so gestaltet, dass man künftig variabel aufgestellt ist, was die Besetzung der Kindergartengruppen betrifft, sagte Katja Weißhaar. Die für den Betreuungsbereich zuständige Sachgebietsleiterin bei der Stadt Gernsbach erklärte, dass der aktuelle Bedarf bei Kindern unter drei Jahren am größten sei; sollte sich das mal ändern, könne man im Fliegenpilz dann problemlos darauf reagieren und die Gruppen entsprechend anpassen. Derzeit plane man mit 30 neuen Krippenplätzen in drei Gruppen und 25 Regelplätzen in einer weiteren Gruppe. Aktuell werden im Kindergarten in der Baccarat-Straße 75 Kinder (Drei- bis Sechsjährige) in drei Gruppen betreut. Künftig werden es also 130 in sieben Gruppen sein. "Die Kinderbetreuung ist finanziell unsere größte Herausforderung", betonte Kämmerer Benedikt Lang: "Um die Aufgabe dauerhaft bewältigen zu können, brauchen wir mehr Unterstützung von Land und Bund." Entsprechende Förderzusagen für den Neubau liegen in Höhe von rund 900 000 Euro vor, informiert die Verwaltung. Das bedeutet, die Stadt muss einen Eigenanteil von etwa 3,5 Millionen Euro stemmen.

Mit der Investitionsentscheidung habe der Gemeinderat auf den gestiegenen Betreuungsbedarf reagiert, blickte der Bürgermeister auf die kommunalpolitische Ebene. Die Stadt habe aufgrund der anhaltend steigenden Nachfrage zahlreiche Möglichkeiten geprüft und intensive Bedarfsuntersuchungen vorgenommen (wir berichteten). Dabei ist man zum Entschluss gekommen, dass ein Neubau auf dem Gelände des Kindergartens Fliegenpilz die sinnvollste Lösung sei - vor allem, weil aufgrund der vorhandenen Grundstücksgröße von 4 000 Quadratmetern genügend Platz vorhanden sei und in der Kernstadt die meisten Krippenplätze fehlten. 1 500 Quadratmeter Fläche werde der Neubau verbrauchen, den Kindern verbleiben zum Spielen im Freien rund 2 500 Quadratmeter auf der Außenanlage, die entsprechend nach hinten verschoben wird.

Die ersten Arbeiten für das Millionenprojekt hat der Gemeinderat im Juli vergeben: Die Spezialtiefbauarbeiten übernimmt die Firma Adolf Keller (Baden-Baden) und die Erdarbeiten die Firma Oettingen aus Malsch.

Seit dem 1. August 2013 gibt es für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Selbst mit dem Neubau und der Erweiterung des Kindergartens Fliegenpilz schafft es die Stadt aber noch nicht, diesem vollends gerecht zu werden. So ist die Warteliste für Krippenplätze bis Ende des Jahres 2019 aktuell mit rund 40 Kinder gefüllt. Deshalb sind weitere Maßnahmen notwendig und bereits in der Prüfung - zum Beispiel die mögliche Einrichtung einer Kinderkrippe im städtischen Wohnhaus in der Jahnstraße 7. Dort könnten laut Stadtverwaltung voraussichtlich 18 dauerhafte Krippenplätze geschaffen werden. Ersten Schätzungen zufolge erfordere der dafür notwendige Umbau Kosten in Höhe von rund 300 000 Euro.

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