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Gotteshaus strahlt nach Renovierung in neuem Glanz
30.07.2019 - 00:00 Uhr
Forbach (kv) - Mit Spannung war die Wiedereröffnung der Langenbrander Pfarrkirche St. Valentin erwartet worden. Am Sonntag nun feierte die gesamte Seelsorgeeinheit Forbach-Weisenbach nicht nur diese, sondern auch nachträglich das Patrozinium.

Musikalisch gestaltete der Kirchenchor Langenbrand (Leitung Lenchen Kneisch) den Gottesdienst mit der "Missa brevis für drei Stimmen", die Michael Haydn, dem Bruder des berühmten Joseph Haydn, zugeschrieben wird. Ergänzt hatte Kneisch das Programm daher auch um Joseph Haydns pompöses "Die Himmel erzählen". An der Orgel spielte Claudia Mnich, die Solovioline spielte Ulrike Merz.

Weiß strahlende Wände rahmen die schönen Glasfenster und die ausdrucksstarken Heiligenfiguren nun in angemessener Weise ein. Die holzgeschnitzten Kreuzwegstationen wurden ebenfalls aufgearbeitet und wieder an die Positionen von 1937 gehängt, als die Kirche neu gebaut sicherlich in ähnlichem Glanz erstrahlte wie zur Wiedereröffnung.

"Ein erhebender Eindruck, der leider im Laufe der Jahre merklich getrübt worden war", erinnerte Pfarrer Thomas Holler an den traurigen Anblick der Kirche vor der Renovierung. Gemeinsam mit seinen Amtsbrüdern Benno Gerstner und Hugo Merkel gestaltete er den Festgottesdienst, der keine "Wiedereinweihung" im rechtlichen Sinne war. Mit vielen Bibelzitaten, Anmerkungen des Gemeindeteams aus Langenbrand und segensreichen Wünschen wurden alle liturgischen Orte während der Predigt neu gesegnet und zum Teil in veränderter Form präsentiert. So zum Beispiel die Beichtstühle, die nach der Neugestaltung nicht mehr dunkle Nischen sind, wo Sünden flüsternd bekannt werden können, sondern kleine Räume, die auch zum Gespräch einladen. "Wer an Gott glaubt, hat einen festen Halt in den Stürmen des Lebens", bezog sich Pfarrer Holler auf den Text des Matthäusevangeliums, das vom Haus auf dem Felsen spricht, das im Gegensatz zum Haus, das auf Sand gebaut ist, sicher steht. "Die positive und verändernde Kraft des Glaubens wird durch diese Kirche symbolisiert, die Halt und Geborgenheit vermittelt", so der Priester.

Das halbe Jahr ohne Kirche habe gezeigt, was es bedeute, wenn im Ort keine Kirche vorhanden ist. "Unser Leitbild sollte sein, Christus in der Welt von heute zu begegnen", erklärte Holler: "Daher ist der Glaube nicht nur Sache frommer Gebete, sondern vor allem von gelebter Nächstenliebe!" Das würde in St. Valentin vor allem durch die schönen Glasfenster deutlich.

Mesnerehepaar

Gerstner verabschiedet

Zum Abschluss des Gottesdienstes gab es neben der großen Freude über die gelungene Renovierung auch einen berührenden Moment: der Abschied vom Mesnerehepaar Ludwig und Edeltraud Gerstner, die seit 26 Jahren "mit viel Herzblut ihren Dienst in der Kirche versehen haben", so Pfarrer Holler. Der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Klaus Mungenast, dankte allen, die zum Gelingen der Renovierung beigetragen hatten, von den Spendern und ehrenamtlichen Helfern, über Architekt, Handwerker und Hartmut Herold vom erzbischöflichen Bauamt in Heidelberg sowie der politischen Gemeinde, die seit der Schließung der Kirche am 7. Januar auch das Haus der Vereine für Gottesdienste zur Verfügung gestellt hatte. "Diese Renovierung konnten wir nur in der Seelsorgeeinheit gemeinsam schaffen. Da wurde deutlich, dass ,6 Kirchen - eine Einheit' nicht nur ein bedeutungsloser Wahlspruch ist, sondern Realität."

Einen besonderen Dank sprach er Konrad Merkel aus, der die Projektgruppe geleitet und so vieles koordiniert und organisiert hatte: "Es ist ein unglaubliches Glück für uns, dass Du vor einiger Zeit in Rente gegangen bist und so für uns Zeit hattest." Nach dem Gottesdienst unterhielten die Musiker des Musikvereins Langenbrand die Festgäste beim anschließenden Pfarrfest und mit Kurzvorträgen zur Renovierung (Architekt Wörner) und zur Geschichte der Pfarrkirche St. Valentin (Wolfram Klumpp) wurde der Nachmittag informativ gestaltet. Eine feierliche Dankandacht beschloss den Feiertag.

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