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Daniel Retsch: "Eine Dummheit, für die ich mich entschuldige"
Daniel Retsch: 'Eine Dummheit, für die ich mich entschuldige'
01.08.2019 - 00:00 Uhr
Von Ulrich Jahn

Weisenbach - Stühle waren Mangelware im katholischen Gemeindehaus. Mehr als 100 Interessierte kamen am Dienstag zu einem Bürgergespräch. Schwerpunkt war der Bürgermeisterwahlkampf und ein Ausblick auf die künftige Arbeit von Daniel Retsch und dem Gemeinderat.

"Ich freue mich auf den 1. Oktober", sagte Retsch und erntete für diese Aussage großen Applaus des Auditoriums. An diesem Tag tritt er seinen Dienst in Weisenbach an. Er bekräftigte, dass er Bürgermeister sein wolle für alle aus Weisenbach, Au und Neudorf.

Zu dem Bürgergespräch eingeladen hatte der Weisenbacher Gemeinderat. Allen Bürgern, so Bürgermeister-Stellvertreter Uwe Rothenberger (FWV) in seiner Begrüßung, solle die Möglichkeit gegeben werden, sich zu melden. Er räumte ein, dass der Gemeinderat in den vergangenen 15 bis 20 Jahren nicht immer einer Meinung gewesen sei. Differenzen seien in nicht-öffentlichen Sitzungen erörtert und dann die Dinge vorangebracht worden.

"Ziel ist es, dass ihre Kommune wieder schaffen kann", sagte Moderator Martin Müller mit Blick auf die Bürgermeisterwahl und die heftigen Auseinandersetzungen im Nachgang. "Wenn eine Wahl gelaufen ist, ist sie gelaufen", bemerkte Alt-Bürgermeister Gerhard Feist. Er selbst war aus Auswärtiger vor 50 Jahren gegen zwei Einheimische angetreten - und war mit zwölf Stimmen Mehrheit gewählt worden. Zum Plagiatsvorwurf gegenüber Retsch meinte Feist, dass schon früher für Wahlkampfprospekte von anderen Kandidaten ("von denen und jenen") abgeschrieben worden sei.

Daniel Retsch sagte, er habe damals seinen Amtsvorgänger im Hauptamt von Sasbach, Constantin Braun, bei dessen Wahlkampf in Bietigheim unterstützt und für seine eigene Kandidatur in Weisenbach Teile übernommen. Der Schwerpunkt seines Wahlkampfes sei auf persönlicher Ebene gewesen. Im Nachhinein bezeichnete er sein Vorgehen "als eine Dummheit, für die ich mich entschuldige". Er würde es heute so nicht mehr machen.

Auf eine Frage aus der Bevölkerung, wie es ihm, Retsch, nach den Anfeindungen gegangen sei, meinte der 36-Jährige, er habe in den letzten Wochen genug durchgemacht. Er wolle jetzt den Blick nach vorne wenden und nicht mehr nach hinten schauen. Ein weiterer Bürger wollte wissen, was genau nach der Kandidatenvorstellung passiert ist. "Was lief da ab?" Zwischen beiden Kandidaten, so Uwe Rothenberger, habe es eine Absprache gegeben, die Vorwürfe im Wahlkampf nicht zu thematisieren. Die Mitglieder des Wahlausschusses seien zur Verschwiegenheit verpflichtet. Beleidigungen habe es nicht nur in Sozialen Medien gegeben, meinte ein Bürger. Er wundere sich, warum hier (beim Bürgergespräch) keiner aus dieser Gruppe seine Meinung äußere.

CDU-Gemeinderat Steffen Miles bemerkte, dass sich mittlerweile einige Leute bei Retsch entschuldigt hätten, die ihn "an den Pranger gestellt" hatten. "Entschuldigt nicht", erwiderte Retsch, aber sie hätten ihm ihre Unterstützung zugesagt. Trotz allem, so Miles, habe er "viele Sternstunden der Demokratie" erlebt. Bei der ersten Sitzung des neuen Gemeinderats vor eineinhalb Wochen hätten Bürger ruhig und sachlich Fragen gestellt. Daraufhin sei es zu der Veranstaltung am Dienstag gekommen. "Ich hoffe, dass viele mit einem positiven Gefühl herausgehen", betonte der Kommunalpolitiker. Persönlich habe er am Dienstag nach der Kandidatenvorstellung von den Plagiatsvorwürfen erfahren. Im Nachhinein wäre es besser gewesen, wenn die beiden Kandidaten mit einer gemeinsamen Stellungnahme an die Öffentlichkeit gegangen wären. Der Gemeinderat sollte sich heraus halten.

Kein Einspruch gegen Bürgermeisterwahl

"In Prospekten für Bürgermeisterwahlen steht überall das Gleiche", meinte ein Bürger. Retsch habe nichts Schlimmes in seinem Prospekt stehen. Ein weiterer Bürger hob hervor, dass es gegen die Wahl keinen Einspruch gegeben habe. Sie sei "sauber gelaufen. Wir haben einen gewählten Bürgermeister, der am 1. Oktober sein Amt antritt." Uwe Rothenberger war positiv überrascht, dass so viele Bürger zum Bürgergespräch gekommen sind. "Das war eine riesen Nummer."

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