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Wiesenvielfalt über Reichental
Wiesenvielfalt über Reichental
05.08.2019 - 00:00 Uhr
Gernsbach (vgk) - Die Wanderung durch die schönsten Wiesentäler Reichentals kann als voller Erfolg gewertet werden. Mehr als 50 Wanderer fanden sich am Samstag auf dem Parkplatz gegenüber dem Ölberg ein. Die Mehrzahl derer kam nicht aus dem Dorf, sondern zu rund 80 Prozent aus den umliegenden Städten und Gemeinden, wie eine Reichentälerin meinte.


Zu erfahren war viel über Muttertierhaltung, die Bewirtschaftung und Offenhaltung der Landschaft.
Weidewirtschaft wird in Reichental seit dem 15. Jahrhundert praktiziert. In der Vergangenheit war dies ein mühsames Geschäft, wie die Teilnehmer von Anton Knapp erfuhren. Er versorgte die Wanderer auch mit Wissenswertem zur Gründung des Dorfes im 14. Jahrhundert. Ebenso wurde etwas zum "Fernsehdorf" erzählt, denn so manche Szene der Schwarzwaldfamilie Faller hat in Reichental ihren Ursprung.

Die oft steilen Hänge eignen sich nur bedingt für das Anpflanzen von Obst und Gemüse. Damit das Vieh genügend zu fressen hatte, wurde dieses sowie das anderer Gemeinden in die Höhenlagen getrieben. Kein Baum zierte damals die Bergkuppen. Vielmehr vermittelten sie das Bild einer Grindenlandschaft wie am Schliffkopf. Zu Hochzeiten tummelten sich dort bis zu 1 700 Tiere.

Auch wie der "Auerhahn", Reichentals älteste Gastwirtschaft, zu seinem Namen kam, war in Erfahrung zu bringen. Einer der Markgrafen des 18. Jahrhunderts trägt Schuld daran. Seine Vorliebe für die Jagd des Tieres und ein gewitzter Schankwirt, der auf Schildrecht (die Genehmigung, auch Speisen verkaufen zu dürfen) aus war, sind die Komponenten der Namensgebung.

Rund sieben Kilometer hatten die Teilnehmer zu bewältigen. Am Zielpunkt Rinderstall wartete ein zünftiges Vesper auf die Wanderer.

Die Weidegesellschaft nahm vor Jahren die Verbuschung der Landschaft zum Anlass und begründete die Tradition der Beweidung der Flächen, vornehmlich auf der rechten Seite des Dorfes in Richtung Kaltenbronn.

An die 20 Kühe, sowohl Mutter- als auch Jungtiere, tun seitdem gewissenhaft ihren Dienst im Sinne der Landschaftspflege. Ein Spektakel für Jung und Alt ist der jährliche Weidenabtrieb Anfang Oktober.

Doch die Rinder sind nicht die Einzigen, die sich um die Offenhaltung der Landschaft und artenreiche Wiesen bemühen. Wo noch viel Gestrüpp die Wiesen ziert, kommen auch Ziegen zum Einsatz. Ebenso genießen Pferde auf den Hängen die Sommerfrische. Was nicht gefressen wird, wird im Anschluss nachgemäht. Oft ist dabei viel Handarbeit im Spiel.

Die Wanderung ging vorbei an blühenden Wiesen, stets bergauf. Unter die Gäste hatte sich auch Diana Fritz vom Landschaftserhaltungsverband des Landkreises Rastatt gemischt. Sie informierte unter anderem über die Vereinsaktion 2017. Wie berichtet, kümmerten sich rund 60 Mitglieder aus den unterschiedlichsten Vereinen Reichentals um die Entbuschung einiger Hanglagen, machten diese für die Rinder nutzbar. Doch ohne Nachsorge geht es immer noch nicht. Darauf wies Heiko Klumpp von der Weidegemeinschaft hin. Insgesamt werden von der Weidegemeinschaft rund 24 Hektar Fläche bewirtschaftet. Davon sind 16 als Weidefläche vorgesehen, acht als Heufläche. Die Tiere werden bis auf Höhe des Orgelfelsenhauses getrieben.

Es versteht sich von selbst, dass das Auftauchen des Wolfes in diesem Gebiet nicht gerade Begeisterungsstürme bei den Viehhaltern auslöst. Ganz nah kam dieser der Bebauung im Milbigtal. Vier Schafe fielen ihm zum Opfer. Im Herbst vergangenes Jahr wurde das Tier ein letztes Mal gesehen. Beim Sendemast tappte der Wolf in eine Fotofalle, erzählte Klumpp. Grundsätzlich habe man nichts gegen das Tier. Doch mit einem höheren Zaun sei es nicht getan. Zumal ein solcher aufgrund der Lage von Reichental schlecht zu installieren sei. Ebenso bleibe ein diesbezüglicher Mehraufwand an den Viehhaltern hängen.

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