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Loffenau will in Premium-Bereich vordringen
08.08.2019 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Loffenau - Intensiv diskutierte der trotz Ferienzeit vollzählige Gemeinderat am Dienstagabend über die touristische Weiterentwicklung der Gemeinde. Dabei gehen die Vorstellungen der Mandatsträger teilweise weit auseinander. Einig ist man sich allerdings darin, dass etwas getan werden muss, um Loffenau insbesondere für Tagestouristen und Kurzurlauber attraktiver zu machen.

Einen wichtigen Schritt in diese Richtung machte der Gemeinderat mit dem Beschluss, die "Große Loffenauer Runde" als Premiumwanderweg zertifizieren zu lassen. Der 14,6 Kilometer lange Wanderweg über Käppele, Großes Loch, Teufelsmühle und Michelsrankhütte habe dafür "ohne großen Aufwand gute Chancen", wie Bürgermeister Markus Burger betonte.

Der Bürgerclub habe durch die Reaktivierung eines alten Pfades bereits wertvolle Vorarbeit geleistet, weil die Wanderer nun auf der Großen Runde nicht mehr über die asphaltierte Teufelsmühlstraße geführt werden, sondern in Richtung Einstieg zum Großen Loch durch den Wald. Eine zweite Modifizierung erfolgt am Ende der Runde: Anstelle über den Dachsfelsen und viel Asphaltweg führt er direkt über Pfade durch den Wald in Richtung Reithalle. Eine andere Wegführung wäre grundsätzlich jedoch auch möglich.

Entsprechende Vorschläge unterbreitete Reiner Singer. Der Fraktionschef der Freien Wähler regte an, den Wildkatzenpfad, das FFH-Gebiet "Albtal und Seitentäler" sowie das Naturschutzgebiet "Albtal" mit Biotopen einzubinden. Dies sei machbar, ohne die Wegstrecke arg zu verlängern und würde die Route noch attraktiver machen, meinte Singer. Die exakte Wegführung könne man später in kleinerer Runde noch besprechen, betonte Burger. Am Dienstag ging es in erster Linie um die Grundsatzentscheidung, die Zertifizierung baldmöglichst anzugehen; diese wurde einstimmig beschlossen. Die geschätzten Kosten für das Projekt sind mit rund 5 000 Euro überschaubar - diese enthalten die Zertifizierung für drei Jahre (2 100 Euro) sowie 2 900 Euro für Sitzbänke, Schilder und das Freischneiden der Aussichtspunkte. Folgekosten entstehen bei der Nachzertifizierung nach drei Jahren für weitere drei Jahre (1 400 Euro) und gegebenenfalls für das erneute Freischneiden der Pfade und Aussichten.

Einig war sich der Gemeinderat auch darin, die Verwaltung damit zu beauftragen, Konzeptionen für einen astronomischen und einen geologischen Lehrpfad erstellen zu lassen und dem Gremium wieder zur Beschlussfassung vorzulegen. Mit Erlebnispfaden werden vor allem Familien angesprochen, da die Kinder ganz nebenbei wandern, während sie die Attraktionen auf den Pfaden durch fühlen, sehen, riechen und spielen erleben, erklärte Markus Burger die Intention. Mit den in der Regel zwei bis acht Kilometer langen Rundwegen soll das Areal um die Teufelsmühle herum touristisch aufgewertet werden - nicht zuletzt in der Hoffnung, dass im aktuell wieder einmal zum Verkauf stehenden Höhengasthaus weiterhin Gastronomie angeboten wird.

Wasseraufbereitung



"der Knackpunkt"

Andrea Schröter (SPD & ALB) fragte an, ob man nicht lieber das Thema Wasseraufbereitung an der Teufelsmühle angehen sollte. Dies sei schließlich stets der Knackpunkt beim angestrebten Verkauf der Immobilie. Der Bürgermeister informierte darüber, dass "Wasser" über das Leader-Programm nicht förderfähig sei; trotzdem "müssen wir das Thema gleichzeitig angehen", gab er Schröter recht.

Kontrovers diskutiert wurde unter den Kommunalpolitikern die von der Verwaltung vorgeschlagene Vorgehensweise bei der Freizeitanlage "Löchle". Für deren Aufwertung hatte man 2016 ein Konzept ausarbeiten lassen, dessen Umsetzung allerdings 470 000 Euro gekostet hätte. Deshalb kam es auch nie dazu; jetzt möchte man Teile dieses Konzepts in eine abgespeckte Version münden lassen, über die auch die Bürger mitentscheiden sollen. Denkbar sei von der Grillstelle über einen Wasserspielplatz bis hin zum Bewegungsparcours vieles.

Diesbezüglich läuft der Gemeinde aber die Zeit davon, monierten Andrea Schröter und Reiner Singer mit Verweis auf die Leader-Fristen, die im November ablaufen. Uwe Rothenberger (CDU) und Roland Seeger (FWG) stellten die Notwendigkeit des Projekts "Löchle" generell in Frage: "Für wen macht man das" (Rothenberger) und "wer geht da hin?" (Seeger). Beide können sich kleinere Verschönerungen vorstellen, lehnten aber im Blick auf den Haushalt der Gemeinde größere Aktivitäten für die Freizeitanlage ab. Die Mehrheit sprach sich aber dennoch dafür aus, nach einem Bürgeraufruf mit einem dann auszuarbeitenden Konzept einen Antrag auf Leader-Förderung zu stellen.

Um die touristische Aufwertung Loffenaus abzurunden, sollen - sobald klar ist, was umgesetzt werden kann - entsprechende Infotafeln beschafft werden, wofür es ebenfalls Fördermittel gibt.

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