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Als Junior-Botschafter vom Murgtal nach Michigan
Als Junior-Botschafter vom Murgtal nach Michigan
10.08.2019 - 00:00 Uhr
Von Dagmar Uebel

Gernsbach - Die zeitliche Beschränkung dieses honorigen Amts auf ein Jahr ist gesetzt. Und doch spürt der Gernsbacher Robin Fortenbacher jetzt schon ein bisschen Verantwortung, als "Junior-Botschafter Deutschlands" in den USA sein delegierendes Land jederzeit gut zu vertreten. Statt am Albert-Schweitzer-Gymnasium wird er im US-Bundesstaat Michigan an der Saginaw Arts and Sciences Academy von August bis Juni 2020 die sprichwörtliche Schulbank drücken.

Was im Mai 2018 mit einer Bewerbung über die Internetseite www.bundestag.de/ppp begann, im Ausfüllen von Bewerbungsunterlagen von YfU (Internationaler Jugendaustausch / Youth for Understanding), Auswahlgesprächen in Stuttgart und mit Kai Whittaker fortgesetzt wurde, findet nun mit einem einjährigen Aufenthalt in den USA ein wunderbares Ende. "Einige Gastgeschenke für die Gasteltern sind schon im Koffer", versichert der Gymnasiast, der gerade in die zehnte Klasse versetzt wurde.

Den Großteil der Kosten trägt dabei der Deutsche Bundestag, erklärt der CDU-Bundestagsabgeordnete Whittaker bei der formellen Verabschiedung vor wenigen Tagen. Das gewährte Stipendium umfasst alle Reise-, Programm- und Versicherungskosten. Nach dem Warum für seine Bewerbung gefragt, ist Robin seine Vorfreude anzusehen: "Um die Englischkenntnisse aufzupolieren, neue Kulturen und Menschen kennenzulernen."

Etwas gebrieft wurde der junge Mann von Marius Putzke, der kürzlich seinen Aufenthalt in Minnesota (St. Cloude State University) beendet hat. Eine der ersten Fragen, um deren Beantwortung er zu Hause immer wieder gebeten wird, ist die nach der erlebten politischen Lage in den USA. "Dort sind beileibe nicht alle Bürger Trump-Anhänger, wie es manchmal den Anschein hat. Und es bestehen große Unterschiede zwischen ländlichen, industriegeprägten Gebieten und großen Städten", so Putzke. 48 Wochen am anderen Ufer des Großen Teichs, da gewinnt man doch wesentlich tiefere Eindrücke als während etwa drei Wochen touristischen Sight-Seeings.

Dabei steht nicht die Wissensvermittlung, nur unter anderen Bedingungen, im Fokus. Der Sinn des Projekts, der sich hinter dem sogenannten PPP-Stipendium verbirgt, ist das Zusammenkommen Jugendlicher aus mehreren Ländern.

Dieses Parlamentarische Patenschaftsprogramm ist der offizielle Jugendaustausch des Deutschen Bundestags und des Kongresses der Vereinigten Staaten von Amerika. Im Gegenzug vermitteln die Stipendiaten an ihren jeweiligen Schulen, an Praktikumsplätzen, in ihren Gastfamilien und in ihrer Freizeit ihre Erfahrungen vom kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Leben in ihren jeweiligen Herkunftsländern. Dafür bewerben können sich in jedem Jahr sowohl Schüler als auch junge Berufstätige.

Marius Putzke, der vor seiner Abreise 2018 gerade seine Ausbildung als Bauzeichner beendet hatte, ist dafür ein Beispiel. Diese kam ihm zugute, als er ehrenamtlich für die Organisation Habitat for Humanity rund 100 freiwillige Arbeitsstunden absolvierte. Ein Jahr lang besuchte er in Minnesota das College. Nun, erst seit Kurzem nach Forbach zurückgekehrt, wird er seine schulische Ausbildung fortsetzen.

Robin Fortenbachers "Arbeitsplatz" am Albert-Schweitzer-Gymnasium bleibt zwar erst mal ein ganzes Schuljahr leer, doch die Verbindungen über die sozialen Medien werden - vielleicht mehr denn je - erhalten bleiben. Und doch überraschte ihn die Nachricht, dass er aus allen Auswahlverfahren als Sieger hervorging, und nun - mit Kai Whittaker als Reisepate - in eine ihm noch unbekannte Welt aufbrechen würde.

"Wenn du irgendwelche Probleme haben solltest, ruf mich einfach an", betont der Bundestagsabgeordnete. "Beruhigend", findet der sechzehnjährige Gernsbacher. Doch Robin geht nicht davon aus, dass es schwierig werden würde, freut er sich doch jetzt schon auf spannende Erlebnisse und kontaktiert bereits über Bild-Anrufe regelmäßig seine Gasteltern, die seine Hobbys Reisen, Kultur und Sport teilen.

Kurztrip nach Kanada, Urlaub in Florida

Ihn erwartet in den Staaten eine kleine Schule mit etwa 300 Schülern, er wird Fußball und Tennis spielen können. Ein Kurztrip nach Kanada und eine Urlaubsreise nach Florida sind schon geplant. Alles gute Gründe und Hilfen, erwachsener zu werden. Dem kann Putzke zurückblickend nur zustimmen: "Ich bin selbstbewusster, dialogbereiter und auch offener geworden." Und mit breitem Lächeln fügt er hinzu: "Wenn ich die Möglichkeit hätte, so einen Trip zu wiederholen, wäre ich sofort dabei." Wer 2020 diese Chance bekommen wird, steht noch nicht fest. Die Bewerbungsfrist für das Schuljahr 2020/2021 endet am Freitag, 13. September. Informationen dazu sind abrufbar unter:

www.bundestag.de/ppp

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