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Das Ende der Wegwerfgesellschaft
14.08.2019 - 00:00 Uhr
Von Lukas Gangl

Gaggenau - In Zeiten von Klimanotstand und "Fridays for Future"-Demonstrationen gerät es immer mehr in Verruf: Einweggeschirr und Besteck aus Plastik. Klimakiller, ein massiver Beitrag zur Vermüllung der Welt und ähnliches liest man immer wieder in den sozialen Netzwerken. Dabei sind mittlerweile reichlich Alternativen geboten. Geschirr und Bestecke aus Holz oder "Bioplastik" werden angepriesen, jedoch vom Verbraucher kaum wahrgenommen. Als Vorreiter in der Region ist der Musikverein Bad Rotenfels zu nennen. Dieser testete einige Alternativen beim jüngst gefeierten Musikfest. Können diese Einweg-Alternativen das Plastik ersetzen oder ist doch Mehrweg der einzig richtige Weg?

Eine Möglichkeit sollen sogenannte Bio-Kunststoffe sein. So findet man im Handel bereits Müllbeutel oder Wegwerfgeschirr mit den Aufdrucken "kompostierbar" oder "biologisch abbaubar". Doch eine klare Definition für Bioplastik scheint es nicht zu geben. So ist es möglich, Kunststoff beispielsweise aus Maisstärke herzustellen, aber auch biologisch abbaubare Kunststoffe werden so gekennzeichnet. Den besten Ansatz bieten hier PLA-basierte (Polymilchsäure) Kunststoffe, führt Dr. Susanne Zibek vom Fraunhofer Institut aus.

Die Milchsäurebakterien müssen, um Kunststoffe herstellen zu können, lediglich mit einer Art Zucker "gefüttert" werden. Diesen könne man auch aus Reststoffen gewinnen, so Zibek. Somit wäre es möglich, aus Abfällen wie Molkeresten Plastik herzustellen. Daraus gepresste Becher seien biologisch abbaubar. Auch Produkte auf Zuckerrohrbasis sind eine Möglichkeit, ebenso werden mittlerweile Teller und Schalen aus Palmblättern









hergestellt und verkauft. Nun scheint die Lösung denkbar einfach zu sein: PET und anderes Plastik verbieten und auf vermeintlich umweltfreundliche Mehrweglösungen setzen. Doch so simpel ist es nicht: Zwar

stellt Plastik ein großes Problem und eine Gefahr für die Umwelt dar, sofern es nicht ordnungsgemäß entsorgt wird, doch steht es in der Ökobilanz - also dem Verbrauch von Ressourcen und dem CO 2 -Fußabdruck - oftmals besser da als vermeintliche Alternativen wie Glas oder Karton.

Dennoch empfiehlt das Bundesumweltministerium, dauerhaft auf Mehrweg umzusteigen. Aus "ökobilanzieller Sicht" sei dies die überlegene Alternative, sofern man das Mehrweggeschirr oder den Mehrwegbecher nur oft genug nutzt. Zehn mal wäre die Mindestgrenze, besser noch wären 25 Nutzungen.

Der Musikverein Bad Rotenfels verwendete unter anderem Geschirr und Besteck aus Zuckerrohr und Maisstärke. "In einer Vorstandssitzung kam das Thema Umweltschutz auf und dann haben wir uns überlegt: Was können wir als lokaler Verein dafür tun?", erzählt Marco Grimm, Pressewart des Musikvereins, im BT-Gespräch.

Mit gutem Beispiel wollte man voran gehen, in der Hoffnung, dass andere Vereine folgen würden. Also entschied man sich für die kompostierbare Variante, um eine Umweltbelastung möglichst niedrig zu halten. Die Besucher waren zunächst verwirrt, da man das PLA-Plastik optisch kaum vom "normalen" Plastik unterscheiden kann und Bambusgeschirr angekündigt worden war.

PLA und PET optisch kaum zu unterscheiden

"Wir haben uns vorher noch mal informiert und mussten feststellen, dass Bambus leider keine optimale Alternative gewesen wäre. Also haben wir umstrukturiert und sind auf dieses Geschirr und Besteck umgestiegen. Außerdem hatten wir auch Trinkhalme aus Zuckerrohr und die Pommes gab es aus der handlichen Holzschale", resümiert Grimm: "Definitiv eine Empfehlung wert." Es sei zwar teurer als reguläres Einwegplastik, aber für den Umweltschutz lohnenswert. Der Musikverein Rotenfels will auch in Zukunft darauf setzen.

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