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Nur ein Fünftel der Fahrer nicht zu schnell unterwegs
Nur ein Fünftel der Fahrer nicht zu schnell unterwegs
15.08.2019 - 00:00 Uhr
Forbach (red) - Seit dem 22. Mai hat die Gemeinde Forbach das neue Geschwindigkeitsdisplay in Herrenwies im Einsatz. An bislang zwei Standorten jeweils vor dem Kreuzungsbereich in der Dorfmitte, zuerst aus Fahrtrichtung Schwarzenbach-Talsperre und seit Anfang Juli aus Fahrtrichtung Mehliskopf, wurden neben der unmittelbaren optischen Rückmeldung an die Fahrer auch Daten zur jeweiligen Geschwindigkeit erfasst. Die Ergebnisse sind erschreckend. Viele Verkehrsteilnehmer sind zu schnell unterwegs.


Mehr als 80 000 Datensätze sind nach Angaben der Forbacher Gemeindeverwaltung bislang zusammengekommen, was ungefähr 1 200 Messungen pro Tag entspricht. Die tatsächliche Verteilung ist allerdings weniger gleichmäßig. Vor allem an Sonn- und Feiertagen steigt die Anzahl der gemessenen Fahrzeuge auf bis zu 2 400 pro Tag, während es an Werktagen unter 1 000 sind. Die Belastung durch den Verkehr ist also dann am höchsten, wenn Anwohner und Gäste eigentlich Ruhe suchen. "Auch wenn mit dem Gerät keine direkten Lärmmessungen möglich sind, so bestätigen die Daten auf jeden Fall die zeitgleich bestehende Problematik mit überhöhter Geschwindigkeit", heißt es im Pressetext. Im gesamten Bereich von Herrenwies zwischen den Einfahrten bei der Jugendherberge und der Kläranlage gilt unterbrechungslos eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h.

Von der Schwarzenbach kommend hielten sich an der Messstelle lediglich 35 Prozent der Verkehrsteilnehmer an diesen Wert. Auf dem freien Stück zwischen Campingplatz und Dorfmitte waren es sogar nur noch erschreckende 20 Prozent . Auch die gemessenen Spitzenwerte geben Anlass zu Bedenken. Parallel zur Anzahl der Fahrzeuge steigt auch der Anteil der nicht angepassten Geschwindigkeit, bis auf Spitzenwerte jenseits von 130 und sogar 150 km/h und dies bei wie schon erwähnt erlaubtem Tempo 50.

Die Verwaltung befindet sich in regelmäßigem Austausch mit der Interessensgemeinschaft, der Nationalparkverwaltung und den zuständigen Straßenbehörden, um Ansätze für Verbesserungen in diesem Bereich zu finden.

Parallel zur Aufstellung des Displays wurden auf Anregung der Gemeinde und der Interessensgemeinschaft durch die Straßenmeisterei Veränderungen an den Straßenmarkierungen der L 83 im Kreuzungsbereich vorgenommen. Die Abbiegespuren wurden verkürzt und freie Flächen mit Sperrmarkierungen versehen. Durch die Maßnahme soll die Fahrbahn optisch verengt werden und dadurch ebenfalls zur Reduzierung der Geschwindigkeit und letztlich auch des Lärms beitragen.

Nach der Sommersaison sollen alle Erfahrungen und Messdaten zusammengetragen werden, um den Erfolg der Maßnahmen zu evaluieren und mögliche weitere Schritte zu prüfen.

Noch keinerlei Verbesserung

Kurzfristig konnte nach Aussage der Herrenwieser Betroffenen dadurch allerdings noch keine Verbesserung erreicht werden. Ziel der Gemeinde bleibe deshalb weiterhin die verkehrsregulierende Umgestaltung des Kreuzungsbereichs, möglicherweise im Zuge der Eröffnung des Nationalparkhauses in Herrenwies.

Der Kampf gegen den Motorradlärm ist für die Gemeinde Forbach ein wichtiges Anliegen. Neben konkreten Maßnahmen wie in Herrenwies wird an langfristigen strukturellen Änderungen mitgearbeitet. Am Montag nahmen Bürgermeisterin Katrin Buhrke und Hauptamtsleiterin Margit Karcher an einer Koordinierungsbesprechung der Initiative "Silent Rider" in Sasbachwalden teil. Eine Vorstellung ist für die Sitzung des Gemeinderates am 10. September geplant.

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