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Der Mond ist leider nicht aufgegangen
Der Mond ist leider nicht aufgegangen
17.08.2019 - 00:00 Uhr
Von Dagmar Uebel

Gernsbach - Hoffnung hatten die Wanderer am Donnerstagabend bis zuletzt. Hoffnung, den Mond, und wenn auch nur kurz, doch noch am abendlichen Himmel über Hilpertsau erblicken zu können. Denn Vollmond war, allerdings nur hinter verdeckenden Wolken. Dabei hatte es sich Kai Lierheimer so schön vorgestellt, die Teilnehmer der von ihm geführten "Vollmond-Tour in Hilpertsau" mit diesem schönen Anblick erfreuen zu können.


Schön war der abendliche Spaziergang trotzdem, darin waren sich die teilnehmenden neun Frauen und sechs Männer aus Hilpertsau, Obertsrot, Forbach, Baden-Baden und Gernsbach einig. Reichliche zwei Stunden für nicht einmal vier Kilometer Wanderstrecke, da ist klar, dass nicht das Wandern im Vordergrund stand. Stattdessen war es für die meisten der ungewohnte Aufenthalt mitten in der nächtlichen Natur.

Manchmal auf unbefestigten Wegen, die Aufmerksamkeit erforderten. Doch fast immer inmitten des Naturschutzgebiets Eben. Da bot es sich natürlich an, am Wegesrand restliche Brombeeren und reife Mirabellen zu pflücken, Halt an einem Kapellchen zu machen und etwas über das Wegkreuz zu erfahren. Verwilderte Flächen neben gepflegten Streuobstwisen, gut im Saft stehende Rebstöcke, Trockenmauern, von fast überall sichtbar das hell erleuchtete Schloss Eberstein und ganz in der Ferne, nahezu unhörbar, die örtliche Industrie.

Dazwischen die gut gelaunten, gesprächigen Wanderer, die zu fortgeschrittener Stunde stellenweise im Schatten dunkler, dichter Baumriesen kaum die sprichwörtliche Hand vor Augen sehen konnten. Bald war auch das Aufflackern aller Lichter tief unten im Murgtal zu beobachten. Warum dieser Teil des ursprünglich dicht bewaldeten engen Tals einst durch Rodungen für die Besiedlung und wirtschaftliche Nutzung ausgewählt wurde, erläuterte der Natur-Coach und Schwarzwaldguide Lierheimer anhand seiner ausgebreiteten Karte, als er von Bodenbeschaffenheiten, Wasserbedingungen, geologischen Formationen und Voraussetzungen für Besiedlung und landwirtschaftliche Nutzung sprach.

Da kam man nicht drum herum, auch über Erderwärmung und die daraus folgenden Veränderungen für Flora und Fauna zu sprechen. Erste Kontakte ergaben sich, als Fledermäuse beim Fliegen beobachtet wurden und eine Blindschleiche den Weg kreuzte. Geheimnisvolle Wölfe wurden weder gehört noch gesichtet, wohl aber die Sage vom Rockertweibel erzählt.

Da war es dann nicht mehr weit bis zum eigentlichen Thema Mond und der Frage, welche Assoziationen unser einziger natürlicher Erdsatellit in wohl jedem von uns auslöst. Von Astrologie war die Rede, vom Mondkalender, vom ab- und zunehmenden, vom Neu- und vom am Donnerstagabend ersehnten Vollmond. Auch von Gezeiten, Auswirkungen auf Haar- und Baumwuchs, Ängsten und seinem nächtlichen Reiz, dem sich kaum jemand entziehen kann, wussten die Wanderteilnehmer zu erzählen.

Da half auch das gemeinsame Rezitieren von Matthias Claudius' Abendlied "Der Mond ist aufgegangen" nichts: Luna hielt sich, trotz vereinzelt aufblinkender Sterne, bis zum Schluss der nächtlichen Wanderung versteckt.

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