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Niemand hat etwas zu verschenken
Niemand hat etwas zu verschenken
19.08.2019 - 00:00 Uhr
Von Ulrich Jahn

Gaggenau - Martin Mühlhäuser ist in Sachen Internetkriminalität schon ein "alter Hase". Im Oktober sind es neun Jahre, seitdem er beim Polizeirevier Gaggenau für Betrugsdelikte und somit auch für diesen Bereich zuständig ist. Neun Jahre, das ist im Computerzeitalter eine lange Zeit. Wer weiß noch, was vor neun Jahren in Sachen Computer der "letzte Schrei" war? Und was Betrüger im Netz damals schon alles angestellt haben?

"Es ist die kleine und mittlere Kriminalität", die der 59-Jährige bearbeitet. Für größere Fälle sind die Kollegen der Kriminalpolizei zuständig. Über fehlende Arbeit kann sich der Polizeikommissar indes nicht beklagen. Aktuell hat er sich mit einer Erpressung befasst. Dabei ging es um die Zahlung von 50 Euro.

Allein von Mühlhäuser werden pro Jahr zwischen 110 (im Jahr 2015) und 129 (2016) solcher Delikte bearbeitet - für den Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Gaggenau, der von Muggensturm, Bischweier und Kuppenheim über Gaggenau und Gernsbach bis nach Loffenau, Weisenbach und Forbach reicht. In der Realität sind es mehr Fälle. Aber: Vorkommnisse, wo der Täter von einer anderen Stadt aus agiert und die Opfer im Murgtal leben, werden von den dortigen Polizeibehörden bearbeitet. Ähnlich verhält es sich mit Delikten, die vom Ausland aus gesteuert werden. Allein im Jahr 2015 waren es 48 "auswärtige" Vorkommnisse. Auch in diesem Jahr geht der Trend zu den gleichen Zahlen. Bis jetzt hat Mühlhäuser 76 Delikte bearbeitet. "Die Tendenz ist leicht steigend", berichtet der 59-Jährige. Unterstützt wird er bei seiner Arbeit von einem Kollegen des Polizeipostens Kuppenheim.

So vielseitig wie das Internet, so vielseitig sind auch die Betrügereien, die dort stattfinden. Eines sollte jedem klar sein: Niemand hat etwas zu verschenken. Und auch bei sehr günstigen Angeboten ist Vorsicht angesagt. Weit verbreitet sind sogenannte Fakeshops. Es werden vermeintliche Waren angeboten, die aber gar nicht existieren. Der gutgläubige Kunde bestellt dort etwas, die "Händler" bestehen auf Vorkasse, der Kunde bezahlt - und wartet vergeblich auf die Ware. Vorsicht ist also geboten, weiß Mühlhäuser. Bevor man etwas im Internet bestellt, sollte man sich die Seite des Betreibers genauer anschauen. "Gibt es ein Impressum?" Falls nein, sollte man die Finger davon lassen. Denn die Gefahr, dass es dort nicht mit rechten Dingen zugeht, ist dann groß. Sehr beliebt sind diese "Shops" bei Mobiltelefonen, anderen elektronischen Geräten, aber auch bei Schuhen oder Eintrittskarten. Bei der Bezahlung sollte der Kunde auf PayPal-Bezahlung oder Lastschrift bestehen und sich nicht auf Vorausbezahlung einlassen.

Doch wie erkennt man einen Fakeshop? Neben einem fehlenden oder gefälschten Impressum werden Kunden mit extrem g ünstigen Angeboten geködert. Schon der gesunde Menschenverstand sollte einem aber sagen, dass zum Beispiel eine Markensonnenbrille, für die im Fachhandel 200, 300 oder mehr Euro bezahlt werden müssen, nicht für 50 Euro zu bekommen ist. Angeboten werde nur eine Bezahlart, oft auch Überweisung auf ein ausländisches Konto. Ein Tipp des Experten lautet deshalb, erst einmal den Shop-Namen zu googeln und schauen, ob in Foren negative Erfahrungen vorhanden sind.

Wer das Büro von Martin Mühlhäuser im Polizeirevier Gaggenau betritt, dem fallen gleich die vielen Blätter an der Wand oberhalb der Computerbildschirme auf. Neben aktuellen Fällen hat er auch Dankesschreiben ausgedruckt von Gaggenauern, denen er helfen konnte und in denen die Opfer ihre Zufriedenheit mit seiner Arbeit ausdrücken. Apropos Arbeit: "Die ist schon viel", berichtet der Sachbearbeiter "Cybercrime". Zwar sei es eine relativ ruhige Ermittlungsarbeit und nicht vergleichbar mit dem Streifendienst, aber langweilig wird ihm nicht. Denn es sind noch weitaus mehr Dinge, die unter den Begriff "Cybercrime" fallen. "Falsche Lastschriften von Bankkonten" ist so eine Sache. Betroffen sind zum Beispiel Vereine.

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