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Von der Siedlung zur Murgschifferstadt
Von der Siedlung zur Murgschifferstadt
20.08.2019 - 00:00 Uhr
Gernsbach (galu) - 800 Jahre Stadtgeschichte. Darauf kann Gernsbach mittlerweile zurückblicken. Im Rahmen des Jubiläums wurde von der Stadtverwaltung eine modern aufgearbeitete Buchversion in Auftrag gegeben, umgesetzt wurde dieses von zehn Autoren. Das BT berichtet in einer mehrteiligen Serie über das Werk.

Erstmals wird Gernsbach beziehungsweise Genrespach 1219 schriftlich erwähnt, als die Grafschaft Eberstein nach dem Tod von Eberhard III. zwischen seinen Söhnen, Eberhard IV. und Otto I., aufgeteilt wird. Das Geschlecht der Ebersteiner verlegte bereits vor 1085 seinen Stammsitz aus der Ortenau in die damals neu errichtete Burg Alt-Eberstein, um das Murg- und Rheintal kontrollieren zu können.

Das Murgtal war im Mittelalter noch sehr dünn besiedelt und Gernsbach noch eine kleine Siedlung an der Murg. Mit guten Voraussetzungen jedoch. Mit der Murg waren die wichtigsten Kriterien für eine florierende Siedlung gegeben: Wasser und Verkehrswege.

In einer nur abschriftlich erhaltenen Urkunde aus dem Jahr 1219 ohne Tagesdatierung aus Freiolsheim wird Gernsbach gleich doppelt erwähnt, als Marktdorf und als Kirchdorf. Somit wird von zwei Siedlungskernen ausgegangen: Dem älteren Kirchdorf aus dem 12. Jahrhundert und das jüngere Marktdorf, welches vermutlich bereits im Hinblick zur Weiterentwicklung zur Stadt gegründet worden war.

Das Kirchdorf war hierbei im Besitz der Grafschaft Eberstein, das Marktdorf war Lehngut des Hochstifts Speyer. Dieses hatte am Anfang des 12. Jahrhunderts den Alleinbesitz über das untere Murgtal. Als historischer Stadtgründer wird Otto von Eberstein genannt. Dieser starb 1279 im Alter von 80 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt war Gernsbach bereit eine Stadt und der Mittelpunkt der Grafschaft.

Teilung prägt frühe

Stadtgeschichte

Die weitere mittelalterliche Geschichte ist vor allem von der Teilung Gernsbachs zwischen der Grafschaft Eberstein und der Markgrafschaft Baden geprägt. Erwähnenswert ist hierbei die Entstehung der Grafensprung-Sage im 14. Jahrhundert. Der historische Kern der Auseinandersetzung zwischen Wolf von Eberstein und Eberhard von Baden kann als korrekt angesehen werden. Jedoch dürfte alles andere lediglich Volkssage sein, da historisch nachweisbar niemals eine Flucht Wolfs von der Burg Neu-Eberstein stattgefunden hat.

Über die folgenden Jahrhunderte fand ein stetiger Ausbau Gernsbachs und dessen Befestigungsanlagen statt. Wurde 1417 ein großer Teil der Stadt Opfer eines Brandes, gab es doch bereits Mitte des 16. Jahrhunderts für alle Kernstadtbewohner Zugang zu sauberem Brunnenwasser.

Ein weiterer großer Teil des ersten Kapitels des Buchs ist die mittelalterliche Wirtschaft in Gernsbach. Wald war hier die herausragende und vorherrschende Ressource und somit wurde Holz schnell zum wichtigsten Exportgut der Stadt. Dieser florierende Holzhandel hatte wiederum die Entwicklung der Murgschifferschaft und der Flößerei zur direkten Folge, zwei der geschichtlich prägendsten Wirtschaftszweige für Gernsbach. So sind wichtige ansässige Murgschifferfamilien bereits seit Anfang des 16. Jahrhunderts in Gernsbach nachweisbar und hatten Anteil am Wachstum der Stadt. Im 16. Jahrhundert erwirtschaftete Gernsbach alleine ein Drittel der Gesamtsteuerleistung der Grafschaft und war somit zurecht deren wirtschaftliches und administratives Zentrum.

Dies ist ein Umriss des ersten Kapitels des Buchs "800 Jahre Gernsbach - die Geschichte der Stadt". Das reich bebilderte, rund 360 Seiten umfassende Gemeinschaftswerk von Historikerinnen und Historikern aus dem badischen Raum ist für 34 Euro in der Bücherstube Sabine Katz und bei der Gernsbacher Tourist-Info erhältlich.

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