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Weniger Nadelholz - weniger Brandgefahr
22.08.2019 - 00:00 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Murgtal - Trockene Sommer sind zur Regel geworden in unseren Wäldern. Der Waldboden verliert seine Feuchtigkeit, und dürre Nadeln besorgen den Rest: Die Gefahr eines größeren Waldbrands ist auch im Murgtal gegeben. Wie die Feuerwehren damit umzugehen wissen, das erläutert Dieter Spannagel im BT-Gespräch. Er ist Gesamtkommandant der Freiwilligen Feuerwehr Gaggenau.

Es genügt oft nur ein Funke. In jeder Sommersaison werden oftmals ganze Waldlandschaften ein Raub der Flammen. Schwarz verkohlte Baumleichen sehen nicht nur unschön aus, auf diese Weise geht auch wertvoller CO 2 Speicher verloren.

Oft ist es nur Unachtsamkeit, wie eine aus dem Autofenster geworfene Zigarettenkippe oder eine Glasscherbe, die sich als Brennglas entpuppt. Ebenso kann der heiße Katalysator eines Autos fatale Folgen haben. Jedoch ist davon auszugehen, dass ein Waldbrand bei uns nicht in der gleichen Heftigkeit auftritt wie im Juli in Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern, versichert Dieter Spannagel. Dies liege nicht zuletzt an den unterschiedlichen Vegetationsstrukturen: Kiefern brennen aufgrund ihres hohen Gehalts an ätherischen Ölen einfach besser als Laubbäume, die sich in den Wäldern des Murgtals unter die Nadelbäume mischen. Im Stadtwald von Gaggenau macht die Kiefer beispielsweise nur zehn Prozent aus, die Buche hingegen 26 Prozent.

"Zum Glück sind wir von derlei Großereignissen bisher verschont geblieben", erinnert Spannagel an die Feuerwehrkameraden aus Gaggenaus französischer Partnerstadt Annemasse: Diese werden regelmäßig zu Waldbrandeinsätzen in den Süden Frankreichs abkommandiert.

Routine durch

regelmäßige Übungen

Auch wenn bisher, von kleineren Feuern im Gelände einmal abgesehen, keine großflächigen Brände zu löschen waren, fließt die Annahme eines Waldbrandes immer wieder in das Übungsgeschehen von allen Gaggenauer Feuerwehr-Abteilungen ein. Zudem habe eine vor wenigen Jahren abgehaltene Großübung auf dem Mahlberg gezeigt, dass die Freiwilligen mit derlei Herausforderungen gut umgehen können: Routiniert verlegten sie eine rund 2,5 Kilometer lange Schlauchleitung von Michelbach aus hoch auf den Berg, inklusive der für diese Streckenlänge benötigten Verstärkerpumpen. Ein Fahrzeug der Feuerwehr ist voll mit diesen B-Schläuchen, erläutert Spannagel.

Große Löschflugzeuge, wie sie häufig in Südeuropa zum Einsatz kommen, hält er für das Murgtal für nicht zielführend. Diese hätten hier aufgrund der Topografie und fehlender großer Wasserflächen zu große Schwierigkeiten, ihre Wassertanks zu füllen. In Laupheim bei Ulm verfügt die Bundeswehr über Hubschrauber mit Außentanks, die zwischen 1 000 und 5 000 Liter Wasser bunkern. Sie können bei Bedarf angefordert werden.

Wie steht es mit der Ausrüstung? Der Nordschwarzwald weist oft unwegsames Gelände auf mit steilen Hängen und Felswänden. Und auch eine Industriestadt wie Gaggenau verfügt über gut 3 650 Hektar Waldfläche; das ist mehr als die Hälfte der Gesamtgemarkung von 6 500 Hektar.

Als einen Vorteil nennt Spannagel die von der Forstwirtschaft angelegten gut befahrbaren Waldwege. Allein im Stadtwald sind es 130 Kilometer. Das gut ausgebildete Personal könne somit schnell zu einem Brandort vordringen; darüber hinaus stehen in den Feuerwehrdepots der Stadt großteils geländegängige Fahrzeuge. Von besonderer Nützlichkeit ist auch die Ortskunde der Feuerwehrleute, weiß Spannagel: "Wer mit dem Mountainbike unterwegs ist oder Holz macht, kennt sich im Wald aus." Bleibt nur noch der Blick auf die Schutzkleidung. Diese ist vornehmlich für den Inneneinsatz konzipiert und für einen über Stunden dauernden Einsatz im Gelände nicht geeignet. Von einer ordentlichen Investition spricht deshalb der Feuerwehrkommandant, wenn es um die Anschaffung leichter Helme und leichterer Schutzkleidung geht.

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