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Das Ende der ebersteinischen Herrschaft
Das Ende der ebersteinischen Herrschaft
26.08.2019 - 00:00 Uhr
Von Lukas Gangl

Gernsbach - 800 Jahre Stadtgeschichte - darauf kann Gernsbach mittlerweile zurückblicken. Im Rahmen des Jubiläums wurde von der Stadtverwaltung eine modern aufgearbeitete Buchversion in Auftrag gegeben, umgesetzt wurde dieses von zehn Autoren. Das BT berichtet in einer mehrteiligen Serie über das Werk.



Bereits seit 1387 herrschten die Grafen von Eberstein und die Markgrafen von Baden über Gernsbach und - bis 1624 - über die gesamte Grafschaft Eberstein.

Im Jahr 1505 veränderten sich der Charakter dieser gemeinsamen Herrschaft jedoch fundamental. In diesem Jahr wurde offiziell das badisch-ebersteinische Kondominat begründet. Somit gab es in Gernsbach eine gemeinschaftliche Verwaltung durch einen von beiden Grafen eingesetzten Vogt. Für die Bevölkerung hatte dies den großen Vorteil, dass diese nicht mehr in badische und ebersteinische Untertanen unterteilt waren.

Generell war eine gewisse Komplexität und rasche Wandelbarkeit der Herrschaftsverhältnisse charakteristisch für das Gernsbach des 16. Jahrhunderts. Ebenso vorherrschend war die Dominanz des badischen Kondominatspartners: Die Ebersteiner unterstellten sich praktisch den Markgrafen von Baden.

In den Morgenstunden des 21. Mai 1595 sollte sich dies jedoch erneut ändern. An diesem Tag marschierte Markgraf Ernst Friedrich von Baden-Durlach mit etwa 250 Reitern und zwei Fähnlein Fußvolk auf Gernsbach zu. Dieser hatte zuvor bereits die Markgrafschaft Baden-Baden militärisch besetzt und wollte mit einer Besetzung Gernsbachs Druck auf den Ebersteiner Grafen Philipp II. ausüben. Der sollte ihn als neuen Mitherrn in der Grafschaft anerkennen.

Ebenso beschäftigt sich das zweite Kapitel des Buchs mit dem Aussterben des Geschlechts der Ebersteiner. Bereits 1624 verlieren diese einen Großteil ihrer Anteile an der Grafschaft und somit auch an politischem Gewicht. Mit dem Tod von Casimir von Eberstein im Jahr 1660 stirbt die männliche Linie der Ebersteiner aus. Alle Anteile an der Grafschaft fielen somit zurück an den Lehnsherrn, das Hochstift Speyer. Nach fast 500 Jahren ebersteinischer Linie standen Gernsbach und die Grafschaft nun nicht mehr unter badisch-ebersteinischer Herrschaft und Verwaltung, sondern unter badisch-speyrischer.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Reformation mit der Konfessionalisierung. Dies sorgte für einen lange andauernden Konflikt.

Ansonsten ging es stetig für Gernsbach als Stadt aufwärts. Zwar schritt die Entwicklung erst nur langsam voran und Gernsbach blieb lange nur eine "Kleinstadt", doch ein kontinuierlicher wirtschaftlicher Aufschwung ermöglichte nach und nach Innovationen und Verbesserungen. Beispielsweise gab es im 16. und 17. Jahrhundert vermehrt Steingebäude in der Stadt, auch die Straßen wurden gepflastert. Diverse karitative Einrichtungen entstanden, und sowohl Schulen als auch die Verwaltung erfuhren grundlegende Verbesserungen und Modernisierungen.

Dies ist ein Umriss des zweiten Kapitels des Buchs "800 Jahre Gernsbach - die Geschichte der Stadt". Das reich bebilderte, rund 360 Seiten umfassende Gemeinschaftswerk von Historikerinnen und Historikern aus dem badischen Raum ist für 34 Euro in der Bücherstube Sabine Katz und bei der Gernsbacher Tourist-Info erhältlich.

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