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Wesenstest soll Klarheit bringen
Wesenstest soll Klarheit bringen
27.08.2019 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Ein Unglück mit bösen Folgen: Am 13. März wurde eine Gaggenauerin von einem sogenannten Kampfhund angefallen und durch Bisswunden schwer verletzt. Eines ihrer Tiere, ein Mini-Labradoodle, wurde totgebissen. Die Zukunft der angreifenden Hündin ist ungewiss. Die Stadt fordert, dass der Halter das Tier bis zum 30. August abgibt. Der Halter will das nicht hinnehmen; sein Anwalt hat gegen die Verfügung Widerspruch eingelegt. Letztlich geht es darum, ob dem Eigentümer das Halten von "Luna" untersagt werden kann - oder ob ein Verbot unverhältnismäßig wäre.



Bei "Luna" handelt sich um einen "Listenhund". Nach BT-Informationen ist er laut Gentest zu 65 Prozent der Rasse "Staffordshire Terrier" zuzuordnen - was umgangssprachlich auch als Kampfhund bezeichnet wird. Der Gentest war von der Stadtverwaltung nach dem Vorfall angefordert worden. Es war im Übrigen das erste Mal, dass die Stadt einen solchen Test machen ließ.



Gekauft hatte der Halter von "Luna" das Tier in Baden-Baden. Dort betont man: "Luna" sei ein guter Hund, habe in ihrer Jugend mit kleinen Hunden zusammengelebt. Die ehemalige Halterfamilie habe das Tier aus familiären Gründen abgegeben, "aber nicht, weil der Hund schwierig gewesen wäre". Das Gegenteil sei der Fall.



Hintergrund

"Als Mischling" habe man "Luna" angenommen und sie, "damit man sich was vorstellen kann", als "Boxer-Mischling" bezeichnet. Mit gutem Gewissen habe man sie im Dezember 2017 an ihren neuen Halter in Gaggenau abgegeben. "Das ist niemand, der sich einen Kampfhund hält, weil es ein Kampfhund ist."

Als Anwalt vertritt Klaus-Eckhard Walker den Halter von "Luna": Walker erläutert: "Entgegen der Auffassung der Ordnungsbehörde ist davon auszugehen, dass der Hund ,Luna' nicht ,bissig' und damit nicht gefährlich ist, sondern dass das Verhalten von ,Luna' ,bewusst herausgefordert' wurde." Die Geschädigte trage "erhebliches Mitverschulden an ihren Verletzungen". Denn sie habe ihren Hund auf den Arm genommen, "weil sie fehlerhaft davon ausging, ihren Hund schützen zu müssen, statt die Hunde weiter spielen zu lassen." An diesem Tag sei ausnahmsweise und zum ersten Mal eine fremde Person, die Schwägerin des Halters, mit "Luna" in Begleitung einer weiteren weiblichen Person und deren Hund spazieren gegangen.

Als die beiden auf die Geschädigte und deren beide Hunde trafen, hätten sich die drei Hundeführerinnen verständigt, die vier Hunde auf einer Wiese frei miteinander spielen zu lassen. Walker betont: "Der bedauerliche Vorfall war für den am Geschehen unbeteiligten Tierhalter nicht vorhersehbar. Zu keinem Zeitpunkt hatte sich ,Luna' zuvor jemals aggressiv gezeigt. Dies übrigens auch nach dem besagten Vorfall nicht."

Kurze Leine

und Maulkorbpflicht

Unmittelbar nach dem Vorfall habe "Luna" angebunden am Baum keinerlei Anzeichen von Aggression gezeigt. Bei einem späteren Besuch eines Vertreters der Polizeihundestaffel in der Wohnung des Hundehalters sei die Hündin freundlich gewesen und habe sich von der ihr fremden Person anfassen lassen. Der Tierhalter sei ein erfahrener Hundehalter, betont Rechtsanwalt Walker. "Luna" werde entsprechend der Verfügung des Ordnungsamts der Stadt vom 9. April an der kurzen Leine sowie außerhalb nur mit Maulkorb Gassi geführt. Das Verhalten des Tieres ist von "seinem Herrn" als Hundehalter kontrollierbar. Walker: "Eine Gefahr für Menschen geht nach allem, was bekannt ist, von Luna nicht aus." Seitens der Geschädigten wird dies mit Sicherheit anders gesehen: Reflexartig hatte sie ihr Tier auf den Arm genommen, um es zu schützen. Da wurde sie von "Luna" in den linken Unterarm gebissen. Vor Schmerz ließ sie ihre Hunde los. Bei einer erneuten Attacke wurde sie von "Luna" von hinten umgeworfen und zweimal in den Oberarm gebissen.

Ein beantragter Wesenstest werde die Ungefährlichkeit von "Luna" bestätigen, sagt hingegen Eckehard Walker.

Da sich zwischenzeitlich herausgestellt habe, dass "Luna" ein Kampfhund ist, habe sein Mandant bei der Ortspolizeibehörde einen Antrag auf Erlaubnis zum Halten eines Kampfhundes gestellt.

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