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Schmerzmittel aus Klinik geklaut
Schmerzmittel aus Klinik geklaut
28.08.2019 - 00:00 Uhr
Gernsbach (for) - "Gelegenheit macht Diebe" resümierte der Gernsbacher Amtsgerichtsdirektor Ekkhart Koch gestern nach einer knapp einstündigen Verhandlung. Einem 44-jährigen Angeklagten wurde vorgeworfen, Schmerzmittel aus einem Medikamentenschrank im Klinikum Forbach gestohlen zu haben.

Aufgrund des Diebstahls hätte der in Karlsruhe lebende Angeklagte sich eigentlich schon am 14. Mai vor dem Amtsgericht verantworten müssen. Zu dem Gerichtstermin war er allerdings ohne Entschuldigung nicht erschienen. Es erging Haftbefehl gegen ihn. In der gestrigen Verhandlung begründete der 44-Jährige sein Fernbleiben damit, dass es Probleme mit der Zugverbindung von Karlsruhe nach Gernsbach gegeben haben soll. Auf die Frage des Richters, weshalb er das Amtsgericht nicht rechtzeitig darüber informiert habe, hatte der Angeklagte keine Antwort.

Der Beschuldigte, der bis zu seinem achten Lebensjahr in Forbach aufgewachsen war, soll am 17. Dezember gegen 15 Uhr von einer Krankenschwester in der Forbacher Klinik auf frischer Tat ertappt worden sein: Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, habe eine Krankenschwester den Mann im Medikamentenraum vor einer geöffneten Schublade vorgefunden. Daraufhin habe sie dem 44-Jährigen mit der Polizei gedroht, woraufhin dieser freiwillig seine Taschen geleert habe. Dabei seien Schmerzmittel im Wert von 50 Euro zum Vorschein gekommen. Laut der Krankenschwester stand der Karlsruher zum Tatzeitpunkt unter starkem Alkoholeinfluss.

Langes



Vorstrafenregister

Der medikamentensüchtige Angeklagte räumte den Diebstahl ein. Er habe keine andere Möglichkeit gesehen, auf legalem Weg an die Tabletten zu gelangen: "Ich war in Karlsruhe bei mehreren Ärzten, von denen mir keiner die Schmerzmittel verschreiben wollte", schilderte er vor Gericht.

Aus diesem Grund hatte sich der Beschuldigte dazu entschlossen, eine ihm vertraute Ärztin im Forbacher Klinikum aufzusuchen. "Als ich in Forbach ankam, stellte ich allerdings fest, dass meine Ärztin erst zwei Stunden später in der Praxis gewesen wäre", so der Angeklagte. Er habe zwar noch lose Schmerztabletten bei sich getragen, doch als sein Blick auf den Medikamentenschrank fiel, habe er die Gelegenheit genutzt.

Aufgrund seiner Drogensucht, die Koch während der Verhandlung mehrmals ansprach, erhielt der Angeklagte in der Vergangenheit unter ärztlicher Kontrolle Ersatzdrogen. Sein Verteidiger machte deutlich, das s die Sucht für den Beschuldigten ein erhebliches Problem darstelle. Dass er zu seinem ersten Gerichtstermin nicht erschienen war, habe er sich selbst zuzuschreiben. Deshalb forderte der Verteidiger einen Monat Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Die Staatsanwaltschaft forderte aufgrund des langen Vorstrafenregisters des Angeklagten eine Freiheitsstrafe von drei Monaten ohne Bewährung.

Richter Ekkhart Koch verurteilte den 44-Jährigen schließlich zu einer Freiheitsstrafe von einem Monat. Verteidigung und Staatsanwaltschaft verzichteten auf weitere Rechtsmittel. Der Haftbefehl des Amtsgerichts Gernsbach vom 14. Mai wurde aufgehoben. Bereits seit 3. Juli verbüßt der 44-Jährige eine Ersatzfreiheitsstrafe in der JVA Offenburg.

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