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"Wir wissen nie, was uns erwartet"
29.08.2019 - 00:00 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Forbach - In jüngster Zeit hat es ab und an geregnet, dennoch herrscht während langer Trockenperioden auch im Murgtal Waldbrandgefahr. Dies wird bei einem Blick auf die Gemarkung von Forbach deutlich. Die Fläche der Gemeinde erstreckt sich über 13 182 Hektar (ha). Davon sind rund 91 Prozent mit Wald bedeckt. Der Ort zählt somit zu den waldreichsten in Baden-Württemberg. Ein brennender Wald ist zwar nicht an der Tagesordnung, gleichwohl gibt es ihn als besondere Herausforderung.

Da ist zum einem die Topografie. Zum anderen ist es die schiere Größe des Gebiets, das von den 92 aktiven Feuerwehrleuten aller Abteilungen abgedeckt werden muss. Steile Felswände, Moor und unzugängliche Waldflächen erschweren die Brandbekämpfung.

Auf Forbacher Gemarkung waren stets jährlich ein oder zwei Waldbrände zu löschen. Im letztjährigen Extrem-Sommer mit Wochen ohne ausreichend Regen war jedoch kein einziger zu verzeichnen. Gesamtkommandant Christian Striebich erzählt im BT-Gespräch von einem Moorbrand beim Herrenwieser See. "Zum Glück war er nicht so gravierend", meint Striebich. Moorbrände sind schwer zu löschen, da die Einsatzkräfte nie wissen, wo sich das Feuer gerade durch den Untergrund frisst.

Normal befahrbare Waldwege können mit großen Lkw bewältigt werden. Die Stunde des Unimog schlägt in unzugänglichem Gebiet. Zum Kern des Fuhrparks gehört ein solches Fahrzeug, das in der Neubeschaffung teuer ist, aber wegen seiner hohen Geländegängigkeit als unverzichtbar gilt. Auch deshalb wurde das etwas ältere Einsatzfahrzeug aus Hundsbach nach der Eingliederung in die Gesamtwehr Forbach in Eigenregie neu aufgebaut. Das bestellte Tanklöschfahrzeug (TLF) 3 000 hat einen Wasserwerfer auf dem Dach, der Brandbekämpfung aus der Entfernung ermöglicht und für zusätzliche Sicherheit sorgt. Für die Forbacher ist diese Anschaffung, finanziert auch über Zuschüsse, ein Glücksfall: Modernste Technik wird sie künftig begleiten.

Im Wald gibt

es keine Hydranten

Waldbrand bedeutet "Feuer acht", die höchste Warnstufe. Denn Brände im Wald sind immer eine Bedrohung. Auch für Mensch und Tier. "Wir wissen nie, was uns diesbezüglich erwartet", erläutert Striebich.

Löschfahrzeuge sind für die Floriansjünger unerlässlich. Im Pendelverkehr sichern sie den Wassernachschub, im Wald gibt es schließlich keine Hydranten. Auf einen Brand der Dimension acht zeigen sich die Abteilungen Forbach, Langenbrand und Hundsbach bestens vorbereitet. Innerhalb kürzester Zeit können fast 19 000 Liter Wasser an den Brandherd geschafft werden. Allein im Feuerwehrgerätehaus stehen drei Tanklöschfahrzeuge (TLF 8/18, TLF 16/24, HLF 20/20), mit einem Fassungsvermögen von 6 200 Litern. Hinzu gesellen sich die Löschfahrzeuge aus Langenbrand (TLF 10) mit 1 200 Litern und Hundsbach (TLF 16/25) mit 2 500 Litern.

Auch kann die Murgtalgemeinde auf die Unterstützung der Feuerwehr Gernsbach und deren Einsatzleitwagen (ELW 1) und TLF 16/40 mit einem Wassertank von 4 000 Litern bauen. Bei Bedarf ist auch die Freiwillige Feuerwehr Gaggenau gefordert: Deren TLF 24/50 kann 5 000 Liter Wasser bunkern. Ebenso können die Forbacher im Brandfall auf den Schlauchwagen, gefüllt mit mehr als 2 000 Meter Schlauchmaterial der Feuerwehrkollegen aus der Benzstadt zurückgreifen.

Festgelegt ist das Ausrückprozedere in der Ausrückordnung. Mit Weisenbach wird ebenfalls ein reger Austausch gepflegt, ebenso mit den Wehren von Schönmünzach und Baiersbronn. Drei Feuerwehrleute waren jüngst Teilnehmer eines Waldbrandsymposiums. Bei diesem wurde nicht nur das neueste Equipment vorgestellt, sondern auch, wie bei Bränden in Waldgebieten vorgegangen werden kann.

Als eine besondere Herausforderung bezeichnet Striebich einen Brand im Nationalpark. Dort gelten andere Regeln: Natürlich entstandene Feuer sollten nach Möglichkeit nicht gelöscht werden, auch um eine natürliche Regeneration in Gang zu setzen, so Striebich. "Die Schwierigkeit besteht jedoch für uns darin, die Feuer abzufangen", berichtet der Feuerwehrmann. Bei Gesprächen soll dieser Sachverhalt geklärt werden. Zum Schluss erzählt der Feuerwehrkommandant noch von leichtsinnigen Begebenheiten. So zum Beispiel von heißer Asche, die nach dem Grillen über die Felsen in Richtung Murg gekippt wurde, von angezündeten Reisigstapeln oder nicht korrekt abgelöschter Glut.

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