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Zuschuss für Verkaufsautomaten und Infotafeln
Zuschuss für Verkaufsautomaten und Infotafeln
30.08.2019 - 00:00 Uhr
Gernsbach (red) - In Leiberstung und bald in Reichental können die Menschen wieder in fußläufiger Entfernung alles einkaufen, was sie zum täglichen Leben benötigen. Auch in Forbach, Sinzheim, Bühlertal und Loffenau wird in touristische Gewerbe und Infrastruktur investiert. Wo bisher nur mittlere und größere Projekte gefördert wurden, soll es jetzt eine Änderung geben: Die Leader-Förderung für Kleinprojekte.

Das europäische Förderprogramm Leader unterstützt in der Region Mittelbaden seit Herbst 2015 eine zukunftsfähige Entwicklung auf unterschiedlichen Handlungsfeldern. Insgesamt 2,34 Millionen Euro an Fördermitteln der europäischen Union und des Landes Baden-Württemberg wurden in diesem Zeitraum für 34 Projekte bereitgestellt. Im Zentrum stehen die Ideen der Bürger in der Region, da sie selbst am besten wissen, was in ihrer Region fehlt und wohin diese sich zukünftig entwickeln soll. "Die bisherige Entwicklung ist aus unserer Sicht sehr erfreulich", beurteilt Dr. Antje Wurz, die Regionalmanagerin der Leader-Region Mittelbaden, den aktuellen Umsetzungsstand. "Allerdings finden wir es sehr bedauerlich, dass wir bisher vor allem mittlere bis größere Projekte unterstützt haben und nur wenige kleine oder gemeinnützige, bürgerschaftliche Projekte darunter sind. Bei einem Förderprogramm, das bei den Bürgern der Region ansetzt, sollte eigentlich genau dieser Bereich im Zentrum stehen", wird sie in einer Pressemitteilung zitiert.

Das recht komplizierte Förderverfahren schreckt viele von der Antragstellung ab. Außerdem schließt eine Bagatellgrenze bisher die Unterstützung von kleinen Projekten aus, die weniger als 5 000 Euro Zuschuss erhalten würden. Doch das soll sich jetzt ändern. Mit einem neuen Regionalbudget sollen Kleinprojekte nun in Schwung gebracht werden. Das neue Förderinstrument steht den Leader-Regionen zur Verfügung und soll auch in Baden-Württemberg genutzt werden. Jeder Region, die dieses nutzen möchte, steht dazu ein Budget von jährlich insgesamt 200 000 Euro zur Verfügung, das sie für kleine Projekte vergeben kann. Davon stammen 180 000 Euro aus Bundes- und Landesmitteln, 20 000 Euro müssen die Leader-Regionen selbst beisteuern.

"Als wir von der neuen Fördermöglichkeit erfahren haben, haben wir sofort die Weichen gestellt, um das Regionalbudget auch bei uns nutzen zu können", so die stellvertretende Vorsitzende der Leader-Kulisse Mittelbaden Schwarzwaldhochstraße, Walburga Eckert. "Wir hoffen, dass wir damit endlich schnell und unbürokratisch kleine Vorhaben unterstützen können. Außerdem können wir damit auch nach Ablauf der Förderperiode bis mindestens 2021 die begonnene regionale Entwicklung fortführen. Diese Kontinuität ist uns sehr wichtig", heißt es in der Mitteilung weiter.

Fördersatz beträgt



einheitlich 80 Prozent

Gefördert werden können Projekte bis 20 000 Euro Nettokosten, die Untergrenze liegt bei Vorhaben mit mindestens 625 Euro Nettokosten. Die Projekte müssen einem der Bereiche "Dorfentwicklung", "ländliche Infrastrukturen", "Kleinstunternehmen der Grundversorgung" oder "Einrichtungen für lokale Basisdienstleistungen" des "Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes"-Rahmenplans (GAK) entsprechen sowie die Entwicklungsziele der Leader-Region unterstützen. Der Fördersatz beträgt für alle Projekte einheitlich 80 Prozent. Eigenleistungen können unter bestimmten Voraussetzungen anteilig mit 60 Prozent unterstützt werden. Förderfähig sind nur investive Vorhaben und die Anschaffung von dauerhaften Gegenständen, laufende Betriebskosten und Verbrauchsgüter können nicht gefördert werden. Kommunen, kleine Gewerbebetriebe, Vereine, Personen und Personengemeinschaften können die Förderung beantragen.

"Es ist eine breite Palette von Projektideen denkbar, die Förderfähigkeit klären wir für jedes Projekt einzeln ab", erläutert Wurz. "Typische Beispiele sind Verkaufsautomaten, Ladestationen, dauerhafte Dorfverschönerungsmaßnahmen, Infotafeln und vieles mehr."

Die Förderrichtlinie wird derzeit auf Landesebene abschließend abgestimmt, es soll aber noch dieses Jahr losgehen. Aus diesem Grund sammelt die Leader-Geschäftsstelle im Forstamt Baden-Baden bereits jetzt förderfähige Projektideen für passende Kleinprojekte aus der Region und bietet Beratungen zur neuen Unterstützungsmöglichkeit und den notwendigen Voraussetzungen an.

Beim Naturparkmarkt in Gernsbach am Sonntag, 1. September, ist die Leader-Kulisse mit einem Stand vertreten, an dem sie schwerpunktmäßig über die Kleinprojektförderung informieren wird. Interessierte Personen sind am Stand willkommen, für Kinder gibt es ein kleines Quiz und Luftballons.

www.leader-mittelbaden.de

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