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Geringes Interesse am Informationsabend
31.08.2019 - 07:40 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Gernsbach - Nur rund 40 Personen zeigten am Donnerstag Interesse am Informationsabend des Regierungspräsidiums im kleinen Stadthallensaal. Am Montag, 2. September, soll mit der seit Langem geplanten Rettungstreppen-Erweiterung und deren Anschluss an die Gernsbacher Tunnelröhre begonnen werden. Rund zwei Jahre Bauzeit werden von den Planern dafür veranschlagt. 2021, nach dem Ende der Rohbauarbeiten, soll dann mit der technischen Ausrüstung der vier neuen Rettungsbauwerke begonnen werden.





Die Arbeiten starten beim Rettungstreppenhaus "Am Bahnhof" mit Baugruben- und Verbauarbeiten. Wenngleich nicht mit allen Bauwerken gleichzeitig begonnen werden kann, so zeigen sich der Leiter des Baureferats beim Regierungspräsidium Karlsruhe, Jürgen Genthner, und Bauleiter Dennis Saldern davon überzeugt, dass im November die Arbeiten an allen geplanten Gebäuden parallel verlaufen können. Ebenso betonten sie mehrmals, die damit zusammenhängenden Beeinträchtigungen für die Anwohner in den Baubereichen soweit es geht zu minimieren.

Als Grund für die nun anstehenden Maßnahmen nannte Genthner, dass zur Bauzeit des Gernsbacher Tunnels von 1992 bis zu dessen Eröffnung am 6. Oktober 1997 keine Fluchtwege in so großer Anzahl vorgeschrieben waren. Unfälle mit verheerenden Folgen, unter anderem im Mont-Blanc- und Gotthard-Tunnel, führten zu einer Überarbeitung der Richtlinien für die Ausstattung und den Bereich von Straßentunneln (RABT).

Für das Erreichen des vorgeschriebenen Sicherheitsstandards fehlen der Gernsbacher Unterquerung vier zusätzliche Rettungstreppenhäuser, alle 300 Meter eines. Bislang verfügt die Tunnelröhre nur über einen Fluchtweg. Ein Ausstieg ist lediglich über das Technikgebäude im Blumenweg möglich. Gebäude eins und zwei entstehen linksseitig, vier und fünf rechts von der Tunnelröhre in Fahrtrichtung Rastatt.

Sprengungen

erforderlich

Ein nicht leichtes Unterfangen, erläuterte Genthner. Für Nummer vier am Blumenweg muss am tiefsten (22 Meter) gegraben werden. Gleichwohl ist es der Bau, der sich nur in einem Abstand von fünf Metern zum Tunnel befindet. Über eine Länge von 49 Metern verfügt hingegen der Querstollen der rettenden Einrichtung beim Kurpark. Beim Bahnhof muss unter dem Grundwasserspiegel gegraben werden. Dieser liegt dort bei rund 157 Metern über Normalnull, ungefähr gleichbedeutend mit vier Metern unter dem Straßenniveau. Der Referatsleiter wies darauf hin, dass der obere Teil der Baugrube recht leicht auszuheben sei, im unteren Schachtbereich aber Sprengungen erforderlich seien. Die bergmännische Vorgehensweise kommt auch beim Vortrieb der Querstollen sowie bei den anderen Baugruben zum Einsatz. Deshalb müsse kurzzeitig mit Erschütterungen gerechnet werden.

Auf zwei Sprengeinsätze pro Woche und nur tagsüber will der Bauherr die Sprengtätigkeit einschränken. Die Überwachung der Gleise übernehmen in den Baubereichen Messsysteme, die bei geringsten Abweichungen von der Norm Alarm schlagen und schon bei der Bahnbaustelle in Rastatt erfolgreich getestet wurden. Ebenso war zu hören, dass aktuell ein Sprenggutachten erstellt wird. Das Beweissicherungsverfahren soll bereits abgeschlossen sein. Zu der Komplettsperrung des Tunnels an acht Wochenenden wird es erst kommen, wenn die Anschlüsse der Querstollen an die Tunnelröhre vorbereitet werden. Die Scheuerner Straße wird während der 18-monatigen Bauphase gesperrt, der dortige Bahnübergang wird offengehalten, ebenso wie die Zufahrten zur Kelterberg- und Hildastraße sowie dem Nahkauf-Parkplatz.

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