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Mehr Lebensqualität durch Fachwissen
02.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Janina Fortenbacher

Gaggenau - "Wir sind Studenten mit dem Ziel, Menschen auf dieser Welt zu finden, die wir gemeinsam mit unserem Ingenieurwissen unterstützen können" - so lautet die Vision des gemeinnützigen Vereins Engineers Without Borders (EWB), der sich zum größten Teil aus Studenten des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zusammensetzt. Unter ihnen ist auch Maschinenbaustudent Andreas Kuppinger (23). Der gebürtige Sulzbacher fliegt am 8. September nach Äthiopien, um dort eine zuverlässige Trinkwasserversorgung sicherzustellen.





Bereits 2016 war Kuppinger mit mehreren EWB-Mitgliedern in das äthiopische Dorf Jello Adancho gereist, um dort mit der äthiopischen Organisation Smart und der Antonia-Ruth-Stiftung einen solarbetriebenen Trinkwasserbrunnen zu errichten. "Die Wasserbeschaffung in Jello Adancho ist sehr mühsam und dauert oft mehrere Stunden. Meist werden Frauen oder Kinder zum Wasserholen geschickt", schildert Kuppinger die Situation. Viele Kinder blieben deshalb immer wieder der Schule fern. Mit dem Brunnenpumphaus sei deshalb ein "riesiges Problem" gelöst worden.

Mittlerweile ist das Projekt in Jello Adancho abgeschlossen. Ein weiteres läuft seit 2017 in den rund sech Kilometer Luftlinie entfernten Örtchen Ushegola und Mergere. Die aneinandergrenzenden Dörfer liegen in einem Talkessel. Hier leben laut EWB in einem Umkreis von rund drei Kilometern mehr als 6 000 Menschen, welche bisher auf eine mangelhafte Wasserversorgung der Regierung angewiesen waren. Es gebe zwar einen Diesel-Brunnen, doch sei das System weder stabil noch für die Anforderungen ausgelegt. Viele Bewohner schöpften deshalb in den Flussbetten dreckiges Wasser aus gebuddelten Löchern.

"Durch den neuen Solar-Brunnen mit je einer Ausgabestelle in beiden Dörfern wollen wir die Trinkwasserversorgung langfristig sichern", so der 23-Jährige. Solarbetriebene Brunnen hätten gegenüber Dieselaggregaten den Vorteil einer Brennstoffunabhängigkeit und deutlich geringere Betriebskosten. Außerdem seien sie stabiler. Gleichzeitig biete das Solarsystem die Möglichkeit zur Stromversorgung.

Dorfbewohner



packen mit an

Finanziert werden die Projekte laut Kuppinger hauptsächlich durch Spenden großer Stiftungen. "Natürlich versuchen wir auch immer wieder, Privatspenden zu bekommen." Der Verein lege Wert darauf, dass der Großteil der Spendengelder auch tatsächlich für die Projektarbeiten verwendet wird. "Deshalb zahlen wir unseren Flug zu zwei Dritteln aus der eigenen Tasche", betont Kuppinger. Um Hotelkosten zu sparen und morgens keine langen Wege bis zur Baustelle auf sich nehmen zu müssen, übernachten die Studenten während der Projektphasen auf Iso-Matten bei den Dorfbewohnern. "Manchmal stellen sie uns auch ein Gebäude zur Verfügung, in dem wir dann alle gemeinsam untergebracht sind", erzählt Kuppinger.

Oftmals entstehen dabei Freundschaften mit den Einheimischen, die stets eng in die Arbeiten miteingebunden sind: "Ich würde das Engagement von EWB weniger als Hilfe bezeichnen, sondern viel mehr als Zusammenarbeit", merkt der KIT-Student an. "Wir besprechen unsere Pläne immer mit der Dorfgemeinschaft und geben dann auch viele Aufgaben an die Bewohner ab." Einige Tagelöhner würden sogar vom Projektpartner Smart angestellt und bezahlt werden.

Am 8. September fliegt Kuppinger mit zwei weiteren Kollegen während seiner Semesterferien erneut nach Äthiopien, um sich vor Ort über die aktuelle Lage in den Dörfern Ushegola, Mergere und auch in Jello Adancho zu informieren. Diese Reise sei allerdings nicht so sehr mit Arbeit verbunden, denn die Brunnen stehen ja bereits. Dieses Mal stünden Nachbereitungen, Nachschulungen mit den Dorfbewohnern und Wartungen auf dem Programm.

Kuppinger freut sich schon jetzt auf seinen zweiten Besuch: "In den vier bis sechs Wochen, die wir in einer Gemeinde verbringen, wird man in gewisser Weise ein Teil des Dorfs." Eine Sache hat ihn im Laufe seiner vergangenen Reise ganz besonders geprägt: "Die Menschen in diesem Land sind glücklich, obwohl sie nicht viel besitzen. Trotz ihrer Probleme sind sie dankbar und zufrieden mit dem, was sie haben."

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