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Kranke Bäume als Zeitbomben am Straßenrand
04.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Joachim Birk

Forbach - Sommerzeit ist nicht nur Urlaubs-, sondern auch Baustellenzeit. In den vergangenen Tagen war davon auch die Landstraße 79 zwischen Bermersbach und Roter Lache betroffen. Holzerntearbeiten machten die Sperrung der schmalen, kurvenreichen Verbindung nach Baden-Baden notwendig.

Die Gründe erläutert Bermersbachs Revierförster Hans-Jörg Wiederrecht beim Vor-Ort-Termin mit dem BT: "Wir haben aktuell zahlreiche geschädigte Bäume durch den Borkenkäfer im Bereich der Landstraße. Diese können schnell zum Sicherheitsrisiko für den Straßenverkehr werden."

Als kommunale Waldbesitzerin ist die Gemeinde Forbach in der Pflicht, die Verkehrssicherheit auch entlang von solchen Nebenstrecken zu gewährleisten. Am Beispiel einer Tanne zeigt Wiederrecht die Notwendigkeit der Fällung: Von dem hohen Stamm ist teilweise Rinde abgeblättert, ansonsten ist für den Betrachter aber kaum erkennbar, wie marode der Baum tatsächlich im Innern ist. Solche Hochstämme können nach Erfahrung des Forstfachmanns praktisch ohne Vorwarnung brechen und stellen eine tickende Zeitbombe für Radler, Autofahrer und Wanderer dar.

Dabei sind nicht allein Tannen und Fichten befallen. "Mittlerweile sind vom Borkenkäferbefall sämtliche Baumarten betroffen", erläutert Wiederrecht. Die anhaltende Trockenheit gerade im Vorjahr habe die Widerstandskraft des Waldes insgesamt geschwächt.

Ohne ausreichende Feuchtigkeit könnten auch tiefwurzelnde Laubbäume ihren Halt verlieren. Der Förster verweist auf eine Buche, deren Krone dürr geworden ist: "Wenn solche meterlangen Äste in dieser Höhe abbrechen, werden sie leicht zu gefährlichen Projektilen, die sogar die Helme von Forstarbeitern durchlagen können." Mit den Risiken steigen auch die Sicherheitsanforderungen bei Fällarbeiten, entsprechend aufwendiger seien die Forstarbeiten insgesamt geworden.

Die aktuelle Maßnahme liegt indessen voll im Zeitplan: "Von Donnerstag bis Samstag standen die eigentlichen Fällarbeiten an, am Sonntag konnten wir die Straße vorübergehend freigeben. Am Montag lief der Häcksler auf Hochtouren. Seit Dienstag ist der Weg über die Rote Lache wieder frei."

Bereits in Forbach, an der Abzweigung der Landstraße von der B 462, wurde auf die Straßensperrung deutlich hingewiesen. Doch nicht immer halten sich alle Verkehrsteilnehmer daran - auch während des Termins vor Ort lassen es zwei Radfahrer auf den Versuch ankommen und passieren die Absperrung am oberen Ortsende von Bermersbach.

Revierleiter Wiederrecht gebietet den Bikern Halt und macht ihnen den Ernst der Lage deutlich. Die beiden zeigen sich einsichtig, was leider nicht immer in solchen Situationen der Fall sei: "Meine Mitarbeiter und ich sind teils wüsten Beschimpfungen von Fahrern ausgesetzt," so Wiederrecht.

Wie real die Gefahrensituation bei Forstarbeiten ist, zeigt sich schon wenige Minuten später: Ein schweres Rückefahrzeug mit mehreren Langholzstämmen im Schlepptau kommt in erstaunlichem Tempo um die Kurve. Das Fahrzeug samt Fracht nimmt die gesamte Fahrbahn ein - Ausweichen wäre nicht möglich.

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