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Weisenbach bleibt Heimat des Bierdeckels
Weisenbach bleibt
04.09.2019 - 00:00 Uhr
Weisenbach - Seit Anfang des Jahres ist Karsten Beisert Geschäftsführer der Katz-Gruppe in Weisenbach, und er ist zwischenzeitlich "im Murgtal angekommen". BT-Redakteur Markus Mack unterhielt sich mit dem gebürtigen Niedersachsen, der seit 2010 in Baden-Baden lebt. Vor seinem Dienstantritt in Weisenbach war er Geschäftsführer der Großwäscherei Bardusch in Ettlingen, insgesamt war er 20 Jahre lang in der "industriellen textilen Dienstleistung" tätig.

BT: Herr Beisert, gibt es Berührungspunkte zwischen Textilbranche und Papierindustrie?

Karsten Beisert: Das Eine ist Produktion und Dienstleistung, es geht um die Versorgung von Kunden mit der erforderlichen Wäsche, die Produktion ist vorgegeben. Hier ist es komplett anders, die Maschine arbeitet, und wir suchen Abnehmer für unsere Produkte. Einheitlich ist, dass wir in beiden Branchen kundenorientiert sind.

Interview

BT: Was haben Sie sich bei Katz vorgenommen?

Beisert: Als Anbieter von Werbemitteln müssen wir näher zum Kunden, uns absetzen von allen anderen, das treibt mich an. Wir müssen Service anbieten, nicht nur Produktion. Der Bierdeckelmarkt ist eine Nische, es gib nach meiner Kenntnis keinen anderen Produzenten von Holzschliffpappe, wie wir sie anbieten. Ich möchte, dass dieser Markt wächst und die Bedeutung des Untersetzers steigt. Es ist erschreckend: Man findet bei einem vernünftig eingedeckten Tisch keine Untersetzer, das ist ein Manko. Der gehört für mich in der Gastronomie dazu. Darauf möchte ich Produktion und Dienstleistung ausrichten.

BT: Wie gehen Sie mit dem Thema Preisdruck um?

Beisert: Es gibt keine Branche, auf die das Thema nicht zutrifft. Der Druck ist da, weil der Markt aktuell noch von sehr großen Brauereien geprägt ist. Die reagieren auf Preiserhöhungen mit der Abnahme von geringeren Mengen. Deshalb müssen wir uns auf andere Märkte ausdehnen.

BT: Wie ist die Katz-Gruppe aktuell aufgestellt?

Beisert: Derzeit sind 143 Mitarbeiter am Standort Weisenbach beschäftigt, diesen Mitarbeiterstamm wollen wir halten. Wir sind unter Druck, aber in neuen Märkten unterwegs. Das ist in manchen Bereichen vielversprechend, in anderen sind wir froh, wenn wir das Niveau halten können. Wir haben Umsatzwachstum, am Ausbau der Profitabilität müssen wir weiter arbeiten. Der Mitarbeiterstamm wurde in den vergangenen zwölf Monaten reduziert. Durch Optimierungen haben wir Mitarbeiter eingespart, um wirtschaftlicher aufgestellt zu sein und unsere Preise zu halten, der Abbau war sozial ver träglich. Das war vor meiner Zeit, ich schaue nach vorne, will in neue Märkte, den Umsatz steigern und die Saisonalität beenden und die Effizienz steigern.

BT: Wo sehen Sie neue Märkte?

Beisert: Da stehen ganz klar die Untersetzer im Fokus. Außer den Brauereien möchte ich in andere Segmente wie die Getränkeindustrie. Der Untersetzer eignet sich für jedes Getränk, ob heiß oder kalt, mit oder ohne Alkohol oder Kohlensäure. Wir haben da ein breites Spielfeld, weil wir auch vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten haben. Der Untersetzer hat eine Funktion, es geht auch um Schutz von Kleidung, Tisch und Einrichtung.

BT: Wie sieht es denn bei Trittschallplatten und Displays aus?

"Nachhaltigkeitstrend spielt uns in die Karten"

Beisert: Wir haben mit der Holzschliffpappe einen Werkstoff, der hervorragende Wärme- und Schallschutzeigenschaften hat. Der Trend zu Nachhaltigkeit und Wohngesundheit spielt uns hier in die Karten. Beim Displayboard arbeiten wir mit Partnern zusammen, da wir die weltweite Distribution an Endkunden nicht komplett aus Weisenbach organisieren können. Wir arbeiten an der Akzeptanz eines neuen Materials in der Werbemittelbranche, um Kunststoffe zu ersetzen.

BT: Bleibt Weisenbach auch künftig die "Heimat des Bierdeckels"?

Beisert: Definitiv. Hier gibt es gelebte Papiermachertradition. Die zu nutzen und auszubauen hat Priorität. Holzschliffpappe ist ein sauberer und nachhaltiger Grundstoff.

BT: Wie sieht es mit Investitionen aus?

Beisert: In Maschinenteile werden jedes Jahr Hunderttausende investiert. Für mich ist sehr wichtig, das Anlagen-Vermögen zu erhalten, um qualitativ hochwertige Produkte herzustellen.

BT: Haben Sie Veränderungen eingeführt?

Beisert: Wir haben an der internen Organisation gearbeitet. So haben wir zum Beispiel die "Tafelrunde" als "Führung vor Ort" eingeführt. Dabei geht es um die tägliche Arbeitseinteilung und einen Rückblick auf den vorherigen Arbeitstag an einer Tafel.

Damit verbunden ist die Standardisierung von Sicherheit und Sauberkeit. Katz ist da Vorreiter innerhalb der Koehler-Gruppe.

BT: Wo sehen Sie ein drängendes Problem?

Beisert: Bei der Platzfrage. Der ist durch die "Insellage" der Firma begrenzt. Wir überlegen, Container auf dem Betriebshof aufzustellen. Dort sollen Ersatzteile für Maschinen gelagert werden. Da muss mit dem neuen Bürgermeister über Lösungen gesprochen werden.

BT: Wie groß ist der Einfluss der Koehler-Gruppe?

Beisert: Die Entscheidungen werden abgestimmt. Auch die Standorte in den USA müssen berücksichtigt werden. Über allem kreist die Vernunft.

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