https://www.badisches-tagblatt.de/weihnachtsabo/index.html
http://www.badisches-tagblatt.de/weihnachtsabo/index.html
Fit für die nächsten Jahrzehnte
06.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Joachim Birk

Forbach - Noch pendeln die Busse des Schienenersatzverkehrs zwischen Forbach und Freudenstadt. Rechtzeitig zum Schulbeginn nächste Woche soll die Verbindung wieder freigegeben sein, wie die Albtal-Verkehrsgesellschaft AVG bestätigt.





Damit liegen die Instandhaltungsarbeiten an den Brücken der Murgtalstrecke gut im Zeitplan. Die eigentlichen Sanierungsarbeiten wurden fristgerecht vorbereitet, erläutert Günter Jäger, Projektleiter im AVG-Ingenieurbau: "Die Brückenkonstruktion wurde in den vergangenen Wochen erst einmal eingehaust, also mit einer zeltartigen Überdachung versehen. Bei laufendem Bahnbetrieb erhält die Brücke dann ihren vorgesehenen Korrosionsschutz." Das benötige insgesamt fünf Arbeitsschritte. Zunächst müssen die rund 8 800 Quadratmeter Fläche der Konstruktion abgestrahlt werden. Danach wird eine Grundierung aufgetragen, gefolgt von einem speziellen Kantenschutz. Nach einer Zwischenbeschichtung erfolgt erst die abschließende Decklackierung.

Sanierungsaufwand



lohnt sich

Auf der Baustelle in luftiger Höhe weisen Jäger und sein Ingenieurskollege Andreas Heger auf einige Besonderheiten hin. So müssen die Einhausungen zu beiden Seiten der Schienen eine ausreichende Lücke aufweisen als Winddurchlass. Rund 20 Mitarbeiter sind derzeit noch mit der Einrüstung und Vorbereitung der Baustelle beschäftigt. Für das Aufbringen des Korrosionsschutzes werden weitere rund 15 Fachkräfte im Einsatz sein. Der Sanierungsaufwand lohne sich aber auf jeden Fall, betont Jäger: "Danach ist die Haltbarkeit der Brücke wieder für einen Zeitraum von etwa 30 Jahren gesichert."

Dem Bahningenieur liegt der Erhalt der Brückenbauwerke im Murgtal am Herzen. Abriss und Neubau seien zwar vergleichsweise einfacher zu machen. Doch allein schon aus Respekt vor der Ingenieurleistung früherer Generationen plädiert er, wo immer möglich, für den Erhalt. So auch bei der Forbacher Talbrücke, deren steinerner Vorgänger bei Kriegsende einer Sprengung zum Opfer gefallen war. Die heutige Konstruktion auf Pendelstützen, weiß Jäger, besteht aus einzelnen metallenen Modulen mit einem Rastermaß von drei Metern. Ende der 1940er-Jahre unter französischer Besatzung erstellt, war sie ursprünglich als Provisorium gedacht, erfülle aber bis heute sehr gut ihren Zweck.

Um die Sicherheit des Bahnbetriebs zu gewährleisten, unterziehen Jäger und seine Mitarbeiter alle Brücken im Gebiet der AVG einer regelmäßigen Kontrolle. Alle drei Jahre werden die Bauwerke geprüft, im Abstand von sechs Jahren im Rahmen einer Hauptprüfung dann besonders intensiv "auf Herz und Nieren". Die zentralen Kriterien dabei seien die Dauerhaftigkeit, Standsicherheit und Verkehrssicherheit der Bauwerke, wie die Bahningenieure erläutern. "Die aufwendigen Sanierungsmaßnahmen an den Brücken liegen im Millionenbereich", ergänzt AVG-Pressesprecher Michael Krauth.

Dichte Wanne

für das Gleisbett

Diese gelten auch für die Bahnbrücke bei Raumünzach. Hier gilt es, Undichtigkeiten im Mauerwerk zu beheben. Dazu wurden in den vergangenen Wochen bereits Gleise und Gleisbett abgetragen. "Darunter wird jetzt komplett abgedichtet," so Jäger, "das Gleisbett erhält sozusagen eine dichte Wanne." In einem zweiten Schritt, voraussichtlich ab 2020, erfolge dann die Sanierung des Betonkerns der Brücke und des Mauerwerks aus Granitsteinen. Diese Arbeiten könnten dann bei laufendem Betrieb ohne Streckensperrung erfolgen.

Die Streckensperrung in der Ferienzeit hat der Bahnbetreiber AVG jedoch noch für weitere Bau- und Erhaltungsmaßnahmen genutzt, wie Krauth betont: "Im Bereich der Bahnmeisterei Forbach werden zum Beispiel die Kabeltrassen längs der Schienen erneuert und auch Randwege neu angelegt." Weitere Maßnahmen gelten einer verbesserten Trassierung, für mehr Fahrkomfort und auch, um den Verschleiß der Bahnen zu minimieren.

Diese sogenannten Stopfarbeiten werden von einem speziellen multifunktionalen Bauzug ausgeführt, erklärt Andreas Heger. Dabei werden die Schienen in Höhe und Neigung zunächst millimetergenau justiert. Danach erfolgt das "Stopfen", also das unterfüttern der Schienen mit Gleisschotter. Auch weiter talaufwärts, bis nach Freudenstadt, wird die Atempause im Bahnverkehr für Instandhaltungsarbeiten genutzt. Der Haltepunkt Heselbach erhält neue Weichenschwellen, auch andernorts werden Weichen instandgesetzt und die Vegetation längs der Schienen erhält einen Rückschnitt.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Baden-Baden
Bücherstapel, Stundenpläne und Klassenlisten

06.09.2019
Vorbereitungen für Schulstart laufen
Baden-Baden (for) - Bevor am Mittwoch, 11. September, die Schule wieder beginnt, gibt es für Lehrer, Schulleitung und Hausmeister noch einiges zu tun: In den Baden-Badener Schulen laufen die Vorbereitungen für den Unterrichtsstart schon seit einigen Tagen auf Hochtouren (Foto: for). »-Mehr
Steinmauern
´Der Unterricht ist nicht gefährdet´

16.08.2019
"Der Unterricht ist nicht gefährdet"
Steinmauern (marv) - Die gute Nachricht ist: "Der Unterricht ist nicht gefährdet", sagt Steinmauerns Hauptamtsleiterin Julia Hangs. Das Dach der Karl-Julius-Späth-Schule soll trotz der Sturmschäden vom 6. August bis zum Schulstart geschlossen werden können (Foto: Lauser). »-Mehr
Umfrage

Knapp 345.000 Pilger haben in diesem Jahr den Jakobsweg absolviert, das sind mehr als je zuvor. Könnten Sie sich das auch vorstellen?

Ja.
Nein.
Das weiß ich nicht.
Ich habe ihn schon absolviert.


Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz